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Mittwoch, 26. August 2020

Wage das Große!

19 Teenager nahmen am „Extreme-Camp“ des Regnum Christi in Eberstalzell teil.

Vom 3. bis 10. August fand in Eberstalzell das „Extreme-Camp“ für Jungen im Altern zwischen 14 und 17 Jahren statt. Unter der geistlichen Begleitung von P. Raphael Ballestrem LC und sechs erfahrenen Betreuern verbrachten die Teenager großartige Ferientage in Oberösterreich, unweit des Attersees und Traunsees am Rand der Alpen.

Wenn Jugendliche davon sprechen, „Großes“ vor zu haben, dann sprechen sie meist vom „Extremen“. Mit anderen Worten: Wo liegen die eigenen Grenzen? Wie gelangt man zum Äußersten (lat. extremus)? Wie fühlt sich das an? Oder auch: Kann ich Grenzen verschieben?

Das „Extreme-Camp“ des ECYD bot den Teilnehmern auch in diesem Jahr die Möglichkeit, „Extremes“ zu erleben: Kann ich zwei Tage nur mit Gott im Schweigen (Kurz-Exerzitien) verbringen? Sind steile Wände und Wasserfälle beim „Canyoning“ überwindbar?

Auf dem Programm standen deshalb zwei Tage geistliche Exerzitien in der Tradition des hl. Ignatius von Loyola (1491-1556). P. Alejandro Espejo LC brachte die Jugendlichen auf eine der Kernfragen dieser Gebets- und Meditationsform: die persönliche Entscheidung für Christus. In der Stille und im persönlichen Gebet konnten die Teilnehmer dieser Frage in Ruhe nachgehen.

Der Ort Eberstalzell und Umland boten optimale Voraussetzungen für ein erlebnisreiches und sportlich-aktives Camp. Für die meisten war es eine „extrem“ neue Erfahrung, sich beim „Canyoning“, nur an einem Seil gesichert, mit Schutzhelm und Neoprenanzug, steilste Wände in einem Gebirgsfluss abzuseilen. Mutige Sprünge in die Tiefe und das Vertrauen in erfahrene Seilführer kosteten einige Überwindung.

Dagegen machte das „Ringo fahren“, das „Rodeo“ des Wassersports – von einem Motorboot gezogen und mit einer Schwimmweste ausgestattet, rasen bis zu fünf Personen, ca. 30 km/h schnell über einen See –, den Jungen einfach nur eine Riesenfreude. Ausflüge und Wanderungen in die Berge rundeten den aktiven Teil des Programms ab.

Freiheit und Verantwortung

Anspruchsvoll waren auch die Themen, mit denen sich die Jugendlichen während des Camps auseinandersetzten: Freiheit und Verantwortung. Darüber sprach P. Raphael Ballestrem LC mit den Teilnehmern. Mit 14 und 15 Jahren erfahren viele Teenager das erste Mal bewusst, was beides bedeutet. Gerade in diesem Alter suchen Kinder ihre Freiheit. Doch bedeutet das einfach nur „tun und lassen können, was ich will“?

„Freiheit hat immer etwas mit Entscheidung zu tun“, erklärte P. Raphael. Entscheidungen erfordern Wissen und Bewusstsein. Entscheidungen treffen wir mit unserem Willen. Eigentlich wollen wir immer für uns das Gute und das Schöne. Dabei hilft uns das eigene Gewissen, ein „Ort“ ganz in unserem Inneren, an dem Gott ganz leise aber immer zu uns spricht. Je mehr du das Gute tust, um so freier bist du“, hielt der Seelsorger fest. Jede Entscheidung, die du in deiner Freiheit triffst, hat auch Konsequenzen, für die du verantwortlich bist! Das gilt für schlechte Entscheidungen, aber auch für die guten: Wenn ich mich entscheide, jeden Tag Klavier zu üben, werde ich unweigerlich besser. Wenn ich mich entscheide, jeden Tag zu beten, werde ich unweigerlich Gott besser kennenlernen.“

Was Gutes erkennen und wollen in der Praxis mit Überzeugungen zu tun haben, darüber sprach P. Alejandro zu den Jugendlichen: „Überzeugungen sind Prinzipien und Ideen, die ich mir zu Eigen mache und die mein Handeln leiten. Wir brauchen gute Überzeugungen! Die helfen uns, unsere Freiheit gut zu nutzen.“

Aber was ist eigentlich gut? Und wie unterscheide ich Gut und Böse? „Das Gewissen hilft uns dabei, genau das herauszufinden“, ist Michael Lorey, einer der Jugend-Betreuer, überzeugt. „Höre auf dein Gewissen!“, gab er den Jungen mit, „Gott leitet dich durch das Gewissen. Und forme dein Gewissen: die großen Fehler, die wir begehen, sind meist durch viele kleine Fehler vorbereitet. Und das gute Große wiederum ist durch viel Gutes im Kleinen vorbereitet. Suche dir deshalb jeden Tag eine Zeit, in der du innehältst und dein Gewissen erforschst und prüfst.“

Aus Freiheit und in Freiheit können wir uns Ziele im Leben stecken. „Nutzen wir unsere Freiheit!“, motivierte Stephan Beier die Teilnehmer. „Träum groß! Frag Gott, was er für Ziele für dein Leben hat! Hol in den verschiedenen Bereichen das Beste aus Dir heraus. In deinen Beziehungen und Freundschaften: Lerne, den anderen zu dienen und für sie da zu sein!“

Die tägliche hl. Messe, mit gestaltet von den Jugendlichen, Gruppenarbeit und viel Zeit für Gespräche und Freundschaften rundeten die gemeinsamen Tage in Eberstalzell ab.

Was war für dich „extrem“?

„Ein Highlight in diesen Tagen waren für mich die Kurzexerzitien. Das war eine sehr besondere Erfahrung. Die Stille hat mir beim Beten sehr geholfen. Besonders hat mir auch die Kreuzwegandacht gefallen, da konnte ich einfach die Passion Jesu noch tiefer miterleben! Auch die Vorträge nach den Exerzitien waren sehr hilfreich, da die Inhalte in meinem Alltag einfach eine große Rolle spielen. Ich muss jetzt immer wieder Entscheidungen treffen. Da kommen bei mir öfters mal Fragen auf. In den Vorträgen habe ich viele Antworten bekommen. Zu verstehen, wie eine gute Entscheidung zustande kommt, hat mir sehr geholfen. Wenn ich wieder zu Hause bin, will ich regelmäßiger das Evangelium betrachten. Ich habe gemerkt, wie spannend es ist, in der Bibel zu lesen und wie wichtig es ist, mit Gott zu sprechen.“ (Gereon, 16, aus Leipzig)

„Das Reifenfahren war richtig gut. Da geht es sehr schnell. Und vor allem ist man da mit seinen Freunden zusammen. Auch das Turmspringen war genial. Einige aus der Gruppe haben echt coole Sprünge gemacht. Es war super, hier in der Gemeinschaft zu sein. Das war eine gute Entscheidung und besser, als zu Hause zu bleiben.“ (Josef, 14, aus Bayern)

Die Gemeinschaft war genial. Keiner wurde ausgeschlossen und alle wurden gut einbezogen. Es gab gute Gespräche, auch über den Glauben, nicht nur über Fußball und Autos. Im Glauben sind wir gewachsen. Die Exerzitien habe ich wirklich als eine Hilfe empfunden, um näher zu Jesus zu kommen. Wir konnten im Camp spontan mit anderen zusammen beten. Das war cool. Wo kann man das sonst schon machen? Die Themen der Vorträge haben mich sehr interessiert. Das ist einfach für meinen Alltag relevant. Denn ich merke, wie jede Entscheidung, die ich treffe, Folgen hat. Zuhause will ich nach dem Camp ein bisschen regelmäßiger beten, die Stille suchen und in der Bibel lesen. Wir haben gelernt, wie man eine Evangeliums-Betrachtung macht. Das will ich zuhause weiter üben!“ (Markus, 15, aus Bayern)

„Das Beste für mich war das Canyoning. Da musste man als Team zusammenarbeiten und sich gegenseitig absichern. Auch die Bergtour habe ich genossen, weil wir unterwegs viel reden konnten. So eine Gemeinschaft ist echt ein Geschenk. Und das Turmspringen war einfach mal was Neues für mich. Das habe ich vorher nicht gemacht. Echt cool, wenn man etwas Neues lernt. Zuhause möchte ich mein Abendgebet besser machen und auch mein Gewissen immer mal wieder erforschen, um zu sehen, was ich besser machen kann.“ (Emanuel, 14, aus NRW)

„Ich leite dieses Camp mit, denn ich bin überzeugt, dass das ECYD eine Hilfe für die Jungs ist, den Glauben zu stärken und gute Freunde zu sein. Das ist meine Erfahrung. Und das will ich gerne weitergeben. Die Gemeinschaft in diesem Camp war sehr gut. Einer hat auf den anderen geschaut. Und warum gerade ein EXTREME-Camp? Wir sollten im Leben unsere Komfortzone verlassen. In allen Bereichen. Sport ist ein guter Weg, um seine Persönlichkeit zu formen und das zu üben. Deswegen haben wir das EXTREME-Camp veranstaltet. Es ist wichtig, mal an seine Grenzen zu gehen, das bildet den Charakter und zeigt sich dann auch in anderen Bereichen, wie zum Beispiel in der Nächstenliebe oder im Gebet. (Michael Lorey, 23, aus Franken)

 

Weitere Informationen zum ECYD finden Sie hier!

Den Flyer zu den Herbst/Wintercamps 2020/21 finden Sie hier!

 

Additional Info

  • Untertitel:

    19 Teenager nahmen am „Extreme-Camp“ des Regnum Christi in Eberstalzell teil.

  • Kategorie News : Aktuelles zum Thema Kinder und Jugend
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