Mittwoch, 17. Dezember 2014

"Gott hatte viel Geduld mit mir"

Sarah Briemle arbeitet als gottgeweihte Frau im Regnum Christi mit vielen Jugendlichen zusammen.

Sarah Jean Briemle ist seit acht Jahren gottgeweihte Frau im regnum Christi.  Sarah Jean Briemle ist seit acht Jahren gottgeweihte Frau im regnum Christi. Sarah Briemle, geboren 1986, absolvierte nach dem Abitur eine Kandidatur bei den gottgeweihten Frauen des Regnum Christi. Danach steht für sie fest, sie selbst möchte Jesus Christus als gottgeweihte Frau nachfolgen. Seit 2013 lebt und arbeitet die 28-Jährige wieder in Deutschland, wo sie vor allem in der Jugendarbeit tätig ist.

 „Ich war ganz schön rebellisch“, sagt Sarah Briemle und lacht herzlich. Sarahs Mutter ist Amerikanerin und zuhause wird viel englisch gesprochen, vom Vater lernte sie die Liebe zur Naturwissenschaft, er ist promovierter Mathematiker. Aufgewachsen und eingeschult im württembergischen Laupheim, in der Nähe von Ulm, erlebt sie eine glückliche und lebhafte Kindheit als Älteste von vier Geschwistern. „Mit 16 Jahren hatte ich Rastalocken und hörte gerne Reggae-Musik. Besonders mit meiner Mutter habe ich viel diskutiert“, sagt die selbstbewusste junge Frau im Rückblick. Wichtig wird für sie in dieser Zeit ein Schüleraustausch in die USA. Ihre Eltern hätten ihr auch zu Hause schon immer viel Freiheit gelassen, „doch da war ich das erste Mal auf mich selbst gestellt. Diese Zeit war sehr hilfreich für mich.“

Sarah ist aufgrund ihrer mütterlichen Verwandtschaft bereits früh mit den unterschiedlichen Mentalitäten Deutschlands und Amerikas gut vertraut. „In den USA gibt es schon eine offenere und freiere Einstellung auch in Bezug auf Religion“, sagt sie. „Als ich in Minnesota war, hat mich niemand gefragt, ob ich katholisch bin. Hier in Deutschland hat oft vieles nur mit Traditionen zu tun, das schenkt aber nicht immer Gemeinschaft, die einen trägt.“

Während Sarah in den USA ist, lernt die Familie einige Patres und Brüder der Legionäre Christi kennen. In dieser Zeit beginnen die Eltern sich auch stärker in der Kirche zu engagieren. Schließlich kommt auch Sarah mit der Ordensgemeinschaft in Kontakt. „Als ich einem Pater erzählte, dass ich am Abend noch zu einer Party gehe wollte, hat er gleich im Scherz gefragt, ob er mitgehen könne. Das fand ich sehr sympathisch.“ Sie beginnt sich fortan näher mit der Gemeinschaft zu befassen, lernt Apostolate der Legionäre Christi und des Regnum Christi kennen und engagiert sich schließlich ein Jahr vor dem Abitur in der Jugendarbeit der Apostolatsbewegung. In dieser Zeit entdeckt sie für sich persönlich auch das Rosenkranzgebet, in das sie alle ihre inneren Regungen am besten einfließen lassen kann.

 „Habt keine Angst vor Christus!“

„Ich hatte kein großes Bekehrungserlebnis. Engagiert habe ich mich schon während der Abiturzeit sowohl bei der Jugend 2000 als auch im Regnum Christi. Dafür bin ich bis heute sehr dankbar.“ Nach dem Abitur muss sich Sarah schließlich entscheiden und beschließt, für eine Zeit der inneren Prüfung ihres weiteren Weges zu den gottgeweihten Frauen im Regnum Christi zu gehen, „Ich hatte das Gefühl, dass das Regnum Christi mein Platz ist. Mich hat besonders die Spiritualität sehr angesprochen.“ Die Initialzündung für diesen Schritt hatten in ihr die Worte von Benedikt XVI. bei seiner Amtseinführung 2005 ausgelöst: „Habt keine Angst vor Christus! Er nimmt nichts und er gibt alles.“ Nach der Kandidatur weiht Sarah ihre Leben Gott im Regnum Christi. Es folgen Jahre, die sie in Einrichtungen des Regnum Christi in Spanien, vor allem in der Ausbildung verbringt. 

In ihre ersten Jahre als Gottgeweihte fallen auch bald die schwierigen Jahre des Erneuerungsprozesses der Gemeinschaft. „Das hat Gott wohl so vorgehabt“, sagt sie und schaut auf diese auch für sie herausfordernde Zeit zurück. „Dennoch gab es auch in dieser Zeit in mir ein tiefes Vertrauen auf Gott und ganz viele Elemente, die uns immer wieder Kraft gegeben haben. Besonders die Verantwortlichen in der Kirche haben uns in dieser Zeit bestärkt und gesagt, die Kirche braucht Euch.“

Freiheit und Eigenverantwortung

Jeden Morgen feiern die gottgeweihten Frauen in den verschiedenen Einrichtungen die heilige Messe zusammen, als Herzstück des Gemeinschaftslebens. Alle anderen Elemente der Tagesgestaltung liegen weitestgehend in der eigenen Verantwortung. „Wir wollen Gott gehören und das von innen heraus leben. Unsere Antwort auf seinen Ruf muss dabei immer frei und aus Liebe geschehen“, sieht Sarah für sich die Veränderungen des Erneuerungsprozesses. Das hieße aber nun keineswegs, dass heute alles lax sei, beeilt sich Sarah zu betonen, „ganz im Gegenteil wir arbeiten heute mit mehr innerer Freude und Engagement.“

Selbstverständlich müsste es in einer Gemeinschaft klare Regelungen und Absprachen geben. Auch für das geistliche Leben seien Vorgaben und gute Orientierungen wichtig. Was sich geändert habe, sei eher eine Frage der Wahrnehmung: Gott als den Protagonisten des Apostolates zu sehen und nicht sich selbst. „Unser Apostolat fordert uns sehr. Wir wollen deshalb vor allem fragen, wo der Heilige Geist in jedem von uns spricht.“

Die Jugend hat viel Potenzial

Seit 2013 ist Sarah Briemle nun wieder in Deutschland, im Haus der gottgeweihten Frauen in Düsseldorf. Hier leben zurzeit acht Gottgeweihte, eine „Coworkerin“ und zwei Anwärterinnen für das gottgeweihte Leben. Sarah ist zuständig für die Jugendarbeit und auch für die „Coworkerinnen“, die ein Jahr ihres Lebens in unterschiedlichen Einrichtungen des Regnum Christi und der Legionäre Christi mithelfen wollen. „Gerade darin steckt ein großes Potenzial“, sagt sie, „die Jugendlichen lernen in diesem Jahr so viel, kommen in der Welt herum und sammeln internationale Erfahrungen, was die meisten ungeheuer bereichert.“

Bei der Jugend sei heutzutage vor allem Authentizität gefragt und die Jugendlichen möchten auch in einem positiven Sinn herausgefordert werden. Diese Arbeit bereitet Sarah viel Freude, kein Tag sei da wie der andere, hier in Deutschland müsse man kreativ sein, sagt sie. In Spanien, wo sie vier Jahre in der Ausbildung und im Studium verbrachte, war ihr Tagesablauf regelmäßiger. Bereits dort waren ihr die persönlichen Gespräche und die geistliche Begleitung der Schülerinnen besonders wichtig. In den nächsten Jahre will Sarah Briemle ihre pastorale Tätigkeit in Deutschland engagiert weiterführen und schaut dabei hoffnungsvoll nach vorn: „Was wir in der letzten Zeit gesehen haben ist, dass wir bei der Jugend und auch bei anderen menschlichen Begegnungen eine gewisse Stabilität in den Beziehungen brauchen. Es dauert heute, bis Menschen Vertrauen fassen. Auch Gott interessiert sich für jeden von uns mit unserer ganzen Persönlichkeit!“

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    Sarah Briemle arbeitet als gottgeweihte Frau im Regnum Christi mit vielen Jugendlichen zusammen.

  • Kategorie News : Aktuelles aus anderen Bereichen
  • Region: Deutschland, Österreich
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