Donnerstag, 31. Januar 2019

Beschenkt durch Glauben, Freude und Offenheit

23 Jugendliche des Regnum Christi und Legionäre Christi aus Deutschland reisten zum Weltjugendtag mit Papst Franziskus nach Panama.

Am frühen Morgen des 14. Januar machten sich 23 Jugendliche des Regnum Christi und Legionäre Christi aus Deutschland auf den Weg zum Weltjugendtag nach Panama mit Papst Franziskus. Ihre Reise führte sie zunächst nach Mexiko, in das Gründungsland der Gemeinschaft, wo sie mit anderen Mitgliedern des Regnum Christi zusammentrafen und ihr Leben und ihre Arbeit für die Kirche und die Menschen vor Ort näher kennenlernen konnten.

Gemeinschaft und Internationalität

Gemeinsam mit P. Martin Baranowski LC, P. Georg Rota LC und P. Alejandro Espejo LC starteten die die Jugendlichen von München, Frankfurt und Düsseldorf nach Südamerika. Am Anfang legt P. Martin den Teilnehmern folgendes nahe: „Glaube braucht Gemeinschaft: niemand kann allein glauben. Christus hat die Apostel in die Gemeinschaft berufen“. Wie so eine Gemeinschaft des Glaubens aussehen kann, erfuhren die Jugendlichen in Mexiko beim Besuch verschiedener Gemeinschaften des Regnum Christi.

In der „Cumbres-Bosque“-Schule, die am Rand von Mexiko-Stadt beheimatet ist, erfuhren die jungen Menschen über neue Wege in der Pädagogik, wobei Teamarbeit eine wichtige Rolle einnimmt und die gerade beim Religionsunterricht neue Wege der Glaubensvermittlung geht, und dadurch die Gemeinschaft der Familie und die Beziehung zwischen Eltern und Kindern stärkt.

Eine Gruppe Frauen im Regnum Christi brachte ihnen näher, dass eine Gemeinschaft im Glauben nicht auf sich selbst bezogen bleiben darf, sondern zum apostolischen Engagement führt. Die Gruppe berät in Mexiko-Stadt schwangere Frauen, hilft bei der Trauerbegleitung und geistlichen Begleitung in Pfarreien und bietet Programme zur Förderung der Lebensqualität von Familien an.

Ein Jugendhaus als Treffpunkt nach Schulschluss

Das ECYD hat in Mexiko-Stadt ein eigenes Haus, in dem sich Jungen und Mädchen treffen und austauschen können – wöchentliche Treffen und Planung eigener Aktionen inbegriffen. „Ein solches Jugendhaus mit Versammlungsräumen, Freizeitmöglichkeiten und Kapelle, das wir selbst gestalten können, würde ich mir auch in Deutschland wünschen“, bemerkt ein jugendlicher Betreuer für das ECYD in Deutschland.

Beim Jahres-Kick-off stellten die Jugendlichen vor Ort der Gruppe aus Deutschland zahlreiche Initiativen vor, die sie selbst entwickelt haben: „Soñar Despierto“ kümmert sich um kranke und arme Kinder, „CreeSe“ versorgt Menschen in abgelegenen Dörfern mit geistlicher Nahrung und „Iuvenis“ wagt sich zu den Menschen hinaus, die auf der Müllhalde von Mexiko-Stadt vom Abfall leben müssen.

„Die Heiligung ist ein gemeinschaftlicher Weg […] Die Gemeinschaft ist dazu berufen, diesen ‚göttlichen Ort‘ zu schaffen, ‚an dem die mystische Gegenwart des auferstandenen Herrn erfahren werden kann‘. Das Wort Gottes miteinander zu teilen und die Eucharistie gemeinsam zu feiern, macht uns immer mehr zu Brüdern und Schwestern und verwandelt uns in eine heilige und missionarische Gemeinschaft, schreibt Papst Franziskus in seinem Apostolischen Schreiben „Gaudete et exsultate“ (Nr. 141-142) dazu. Was das heißt und wie das Gestalt annehmen kann erfuhren die Jugendlichen hier aus erster Hand.

Geschichte und Kultur Mexikos

Um die Geschichte und Kultur Mexikos besser zu verstehen, besichtigte die Gruppe aus Deutschland das Historische Museum im Zentrum von Mexiko-Stadt. An einem anderen Tag besuchten sie die Basilika „Unserer Lieben Frau von Guadalupe“. Dieser Ort strahlt einen lebendigen Glauben aus: Infolge der Marien-Erscheinungen fanden acht Millionen Menschen den Weg zu Christus und der Kirche.

Im Stadtzentrum von Mexiko findet sich noch jener Ort, an dem im 14. Jahrhundert nach den aztekischen Riten zehntausende Menschen das Leben verloren. Heute steht hier eine Kathedrale auf den Resten der Pyramiden.

„Die mexikanische Hauptstadt bietet eine Fülle von Überraschungen und Erlebnissen: Wir trafen eine Gruppe aus Paraguay, die wie wir zum Weltjugendtag unterwegs war, und haben in der Fußgängerzone die Passanten mit deutschen Liedern erfreut“, lässt P. Martin seine „Follower“ auf Facebook an der Reise teilhaben.

Außerdem besuchte die Gruppe die Dörfer Tepoztlan im Süden von Mexiko-Stadt und Huilotepec, wo die Jugendlichen sich als Missionare einbrachten, sowie die Pyramiden von Teotihuacán.

Zeugnisse als Stärkung im Glauben

„Wieder zurück in Mexiko-Stadt besuchten wir ein Regnum-Christi-Zentrum im Süden der Stadt. Dort empfing uns P. Joseph Burtka LC, der mehrere Jahre als Novizenmeister in Deutschland tätig war. Sehr bewegend war für uns das Zeugnis der Leiterin der Frauen-Sektion des Regnum Christi, die durch mehrere schwere Schicksalsschläge zum Glauben kam“, erzählt P. Martin weiter.

Ein Ausflug führte die Teilnehmer zu den für Mexiko typischen Markt von Coyacán und anschließend zu Pfarrer Mathias Faustmann in der deutschen Pfarrei von Mexiko. Dort feierten sie die hl. Messe am Gedenktag der hl. Agnes, der Patronin des ECYD, und erfuhren, dass die Pfarrei auch eine Reliquie des mexikanischen Märtyerjungen José Sánchez del Río aufbewahrt, der ebenfalls Patron des ECYD ist. Anschließend berichtete Pfarrer Faustmann von seinem Glaubensweg in der ehemaligen DDR sowie von seinen eigenen Weltjugendtagerfahrungen.

„Nach dem Morgengebet besuchten wir heute das Schloss Chapultepec, ein wichtiger Ort mexikanischer Geschichte. Am Nachmittag bot ein von P. Georg im Regnum-Christi-Vita-Zentrum gehaltener Einkehrtag Zeit, die vielfältigen Erfahrungen der letzten Tage ins Gebet zu tragen. Am Abend besuchte uns Félix Sánchez, einer der 12 ersten Mitglieder des Regnum Christi in Mexiko und berichtete von seinen Erfahrungen, seiner Verarbeitung der Gründer-Krise und seinem apostolischen Engagement. Damit endete unser Pilgerweg in Mexiko“, schließt P. Martin seine Berichte auf dem Weg zum Weltjugendtag 2019.

„Siehe, ich bin die Magd des Herrn“

Vom 22. bis 27. Januar 2019 fand in Panama der XXXIV. Weltjugendtag statt. Er stand unter dem Leitwort „Siehe, ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe, wie du es gesagt hast“ (Lk 1,38). Mehr als 200.000 junge Menschen aus 155 Ländern, darunter rund 2.300 aus Deutschland, feierten bei diesem katholischen Großereignis gemeinsam, beteten, vertieften und bezeugten ihren Glauben und lernten konkret die soziale Realität des Landes kennen.

Die Jugendlichen des Regnum Christi aus Deutschland kamen am Donnerstag, den 24. Januar, in Panama an.

P. Martin Baranowski LC erinnert sich: „Wir sind auf dem Weltjugendtag angekommen: Auf den Straßen sahen wir viele junge Leute aus aller Welt, die sangen, den Glauben feierten und gemeinsam unterwegs waren. Schon in der Metro auf dem Weg in die Stadt wurde der Papst mit einer Botschaft übertragen. Am Vormittag nahmen wir an der deutschsprachigen Katechese teil, die von einem Team aus dem Erzbistum Paderborn gestaltet und von Weihbischof Jörg Michael Peters gehalten wurde. Die hl. Messe feierte dann der französische Bischof von Metz auf deutscher Sprache mit fünf weiteren Bischöfen sowie etwa 20 Priestern.

Am Abend begrüßten wir Papst Franziskus an der Cinta Costera – einige sahen ihn ganz nah vorbeifahren. In seiner Begrüßung sprach der Heilige Vater ausgehend von dem Evangelium der Hochzeit von Kana (vgl. Joh 2) über die Eigenschaften der wahren Liebe, die Christus vorlebt und die Maria nachahmt. Zu dieser Nachahmung lud uns der Nachfolger Petri ein.“

Ein weiterer Höhepunkt war an diesem Tag das abendliche Kreuzweggebet mit Papst Franziskus. In seinem Abschlussgebet wiederholte der Heilige Vater immer wieder, dass sich der Leidensweg des Herrn auch in den Sorgen, Problemen und Leiden der heutigen Menschen – Kindern, Jugendlichen, Familien und alten Menschen – fortsetzt, und dass in allen Christen, nach dem Beispiel Marias, eine feste und liebevolle Nähe zu Christus in seinen Brüdern und Schwestern wachsen soll.

Mit Jesus zu gehen ist immer eine Gnade und ein Risiko. Eine Gnade, weil es uns dazu bringt, im Glauben zu leben und Jesus zu erkennen, in sein tiefstes Inneres vorzudringen und die Kraft seines Wortes zu begreifen. Es ist aber auch ein Risiko, weil die Worte Jesu, seine Gesten und Handlungen der Mentalität der Welt entgegenstehen: der menschlichen Ruhmsucht sowie ihrem Hang zu einer Wegwerfkultur und zur Lieblosigkeit.“

(Papst Franziskus, Ansprache vor dem Kreuzweg am Freitag, den 25. Januar)

Einflussreichste Frau der Weltgeschichte

Am Samstagabend (26. Januar) hielt Papst Franziskus in Panama eine festliche Gebetsvigil mit den Jugendlichen. Den jungen Menschen schlug er Maria als diejenige vor, die in ihrer Kleinheit und ohne es zu wollen, die Weltgeschichte mehr als jede andere beeinflusst hat. Eine „Influencerin Gottes“ sei sie gewesen, formulierte der Papst. In seiner Predigt erinnerte er die jungen Teilnehmer daran, dass sie nicht die Zukunft seien, sondern die Gegenwart, das Jetzt Gottes, das Heute der Kirche und der Welt. Das Video von der Vigil und den vollständigen Text der Ansprache hat „Vatican News“ im Internet veröffentlicht.

Gott ist konkret im Alltag da

Nicht immer glauben wir, dass Gott so konkret und im Alltag anwesend sein kann, so nah und wirklich; und noch weniger, dass er sich durch eine bekannte Person, einen Nachbar, einen Freund oder einen Familienangehörigen so gegenwärtig macht und durch sie handelt“, sagte Papst Franziskus in seiner Predigt am Sonntag, den 27. Januar, zum Abschluss des Weltjugendtags. Das Video und den vollständigen Text der Predigt hat „Vatican News“ im Internet veröffentlicht.

Ihr seid das Jetzt

Solange es junge Generationen gebe, die wie Maria ihr „Fiat“, ihr „Ja“ zu Gott sagen könnten, habe die Welt eine Zukunft, sagte Papst Franziskus rückblickend auf den Weltjugendtag während der Generalaudienz in Rom am 30. Januar. Besonders beeindruckt habe es ihn, so viele Menschen stolz ihre Kinder hochhalten zu sehen, als er im Papamobil vorbeifuhr, erinnerte er sich. Eine Geste, die angesichts des „demographischen Winters in Europa“ besonders bedeutsam gewesen sei. Die ansteckende Fröhlichkeit der jungen Menschen habe diesen Weltjugendtag zu einem wahren Fest werden lassen, einem Fest für ganz Lateinamerika, das so dringend Hoffnung auf Frieden und Gerechtigkeit brauche, gab Franziskus zu bedenken. 

Der nächste Weltjugendtag wird 2022 in der portugiesischen Hauptstadt Lissabon stattfinden.

Wie die Jugendlichen den Weltjugendtag erlebten

„Der Weltjugendtag in Panama hat mir neue Hoffnung für die Zukunft der Kirche geschenkt. Ich habe so viele junge Christen gesehen, die mit solcher Begeisterung und Leidenschaft ihren Glauben gefeiert haben. Diese unglaubliche Freude und Liebe zu Jesus Christus, die ich in den Gesichtern vieler Jugendlicher gesehen habe, hat mir gezeigt, dass wir seinetwegen da sind. Er hat uns zusammengeführt. Und diese geisterfüllte, lebendige und leidenschaftlich tiefe Kirche ist nicht nur seine Zukunft, sondern auch schon seine Gegenwart.“

Maria-Helene Langer

„Für mich war es ein sehr starkes Glaubenszeugnis zu sehen, wie viele Jugendliche sich zum Weltjugendtag in Panama versammelt und mit welchem Eifer die Teilnehmer gebetet haben und beim Programm dabei waren.“

Elias Graf

„Also der Weltjugendtag war 2019 wieder genauso beeindruckend wie damals in Krakau. Am Wichtigsten war für mich eigentlich der Freitag, da für mich das so der Tag der Umkehr ist. Und besonders an diesem Tag wird einem wieder bewusst, dass der ganze Weltjugendtag eine Gelegenheit ist, sein Leben neu zu überdenken und eventuell einen Neuanfang zu wagen. Bis jetzt hat der Weltjugendtag immer etwas in meinem Leben verändert, sei es durch die ganzen inspirierenden Begegnungen mit Menschen von überall auf der ganzen Welt oder einfach nur durch die Erfahrung der Begegnung mit Jesus. Mal davon abgesehen gibt es nichts Schöneres, als mitten in der Nacht mit hundert anderen Jugendlichen zu tanzen und Spaß zu haben. Und zwischendurch mal wieder das eine oder andere verrückte Foto zu schießen... :-)“

Maria Braun

„Nach diesem Weltjugendtag habe ich neue Hoffnung für die katholische Kirche. Wir waren so viele junge Menschen, die wirklich authentisch an der heiligen Messe und an der Anbetung teilgenommen haben. Papst Johannes Paul II. hatte wirklich Recht: Der Frühling der katholischen Kirche kommt.“

Pius Berktold

„Für mich war der Weltjugendtag ein sehr ermutigendes Ereignis. Zu sehen wie viele Jugendliche mit Eifer an Gott glauben hat mir Mut gegeben. Auf der anderen Seite war es aber auch einfach unglaublich, dass zehntausende Menschen in Stille vor dem Herrn knien und ihn anbeten. Ich bin der festen Überzeugung, dass jeder, der mit Zweifeln dahingeht, ohne wieder rausgeht und jeder, der schon mit einem steinharten Glauben hineingeht, mit einem aus Stahl wieder rausgeht.“

Lorina von Stengel

„Das war mein fünfter WJT und er hat nichts an seinem Glanz und Schönheit verloren. Es ist immer wieder beeindruckend, dass hunderttausende junge Menschen ein Fest des Glaubens feiern, singen, sich freuen aber im nächsten Moment ins tiefe Gebet und in die Stille gehen, um den zu begegnen, wegen dem sie da sind: Jesus.“

Natalie Klaja

Additional Info

  • Untertitel:

    23 Jugendliche des Regnum Christi und Legionäre Christi aus Deutschland reisten zum Weltjugendtag mit Papst Franziskus nach Panama.

  • Datum: Ja
  • Druck / PDF: Ja
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