Montag, 10. September 2018

Gott ist gut

Ordensprofess von drei Novizen und zwei Neueintritte ins Noviziat der Legionäre Christi in Neuötting-Alzgern

Br. Benedikt, Br. Diego und Br. Mario (vlnr) bei der ProfessBr. Benedikt, Br. Diego und Br. Mario (vlnr) bei der ProfessAm 8. September legten Br. Mario Ciaston, Br. Diego Dávalos und Br. Benedikt Mohr in einem feierlichen Gottesdienst in der Basilika St. Anna in Altötting ihre ersten Ordensgelübde für zunächst zwei Jahre ab. Mit der Profess endet ihre zweijährige Vorbereitungszeit auf das Ordensleben. Zwei junge Männer (aus Deutschland und Polen) traten am Vorabend der Profess neu ins Noviziat in Neuötting-Alzgern ein.

Die jungen Männer gelobten vor etwa 300 Gläubigen, in Armut, Keuschheit und Gehorsam zu leben. Der Gottesdienst fand auch in diesem Jahr, dank der Gastfreundschaft der Kapuziner, in der Basilika St. Anna statt. Zur Feier angereist waren neben den Eltern und Verwandten der Professen auch zahlreiche Priester und Ordensleute der Legionäre Christi aus Österreich, Deutschland und Mexiko. An der Konzelebration nahmen auch weitere Diözesan- und Ordenspriester aus dem Bistum Passau teil.

Viele der Gottesdienstbesucher folgten anschließend der Einladung zum Empfang mit Programm ins Noviziat nach Neuötting-Alzgern. Der Gottesdienst wurde außerdem live im Radio durch „Radio Horeb“ übertragen.

Br. Benedikt LC und P. Valentin Gögele LCBr. Benedikt LC und P. Valentin Gögele LCOrdensprofess ist ein mehrfaches „Ja“

Seine Predigt leitete Pater Valentin Gögele LC (Ordensprovinzial der Legionäre Christi für West- und Mitteleuropa) mit der Frage ein: „Wenn Gott wirklich Gott ist, wer ist er dann in meinem Leben? Und wer bin ich dann für ihn?“ Er hob hervor, dass es darum gehe, dass Gott in unserem Leben nicht nur eine „Rolle“ spiele, sondern dass er der „Regisseur“ sei. „Gott hat uns zuerst geliebt und uns erwählt.“ Glauben, hoffen und lieben, verbände sich deshalb im Leben mit einer echten Gotteserfahrung, die uns durchrütteln kann. „Was gibt es größeres als die Liebe Gottes? Er kennt jeden einzelnen von uns, er kennt uns durch und durch, nichts ist ihm verborgen“, so P. Valentin. Eine wichtige Erfahrung in seinem Leben wäre es gewesen, dass Gott nicht einfach nur gut, sondern immer gut sei. An die drei Professkandidaten gewandt sagte er: „Das ‚Ja‘ der Neuprofessen heute zur engeren Nachfolge Christi ist auch ein lautes ‚Ja‘ zu Gott und seinen Plänen, ein ‚Ja‘ zur Kirche – gerade auch in der aktuell stürmischen Zeit – ein ‚Ja‘ zur Mission, der Bereitschaft mit aufzubauen, was vielleicht gerade brachliegt, ein ‚Ja‘ zum Leben und zum Menschen, ein ‚Ja‘ zur Gemeinschaft und zur Liebe.“

Direkt nach dem Ablegen der Profess erhielten die Ordensbrüder je ein Kreuz als ihren künftig einzigen unmittelbar persönlichen Besitz. Dies symbolisiert, dass sie ihr ganzes Leben Gott anvertrauen.

„Ohne die Unterstützung so vieler hätte ich meine Berufung verloren“

„Jeder unserer jungen Brüder musste lernen, sich auf die Sprache Gottes einzustellen, gerade in der Frage ihrer Berufung zum Priestertum. Gott hat seine eigene Weise, sich durch Ereignisse oder Personen mitzuteilen. Er weiß, wie begrenzt wir Menschen in unserem Denken und Handeln sind, und lockt uns aus unseren engen Sichtweisen heraus – in seine Heilspläne für jeden von uns“, beschreibt Novizenmeister Pater Konstantin Ballestrem LC den Weg der drei Neuprofessen.

Welche Erfahrungen konnten sie in den vergangenen zwei Jahren im Noviziat sammeln und was hat Sie bewegt, Ordensmann bei den Legionären Christi werden zu wollen?

„Ohne die Unterstützung so vieler durch Gebet und Opfer hätte ich den inneren Kampf um meine Berufung verloren“, sagt Br. Mario Ciaston rückblickend auf die letzten zwei Noviziatsjahre. Bruder Mario ist 22 Jahre alt, kommt aus einer polnisch-stämmigen Familie mit neun Kindern und ist in Schwaben aufgewachsen. Beeindruckt vom Vorbild des heiligen Johannes Paul II., der fest in der kirchlichen Tradition verwurzelt Neues wagte, begann er seinen geistlichen Weg bei religiösen Freizeiten in Polen und dann als Coworker im Regnum Christi. Dort erfuhr er tiefe Freude, Jugendlichen zu einer Begegnung mit Gott zu verhelfen, was in ihm den Gedanken an das Priestertum weckte. Br. Mario schildert den Weg seiner Berufungsfindung als inneren Kampf zwischen starker Anziehung und auch auftretenden Unsicherheiten. Darin erkannte er schließlich, dass Gott ihn um sein freies Ja bittet. Er sagt: „Die Unterstützung anderer für mich durch Gebet und Opfer war eine existenzielle Erfahrung, aus der heraus ich Gott dieses Ja nun froh geben kann.“

Bruder Diego ist 20 Jahre alt, stammt aus einer Familie mit sieben Kindern in Mexiko und besuchte dort eine Apostolische Schule unserer Ordensgemeinschaft. Im vorletzten Schuljahr hatte er wegen einer Erkrankung viel Zeit zum Nachdenken und dabei kam in ihm der Wunsch auf, alles für ein Leben in echter Liebe einzusetzen. Und er spürte, dass er dies für sich in einem Leben ganz für Gott und die Menschen finden würde. Auch ihm sagte Gott nicht: „Du sollst!“ Vielmehr erkannte er im Noviziat, dass der Weg zum Ordenspriestertum seiner innersten Sehnsucht entspricht und er selbst frei Ja dazu sagen möchte. Ins Noviziat nach Deutschland führte ihn auch sein Wunsch, hier das Regnum Christi kennen zu lernen.

Ähnlich ging es Bruder Benedikt, 21 Jahre alt, der als Ältester mit vier Schwestern in einer Allgäuer Familie aufwuchs. Er lernte die Legionäre Christi schon früh durch die Apostolate NET für Kinder und ECYD für Jugendliche kennen. Mit zwölf Jahren dachte er zum ersten Mal an das Priestertum, fand das „Leben als Legionär Christi aber zu anstrengend“. Erst nach der Pubertät kam der Gedanke in ihm wieder auf. Denn er spürte große Erfüllung, wenn er anderen zuhören und ihnen einen Rat geben konnte. „Seelsorge habe ich schon immer gerne gemacht, bis mir klar wurde, das macht ja auch ein Priester“, sagt er selbst dazu. Nach seinem Abitur absolvierte er erst einmal ein Coworker-Jahr im Regnum Christi in den USA. Und da wurde ihm schnell klar, dass dies sein Weg ist.

Der weitere Weg der drei jungen Männer wird sie nach der Profess für die nächsten zwei Jahre in die USA führen, um dort Humanistische Studien zu absolvieren.

Noviziat: eine zweijährige Probezeit

Vor ihrer ersten Profess hatten die neuen Ordensleute eine zweijährige Probezeit, das Noviziat, absolviert. In dieser Zeit nutzten die jungen Männer die Möglichkeit, in der Stille und Zurückgezogenheit des Noviziats ihrer Berufung zum Ordensleben und Priestertum gezielt nachzugehen. Geprägt ist diese Phase durch das Gebet, die Vertiefung der eigenen Beziehung zu Gott, der Kenntnis der Kongregation, ihrer Spiritualität und ihrer pastoralen Arbeitsbereiche. Am Ende dieser Zeit legten die jungen Männer, die ihrer Berufung sicherer geworden sind, nun ihre ersten zeitlichen Gelübde ab, zunächst für zwei Jahre. Nach dem Noviziat werden sie ihre Ausbildung mit den humanistischen Studien fortsetzen, an die sich ein Philosophie- und Theologiestudium sowie ein Pastoralpraktikum anschließen.

 

 

Additional Info

  • Untertitel:

    Ordensprofess von drei Novizen und zwei Neueintritte ins Noviziat der Legionäre Christi in Neuötting-Alzgern

  • Kategorie News : Aktuelles aus anderen Bereichen
  • Datum: Ja
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  • Region: Deutschland, Österreich
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