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Mittwoch, 28. Oktober 2020

Mit offenem Herzen

Br. Jonathan Fuhr LC begann im Sommer sein apostolisches Praktikum im Regnum Christi in Deutschland. Wir stellen ihn im Interview kurz vor.

Im Sommer 2020 begann Br. Jonathan Fuhr LC sein apostolisches Praktikum in Deutschland. In den kommenden, voraussichtlich zwei Jahren wird er P. Martin Baranowski LC bei der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen des ECYD in der Region Hessen-Franken unterstützen.

2014 hatte er an der Apostolischen Schule in Bad Münstereifel sein Abitur gemacht und trat darauf im gleichen Jahr ins Noviziat der Legionäre Christi ein, das er am 10. September 2016 mit der ersten Profess abschloss. Im Juli und August dieses Jahres begleitete er erneut die Kandidatur der Legionäre Christi in Deutschland für all jene jungen Männer, die für sich prüfen wollen, ob Gott sie zum Ordensleben und Priestertum beruft.

Im Kurzinterview stellen wir Ihnen Br. Jonathan näher vor.

Br. Jonathan, nach dem Abschluss der ersten Studienetappe, auf dem Weg zur Priesterweihe, folgt jetzt das pastorale Praktikum in der Region Hessen und Franken. Ihre Familie stammt aus Hessen. Wie ist es für Sie, so nah bei der Familie zu sein?

Br. Jonathan: Es war eine ganz schöne Überraschung, dass ich hier her, so nah an meine Heimat, gesandt wurde. Ich bin wirklich froh, hier her zurück zu kommen. Zuvor habe ich bereits einige Jahre der Ausbildung bei den Legionären Christi in Mexiko und Italien verbracht.

Sie kommen aus der Nähe von Frankfurt am Main. Wie war Ihre Kindheit?

Br. Jonathan: An meine Kindheit erinnere ich mich gern. Vor allem an die Zeit, die wir gemeinsam als Familie verbracht haben. Mit meinem Bruder habe ich gern im Bach neben dem Haus Dämme gebaut oder bin mit unserem Großvater auf dem alten Traktor gefahren. Es war eine sehr behütete Kindheit, in der auch der Glaube eine wesentliche Rolle gespielt hat. 

Wie haben Sie die Ordensgemeinschaft der Legionäre Christi kennengelernt?

Br. Jonathan: Zunächst immer mal wieder. Der entscheidende Moment kam nach meiner Firmung. Ich weiß nicht mehr genau, wie wir dazu kamen, aber mein Bruder und ich hatten uns für eine Jugendfahrt nach Paris in den Weihnachtsferien angemeldet. Das Camp hat mir super gefallen und wir sind von da an, jedes Mal wenn es möglich war, in den Ferien mitgefahren.

Wie kamen Sie überhaupt auf die Idee, Priester werden zu wollen?

Br. Jonathan: Eine Berufung fällt ja bekanntlich nicht vom Himmel. Meine Eltern hatten uns in der Familie den Glauben vermittelt. Und ich war grundsätzlich dafür offen, aber ich hatte Gott auch gesagt, dass ich lieber eine Familie gründen möchte. Es war also vor allem ein innerer Prozess, ein Weg, auf dem mich der Herr, Schritt für Schritt geführt hat.

Was ist da konkret in Ihrem Leben passiert, warum änderten Sie Ihre ursprünglichen Pläne?

Br. Jonathan: Seit meiner Firmung nahm ich immer wieder an Angeboten der Legionäre Christi für Kinder und Jugendliche teil. Irgendwann fragte mich ein Priester der Gemeinschaft, ob ich mir vorstellen könnte, auf die Apostolische Schule zu gehen. Aber das war für mich erstmal kein Thema. Später wurde ich jedoch nachdenklicher und nahm am Sommerkurs in Bad Münstereifel teil, zusammen mit meinem Bruder. Ich dachte mir: „Kann ja nicht schaden, einen Monat dort zu sein.“ Aus dem Monat wurden dann vier Jahre.

In dieser Zeit bin ich auf eine intensive Weise den Weg zusammen mit Jesus gegangen. Am Beginn stand eine ganz persönliche Erfahrung seiner Liebe, die mein Leben gewissermaßen auf den Kopf gestellt hat. Ich habe gespürt, dass der Herr mich einlädt, ihm mein Leben auf besondere Weise zu schenken. Ich war immer noch am Zweifeln und dachte: „Herr, kann es nicht etwas Anderes sein?“ Im Gebet wurde mir jedoch klarer, dass es zum einen eine Einladung ist, auf die ich frei antworten kann, und zum anderen, dass der Herr nichts nimmt, sondern mich beschenken möchte. Jesus ist es, der mein Herz erfüllen kann und möchte. Und so bin ich nach dem Abitur ins Noviziat eingetreten. 

Wie ging es nach dem Noviziat weiter?

Br. Jonathan: Nach dem zweijährigen Noviziat in Deutschland ging es für mich für ein Jahr nach Mexiko. Dort habe ich in Monterrey die humanistischen Studien absolviert. Darauf folgte in Rom das Philosophiestudium, das ich im vergangenen Sommer abschließen konnte. In diesen ersten Jahren der Ausbildung konnte ich neben dem Studium auch in verschiedenen Bereichen praktische Erfahrungen sammeln, z.B. in den letzten vier Sommern als Begleiter von P. Štefan Kavecky LC, der das Kandidatur-Programm leitete. In Rom durfte ich außerdem 20 Kinder auf die erste heilige Kommunion vorbereiten. 

Mit welchen Erwartungen starten Sie jetzt in Ihr Praktikum?

Br. Jonathan: Ich komme vor allem mit einem offenen Herzen nach Deutschland. Ich möchte neue Dinge lernen und Erfahrungen in der Pastoral sammeln. Ich freue mich auf eine Erfahrung von Teamwork im Apostolat im Regnum Christi, d.h. zusammen mit vielen Menschen hier in der Region, mit meinen Mitbrüdern, Ordensleuten und Priestern der Legionäre Christi. Ich möchte, geführt vom Heiligen Geist, meinen Teil dazu beitragen, dass so viele Menschen wie möglich eine Erfahrung der Liebe Christi machen können. 

Danke für das Gespräch und Ihnen eine segensreiche Zeit in Deutschland!

 

 

Additional Info

  • Untertitel:

    Br. Jonathan Fuhr LC begann im Sommer sein apostolisches Praktikum im Regnum Christi in Deutschland. Wir stellen ihn im Interview kurz vor.

  • Kategorie News : Aktuelles aus anderen Bereichen
  • Datum: Ja
  • Druck / PDF: Ja
  • Region: Deutschland

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