Donnerstag, 29. April 2021

Euer Herz lebe auf!

Beten Sie mit uns die Pfingstnovene! Gedanken von P. Konstantin Ballestrem LC (Novizenmeister) zum Pfingstfest

„Ihr, die ihr GOTT sucht, euer Herz lebe auf!“

(Psalm 69, 33b)

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Bad Münstereifel, 22. April 2021

Liebe Freunde,

wie geht es Ihnen mittlerweile damit: Abstand halten, zuhause bleiben, Masken tragen, um sich vor Ansteckung zu schützen? Viele berichten mir von innerer Ermüdung, sich neben den sowieso schon bestehenden Herausforderungen ihres Lebens immer neu noch dem wechselnden Auf und Ab von Zahlen und Maßnahmen, von Hoffnung und Enttäuschung anzupassen. „Da hilft nur noch beten!“, meint mancher eher resigniert.

„Ja, es hilft!“, möchte ich dann ausrufen, „Aber eben nicht ‚nur‘, sondern zuerst und vor allem!“ Und was für ein Beten soll das sein, damit es hilft, damit es mir wirklich AUF-hilft? Welches Beten lässt meinen inneren Blick, mein Herz und meinen Geist sich erheben und wieder frei und stark werden? Denn Beten kann die Welt, soll aber zuerst mich selbst verändern!

Ich meine, dazu hilft ein Beten, das nicht zuerst auf die eigene Leistung vertraut, also nicht zuerst auf Anzahl, Länge oder Genauigkeit meiner Gebete. Ein Beten, in dem ich die eigene Schwäche bekennen darf, ohne resignieren zu müssen. Ein Beten, das mich öffnet für eine Kraft, die ich nur empfangen kann. Solches Beten kann sich ereignen, wenn ich mich Gott, der größer ist als ich, wahrhaft anvertrauen und alles von ihm erhoffen darf.

In der Heiligen Schrift, im Brief des Apostels Paulus an die Römer, finden wir dazu eine wunderbare Verheißung: „So nimmt sich auch der Geist unserer Schwachheit an. Denn wir wissen nicht, was wir in rechter Weise beten sollen; der Geist selber tritt jedoch für uns ein mit unaussprechlichen Seufzern“ (Röm 8,26).

Ist das nicht eine gerade für unsere derzeit so verwirrende Situation ungemein Mut machende Zusage? Denn sie zeigt, dass immer schon zuerst Gott selbst uns durch seinen Heiligen Geist zu Hilfe kommen will, gleich in welchen äußeren und inneren Schwierigkeiten wir stecken!

Viele uns aufrichtende Zusagen zum Wirken des Heiligen Geistes schenkt uns die Heilige Schrift, vor allem aus dem Mund Jesu wie aus dem Mund seiner Apostel. Darum haben wir Ihnen auf dem beigelegten Faltblatt einige solcher Schriftstellen zusammengestellt. Wir möchten Sie einladen, sich besonders während des Zeitraums der Pfingstnovene täglich durch sie bestärken zu lassen, wenn in diesem Jahr vom 14. bis zum 22. Mai die ganze Kirche neu um den Heiligen Geist betet.

Sie finden also außer einem kurzen Einführungsgebet auf diesem Faltblatt keine vorgefassten Gebetstexte, sondern vom Heiligen Geist inspirierte Worte aus der Bibel. Denn der Heilige Geist ist keine anonyme Energie oder Kraft - er ist eine Person! Jesus selbst hat ihn als die dritte Person des einen Dreifaltigen Gottes offenbart. Ihm überträgt Jesus die Vollendung seiner Sendung (vgl. Joh 16,7), die Liebe des Vaters zu offenbaren. Was der auferstandene Jesus den Jüngern noch nicht vermittelt, das durchdringt sie ganz durch den Empfang des Heiligen Geistes, der Jesus als den Christus verherrlicht (vgl. Joh 16,14).

Hinter sein Wirken möchten auch wir zurücktreten, wenn wir Ihnen dieses Mal keine vorgefassten Gebetstexte senden. Denn wir sind überzeugt: Der Heilige Geist selbst will zu Ihnen sprechen – auf eine Ihnen gemäße Weise - und Sie im freien Gebet führen!

Nach meiner Erfahrung helfen diese Schritte zu einer Begegnung mit ihm: Suchen Sie sich ruhige Momente und bitten Sie zunächst den Heiligen Geist um seine Nähe. Sagen Sie ihm wie einem Freund alles, was Sie gerade bewegt, und übergeben Sie es ihm. Bitten Sie nun ihn um sein Wort für Sie. Dazu können Sie die Schriftworte lesen, langsam, mit Pausen, als wäre es zum ersten Mal. Achten Sie auf Worte, die eine Wirkung in Ihnen hervorrufen, bleiben Sie dabei, spüren Sie dem nach: Was sagt Ihnen dieses Wort, für Ihr Sein, Ihr Leben, für andere? Tauschen Sie sich mit dem Heiligen Geist darüber aus und bitten Sie um Beistand, danach zu handeln. Lobpreisen Sie ihn, danken Sie ihm!

Gottes Heiliger Geist ist jedem verheißen, der um ihn bittet und ihn aufnehmen will. Wir haben ihn mit der Taufe und der Firmung empfangen, aber der Heilige Geist will immer neu angerufen werden, gerade weil er Person ist. Er will eine lebendige Beziehung zu jedem von uns und lebt sie von sich aus in jedem Moment. Wir können das erfahren, wenn wir auch außerhalb der Gebetszeit aufmerksam für kleine Zeichen wie diese bleiben: wenn unser Herz sich an etwas Gutem erfreut; wenn wir eine gute Eingebung haben und ihr folgen; wenn wir einer schlechten Regung nicht nachgeben. Danken wir dem Heiligen Geist dafür, bitten wir ihn in allem um konkrete Hilfe und unsere Beziehung zu ihm wird sich verlebendigen. Der Heilige Geist liebt es, seine Gaben zu geben, auch damit sie anderen nützen.

Der Heilige Geist bewirkt auf geistige Weise das genaue Gegenteil der am Anfang geschilderten Corona-Maßnahmen: Er eint uns mit Gott und untereinander; er treibt uns an, nicht in uns selbst verhaftet zu bleiben; er enthüllt unser Angesicht in der Liebe Gottes gegen jede Lüge und er schützt uns vor der Ansteckung des Bösen. Wir Ordensleute bitten für Sie um die Hilfe und die Gaben des Heiligen Geistes! Senden Sie uns dazu wieder gerne Ihre Anliegen! Frohe und reich gesegnete Pfingsten!

Mit meinem priesterlichen Segen,

Ihr P. Konstantin Ballestrem LC (Novizenmeister)

Gebetsnovene zu Pfingsten zum Download

Laden Sie hier die Novene im PDF-Format für sich zum Mitbeten zu Hause herunter!

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Additional Info

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    Beten Sie mit uns die Pfingstnovene! Gedanken von P. Konstantin Ballestrem LC (Novizenmeister) zum Pfingstfest

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