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Freitag, 20. März 2020

„Ich glaube, Herr!“

Geistlicher und missionarischer Impuls zum vierten Fastensonntag von P. László Erffa LC (Assistent des Novizenmeisters)

Das Wirken Gottes soll an ihm offenbar werden“ (Joh 9,3) – Diese Worte Jesu gelten nicht nur für den Blindgeborenen, sondern auch für jeden von uns. Jesus will jeden von uns von unserer Blindheit befreien und so nicht nur uns Heilung und neues Leben bringen, sondern Gottes persönliche Liebe zu uns sichtbar machen.

Bei dieser Heilungsgeschichte ist es nicht so, dass der Blinde auf Jesus zugeht und um Heilung bittet. Nein, es ist Jesus, der ihn sieht und ihn heilt, ohne ihn überhaupt zu fragen, ob er das will. Und so wirkt Gott auch bei uns, wenn er uns begegnet und heilt, obwohl wir gar nicht merken, dass wir krank sind. Der Blinde, der so geboren wurde, kann sich nicht vorstellen, dass er sehend werden könnte. Seine äußere Heilung wird im Evangelium zum Beginn eines Bekehrungsprozesses, in dem der vormals Blinde über das Geschehene nachdenkt und zu einer tieferen und verwandelnden Erkenntnis der Person und Sendung Jesu kommt: „Ich glaube, Herr!“

In dieser Fastenzeit sind auch wir dazu eingeladen, unsere Beziehung zum Herrn zu erneuern und zu vertiefen. Vielleicht ausgehend von einem Moment, wo wir die Gegenwart Gottes in unserem Leben ganz besonders stark erfahren haben und unmittelbar oder allmählich zur Erkenntnis gekommen sind: Er liebt mich, ohne dass ich es verdient hätte. Diese Erfahrung können wir in unserem Herzen nachhallen lassen in dieser Fastenzeit.

Im Evangelium kommt es zu einer erneuten Begegnung des Mannes mit Jesus, als der Herr hört, er sei aus der Synagoge hinausgestoßen worden. Wieder ist es Jesus, der in dieser Notsituation die Initiative ergreift und auf den Mann zugeht. Im Dialog mit ihm vertieft er nochmals das Geschehene und offenbart sich letztendlich als der Messias. Die Heilung führt zur Bekehrung und der Blinde wird zum Zeugen.

Es ist kein einfacher Prozess. Aber wenn wir zulassen, dass Gottes Wirken an uns offenbart wird, dann kommen auch wir zu einem schöneren und noch mehr erfüllenden Bewusstsein der Liebe und Nähe Gottes zu uns. Wenn dann „die Blinden sehend und die Sehenden blind werden“ (Joh 9,39), dann können wir Ostern auf eine ganz neue Weise feiern.

 

Gottes Segen, Euer P. László Erffa LC

 

 

Additional Info

  • Untertitel:

    Geistlicher und missionarischer Impuls zum vierten Fastensonntag von P. László Erffa LC (Assistent des Novizenmeisters)

  • Kategorie News : Aktuelles zum Thema Ehe & Familie und Erwachsenenbildung
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  • Druck / PDF: Ja

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