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Mittwoch, 11. Dezember 2019

„Machet dem Herrn die Wege bereit“

Beten Sie mit uns die Weihnachtsnovene als Vorbereitung auf Jesu Geburt! Mit Gedanken von Pater Konstantin Ballestrem LC zum Advent und zur Weihnacht.

Privatbesitz Foto: © Cornelia RuberPrivatbesitz Foto: © Cornelia RuberEs wird wieder Weihnachten! Schon seit dem Herbst verkünden uns die Geschäfte diese Botschaft, stimmungsvoll, heimelig – Harmonie, die man machen oder zumindest kaufen kann. „Advent“ meint etwas grundlegend Anderes, sogar Aufstörendes. Nicht etwas, das wird, sich also allmählich entwickelt wie weihnachtliche Stimmung. Sondern etwas, das mit einer eigenen Dynamik auf uns zu kommt, in unser Leben einbrechen kann. Bereitet euch vor! Eindringlich rufen uns dies die so wenig harmonischen Lesungen der Liturgie im Advent zu. Denn jemand kommt: der HERR der Herrlichkeit!

Dennoch ist christliche Vorbereitung nicht Panikmache, sondern hoffnungsvolle Erwartung. Denn der HERR der Herrlichkeit kommt nicht mit Gewalt, er kommt wehrlos, als Kind. Der Gottessohn ein Menschenkind! Gerade diese Weise seiner Ankunft wirft unser Denken um und holt uns aus der inneren Passivität. Wir können nicht bleiben wie wir sind: groß, gestanden und selbstgewiss. Um mit Gottes Sohn auf Augenhöhe zu kommen, müssen wir klein werden, auf die Knie gehen, vielleicht sogar kapitulieren. Aber wie?

Was uns dem göttlichen Kind in die Augen sehen lässt, sind die drei göttlichen Tugenden Glaube, Hoffnung und Liebe.

Wir Menschen verlassen uns von Natur aus auf ein System selbstgemachter Sicherheiten, das kann alles Mögliche sein: Vermögen, Beziehungen, Gesundheit. Gute Dinge, solange wir im Leben nicht nur darauf bauen. Der Schritt des Glaubens verlangt, dass wir Gott unsere rein menschlichen Sicherheiten übergeben und uns ganz auf ihn verlassen. Glaube hat zu tun mit: sich - verlassen - auf. Man muss sich verlassen. Stattdessen haben wir alles gern unter Kontrolle, wüssten lieber schon heute, was morgen und übermorgen ist. Der Gläubige aber verlässt sich und damit seine eigenen Sicherheiten, lässt alles in Gottes Hand und spricht wie Maria: „Siehe, ich bin die Magd des Herrn, mir geschehe nach deinem Wort.“

Wie konnte Maria das sagen? Aus der Kraft ihrer Hoffnung. „Für Gott ist nichts unmöglich!“, hatte ihr der Engel zuletzt gesagt und darauf baute sie ihr ganzes Leben, ihre ganze Existenz. Maria wusste nicht, wie sie ihre Sendung erfüllen sollte, aber sie suchte die Kraft dazu auch nicht bei sich. „Auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut.“ Maria rühmt nicht ihre Kraft, sondern Gottes Größe: „Der Mächtige hat Großes an mir getan.“

Wer hofft, geht mit der Sicherheit durchs Leben, dass Gott ihm alles geben wird, was er braucht, um seinen Willen zu erfüllen und das Heil zu erlangen. Ein christliches Leben scheint uns heute zuweilen schwer und vielleicht unmöglich. Doch Maria ermutigt uns: Es wird möglich mit Gott, aus dem Vertrauen, dass er uns trägt.

Maria blieb in ihrer Hoffnung nicht passiv, sondern verwandelte sie in Liebe. Sie wollte dienen und eilte gleich zu Elisabeth, zog sich nicht in sich selbst zurück. Lieben heißt sich hingeben, für das Wohl des anderen, ohne Gegenleistung zu erwarten. Maria hatte keine Sicherheiten. Sie wusste nur, wie sie empfangen würde, und dass auch Elisabeth empfangen hatte. Das war alles. Der Engel hatte ihr auch keine Belohnung versprochen, so war ihr Ja reine Liebe.

Gott ist die Liebe, er will uns an seiner Liebe teilhaben lassen, weil er unser Glück will. Aus Liebe legt der Herr der Herrlichkeit alles Erhabene ab und kommt als Kind, abhängig von menschlicher Zuwendung. Er kommt nicht, um uns zu beschämen und zu überwinden. Er kommt, um uns zu entlasten und zu retten. Sein Anspruch ist Liebe, weil sein Zuspruch Liebe ist: Übergib dich Gottes Fürsorge wie ein Kind, sei mit Jesus und durch ihn Sohn oder Tochter deines himmlischen Vaters. Klein werden, auf die Knie fallen, vielleicht sogar vor diesem göttlichen Kind kapitulieren, meint im Letzten dies: Behaupte dich nicht mehr gegen Gottes Liebe. Lass dich von Ihm lieben. Dann wirst du auch sein endgültiges Kommen in der ganzen Macht und Herrlichkeit seiner Liebe ersehnen.

Darum möchten wir mit Ihnen und für Sie beten. Pater Andrew LaBudde von unserer Apostolischen Schule hat ein Gebet mit der Bitte um die Haltung der Kindschaft vor Gott geschrieben. Ab dem 16. bis zum 24. Dezember können Sie damit geistig mit uns verbunden eine Novene zur Vorbereitung auf Jesu Geburt beten. Besonders unsere Novizen beten für Sie zu Jesus Christus in der Eucharistie. Sie können uns gerne erneut Ihre Anliegen zusenden.

Wir alle wünschen Ihnen und Ihren Lieben ein gnadenreiches Weihnachtsfest in Augenhöhe mit dem Gott, dessen Liebe so mächtig ist, dass der Gottessohn ein Menschenkind wurde.

Mit meinem priesterlichen Segen,

Ihr Pater Konstantin Ballestrem LC

 

Die Novene können Sie hier herunterladen!

 

 

Additional Info

  • Untertitel:

    Beten Sie mit uns die Weihnachtsnovene als Vorbereitung auf Jesu Geburt! Mit Gedanken von Pater Konstantin Ballestrem LC zum Advent und zur Weihnacht.

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  • Region: Deutschland

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