Montag, 9. Juli 2018

„Ein einziges Wunderwerk des heiligen Geistes!“

Erinnerungen, Lachen und Gemeinschaft beim Jubiläumsdankfest zu 10 Jahren Apostolische Schule in Bad Münstereifel  

Danken hängt mit Nachdenken zusammen“, erinnerte Weihbischof Ansgar Puff während seiner Predigt zum Dankfest der Apostolischen Schule, die am 7. Juli 2018 ihr 10-jähriges Bestehen in Bad Münstereifel feierte. Mit rund 300 Gästen war die Schulkapelle an diesem sommerlichen Samstag voll besetzt. Unter den mit dem Weihbischof zelebrierenden zwölf Priestern befanden sich der Pfarrer und der Kaplan von Bad Münstereifel, P. Andreas Schöggl LC (Territorialdirektor), P. Valentin Gögele LC (Rektor der Apostolischen Schule) und Neudiakon Raphael Ballestrem LC. Der Generalvikar des Erzbistums Köln, Markus Hoffmann, konnte aus terminlichen Gründen leider nicht an dem Dankfest teilnehmen. Er bedankte sich für die Einladung mit einem schriftlichen Grußwort, das Sie hier online lesen können.

Musikalisch gestaltet wurde der feierliche und fröhliche Gottesdienst von aktuellen und ehemaligen Schülern. Weihbischof Puff dankte den Anwesenden und besonders jenen, die an dieser Schule wirken mit folgenden Worten: „Anlässlich dieses Jubiläums möchte ich ganz herzlich danken für Ihre Bereitschaft, sich Christus zur Verfügung zu stellen. Jedem Einzelnen, der hier in dieser Apostolischen Schule mritwirkt, egal ob als Hauptamtlicher oder Ehrenamtlicher, aber auch allen, die überall im Regnum Christi in unserer Diözese viel, viel Gutes bewirken. Ihr seid wirklich ein Licht, das die Menschen sehen und das die Menschen brauchen. Weiter möchte ich Ihnen und Euch herzlich danken, dass ihr mit so viel Schwung, mit so viel Enthusiasmus, mit so viel Glauben in diese Welt geht und dort das Evangelium verkündet. Lasst euch das von nichts davon abhalten. Die Menschen suchen danach, brauchen das und wenn manchmal in den Pfarreien die Strukturen ein bisschen schwierig sind, dann ist das kein Grund, deswegen traurig zu werden. Christus lebt und er wird diese Kirche erneuern, in neuem Gewand, und wir dürfen dabei mitarbeiten.“

In einem kurzen, aber nicht weniger herzlichen, Grußwort bedankte sich die Bürgermeisterin des Ortes, Sabine Preiser-Marian, bei Rektor Pater Valentin Gögele für sieben Jahre gute Schulleitung und Zusammenarbeit. „Ich hoffe, Sie gehen nicht nur mit einem Lächeln im Gesicht, sondern auch mit einem weinenden Auge. Sie haben hier an Ihrer Schule viel bewirkt. Ihren Nachfolger, Pater Daniel Egervari LC, heiße ich ganz herzlich willkommen und wünsche mir auch hier eine gute Zusammenarbeit und Verbundenheit mit der Stadt Bad Münstereifel.

Jugendliche ins Leben begleiten und zu Entscheidungsfindung befähigen

Beim anschließenden Podiumsgespräch zur Geschichte und Zielsetzung der Apostolischen Schule sprachen Schüler, Lehrer und Eltern, zusammen mit einigen Ordensleuten, die 2008 an der Gründung der Schule beteiligt waren, sowohl über die Herausforderungen beim Start als auch über ihre Erfahrungen und Erlebnisse in den letzten Jahren. Manchmal habe er sich gefühlt, wie Petrus, der über das Wasser zum Herrn ging, erinnerte sich Pater Klaus Einsle LC, der mit zunächst 16, dann 17 Jungen das Abenteuer einer Apostolischen Schule in Deutschland begann. Diese Schule basiert nämlich auf dem Konzept der Kleinen Seminare, einer Schulart, die zu jenem Zeitpunkt in Deutschland nicht mehr bestand. „Einige Jungen hatte durch Feriencamps der Legionäre Christi die Apostolische Schule in Frankreich kennen und schätzen gelernt. Manche von ihnen wollten sogar auf die französische Schule gehen, da es so etwas in Deutschland noch nicht gab“, erinnert er sich weiter. Die Nachfrage war also da. Und mit Pater Fergus O’Caroll LC, der bereits Erfahrungen mit diesem Schultypus in Spanien und Mexiko gemacht hatte, war auch bald ein passender Rektor für die Gründung gefunden. „Wir hatten überhaupt keine Ahnung, was es alles für eine Schulgründung in Deutschland braucht“, gab Pater Klaus zu. Und trotzdem sei es gut gegangen und das manchmal sogar in einer Geschwindigkeit, die ihn bis heute staunen lässt. „Manchmal redet der Heilige Geist eben doch mit deutschen Beamten“, schmunzelt er. 2011 übernahm dann Pater Valentin Gögele LC das Ruder der Apostolischen Schule von Pater Fergus. Diese Übernahme fiel in die recht unruhige Zeit des Erneuerungsprozesses der Ordensgemeinschaft der Legionäre Christi. „Ich glaube, die Veränderungen dieser Zeit haben auch der Schule gut getan und wir nehmen heute mit der Apostolischen Schule in Deutschland eine Vorreiterrolle unter den inzwischen 15 Schulen dieser Art weltweit ein“, sagte der scheidende Rektor, der ab 1. August diesen Jahres Ordensprovinzial für West- und Mitteleuropa wird.

Bestätigt wurde er in dieser Aussage besonders von dem Ehepaar Schäfer, deren zwei Söhne auf die Apostolische Schule gingen. Das gemeinsame Lernen und die Gemeinschaft unter Gleichgesinnten hätten diese Schule für ihre Söhne so angenehm gemacht. „Hier kann ich so sein wie ich bin und werde nicht ausgelacht, weil ich glaube“, hatte ihr Sohn Jonas seine Entscheidung für die Apostolische Schule begründet. Für seinen jüngeren Bruder Nils wurde die Zeit in der Apostolischen Schule zu einer entscheidenden Phase in seiner Berufungsfindung. 2015 trat er in das Noviziat der Legionäre Christi ein, wo er zwei Jahre später seine erste Ordensprofess ablegte. Während des Jubiläums-Podiumsgesprächs fasste Vater Schäfer die Zeit seiner Söhne auf der Apostolischen Schule wie folgt zusammen: „Unsere Jungen haben sich bewusst für diese Schule entschieden. Die jahrgangsübergreifende Gemeinschaft hat ihnen gutgetan und sie sind dort sehr gereift. Dadurch sind wir auch als Familie näher zusammengewachsen.

Auch für David Poblotzki, Deutschlehrer und Schulleiter, ist die Apostolische Schule nicht irgendeine Schule. „Als ich das erste Mal von Berlin nach Bad Münstereifel kam, um mir die Schule einmal anzusehen, fiel mir bei den Schülern als erstes die große persönliche Reife auf. Sie waren weiter, als ich es an andere Schulen erlebt habe.“ Auf den Frage von Moderator Karl-Olaf Bergmann, wie an der Apostolischen Schule „individuelle Förderung der Schüler“ verstanden würde, antwortete Herr Poblotzki, dass grundsätzlich jede Schule in Deutschland dazu verpflichtet wäre, die Schüler bestmöglich zu fördern. „Vielleicht gelingt es uns in Bad Münstereifel so gut, weil die Schülerzahlen bisher überschaubar sind.“ Auch das pädagogische Konzept der Apostolischen Schule gefällt dem Lehrer, der 2013 extra von Berlin nach Bad Münstereifel gezogen war und seit 2015 offiziell die Schulleitung übernahm. „In den letzten Jahren haben wir uns immer mehr bemüht, die Jugendlichen selber zu Protagonisten ihrer persönlichen Entwicklung zu machen. Wir Lehrer und die Erzieher der Legionäre Christi verstehen uns als Begleiter der Jugendlichen, die mit ihnen im Gespräch sind.“ Dabei sollen die Kinder und Jugendlichen an der Apostolischen Schule zu ganzheitlichen Menschen und frohen, überzeugten Christen heranwachsen, die ihren Glauben als verliebte Jünger Jesu Christi mit brennenden Apostelherzen leben.  

Brennende Apostelherzen in Kirche und Welt

Die Lebenswege, welche die ehemaligen Schüler der Apostolischen Schule nach ihrem Schulabschluss einschlagen, sind so individuell wie die jungen Männer selbst. Manche von ihnen, wie Br. Nils Schäfer LC oder Br. Manuel Suchy LC, konnten in ihrer Schulzeit die Frage einer geistlichen Berufungen klären und traten in das Noviziat der Legionäre Christi ein. Andere entschlossen sich für einen weltlichen Studiengang oder engagierten sich als Co-Worker ein Jahr lang in der Kinder- und Jugendarbeit des Regnum Christi. Für „den Geist der Gemeinschaft und der Einheit, sowie für die Verbundenheit unter Freunden“, sind sie bis heute dankbar, wie sich einer von ihnen auf dem Jubiläumspodium erinnerte. Bruder Manuel Suchy LC dankte an jenem Abend „auch für die schwierigen Momenten, weil ich so gelernt habe, wie sehr ich auch meine Mitmenschen brauche“ und ein anderer seiner ehemaligen Mitschüler bezeichnete die Apostolische Schule sogar als „meine geistliche Familie und den Ort, an den ich immer kommen darf um aufzutanken“.

Ein starkes Zeugnis des gemeinschaftlichen und kreativen Schaffens an der Apostolischen Schule war sicherlich die Uraufführung eines Musicals über den Apostel der Jugend: den heiligen Don Bosco (1815 - 1888, Jugendseelsorger und Ordensgründer). Text, Musik und Regie kamen auch in diesem Jahr wieder von Musikprofessor Dr. Thomas A. Hunt aus den USA, der mit diesem ehrenamtlichen Einsatz die Schule schon seit mehreren Jahren unterstützt. Herausgearbeitet hatten die Schüler im Musical vor allem den unermüdlichen Einsatz Don Boscos für Jugendliche, besonders für jene, die damals am Rande der Gesellschaft standen. Dass der Bauernsohn Giovanni früh in die Ferne zog, um zu lernen und zu studieren, war dabei eine Erfahrung, die die Schüler gut nachvollziehen konnten. Seine Pädagogik, die besonders darauf abzielte, Heranwachsenden Sinn und Werte im Leben zu vermitteln, um die eigene Persönlichkeit zu festigen, begeistert auch heute noch. Ein besonderer Dank gilt den vielen ehrenamtlichen Helfern, die zum Gelingen des Festes und der herzlichen Atmosphäre an diesem Tag beitrugen.

Die Predigt von Weihbischof Ansgar Puff können Sie in voller Länge auf Soundcloud nachhören. Ein Video mit Eindrücken dieses besonderen Dankfestes zu 10 Jahren Apostolischen Schule in Bad Münstereifel finden Sie auf unserer Facebook-Seite. Folgen Sie uns auch auf Twitter, Instagram, Flickr, und Youtube.

Additional Info

  • Untertitel:

    Erinnerungen, Lachen und Gemeinschaft beim Jubiläumsdankfest zu 10 Jahren Apostolische Schule in Bad Münstereifel  

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  • Region: Deutschland
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