Montag, 20. November 2017

Wer liest schon die ganze Bibel?

Lesen Sie hier die Rezension eines katholischen Bloggers zum Buch "Genesis" von Pater Anton Vogelsang LC.

Es ist ja nicht so, als ob es an gutem Willen unter uns Christen mangelte, sich der Bibel zu nähern. Sie ist unser Buch, auch wenn unsere Religion keine Buchreligion ist. Jedenfalls ist aber die Bibel das Dokument, in dem Gott sich offenbart, vordergründig durch die Geschichten, in denen er sich anderen Menschen offenbart hat. Wer also die Bibel nicht kennt, kann kaum von sich behaupten, wirklich alle Möglichkeiten zu nutzen, Gott – den eigenen Vater – richtig kennenzulernen. Mancher beschränkt sich lieber auf das Neue Testament, sei es weil es die vermeintlich einfacheren Geschichten sind, sei es, weil „der Gott des Alten Testaments“ so wenig mit dem liebenden Gott zu tun zu haben scheint, den man aus dem Neuen zu kennen glaubt. Dabei ist jedem eigentlich klar, dass der Gott des Alten Testament kein anderer als der Gott des Neuen Testaments ist, es nicht sein kann. Um aber die scheinbaren Widersprüche im Charakter Gottes zu verstehen, bleibt einem nichts übrig, als in diesem Sinne die ganze Bibel zu studieren und die Geschichten des Alten im Licht des Neuen und die Geschichten des Neuen im Licht das Alten Testaments zu deuten. An diese nicht eben einfache Arbeit macht sich Pater Anton Vogelsang in seinem im Sommer erschienen Buch „Genesis – Ein Krimi mit Folgen“.

Die Bibel als Liebesgeschichte Gottes mit den Menschen

Angelegt ist das Buch als erster Teil einer hoffentlich noch langen Reihe von Büchern, in denen Pater Anton, Mitglied der Priesterkongregation der Legionäre Christi, den Nachweis einer Kernbotschaft angehen will: Die Bibel ist eine einzige Liebesgeschichte Gottes mit den Menschen! Um das aber zu verstehen, muss man über das geschriebene Wort hinausgehen und in der Bibel, in dem Fall im Buch Genesis, die Zeichen zu lesen verstehen, die auf den Bund Jesu mit der ganzen Menschheit hindeuten. Pater Anton Vogelsang nimmt den Leser dabei an die Hand und spart nicht mit Schriftstellen, die zum Beispiel verdeutlichen, warum der Untergang der Stadt Sodom eben nicht die Geschichte eines rachsüchtigen Gottes ist, sondern im Gegenteil die Geschichte des unbedingten Wunsches Gottes, die Menschen zu retten – aber auch die Geschichte der Freiheit, die Gott den Menschen schenkt, respektiert und ihn deshalb auch nicht gegen seinen erklärten Willen rettet.

In vier Kapitel legt Pater Anton Vogelsang mit dieser Überzeugung das erste Buch der Bibel aus. Er spart dabei auch nicht mit Hinweisen, dass es durchaus auch andere Möglichkeiten der Bibelarbeit gibt, die durchaus auch ihre Legitimation haben. Seine allerdings ist schon alleine deshalb wichtig, weil dadurch die scheinbaren Widersprüche zwischen den Büchern aufgelöst werden, die uns Christen immer wieder entgegengehalten werden. Wer auf solche Vorwürfe adäquat reagieren will, ist gut beraten, ein wenig bibelfester zu werden. Pater Anton führt dabei zunächst in die Lehre der Kirche über das Wesen der Bibel ein, die eben nicht nur Menschen als Urheber hat, andererseits aber auch nicht einfach von Gott diktiert ist. Im zweiten und dritten Kapitel geht es um erst um Schöpfung und Sündenfall und anschließend um die Geschichte der Patriarchen.

Gott besser kennenlernen

Die hierin immer wieder zwischen Gott und den Menschen geschlossenen Bünde, beginnend mit Adam und Eva, im Buch Genesis endend mit dem Bund zwischen Gott und Abraham und seinen Nachkommen, zuletzt der Bund mit David und dem Volk Israel, werden im vierten Kapital als das gedeutet, was sie eigentlich sind: Als ein einziger, immer weiter gefasster Bund zwischen Gott und zunächst einzelnen Menschen und Völkern, der sein eigentliches Ziel erst im Bund zwischen Gott, Jesus und den Menschen findet. Damit ist der Bogen gespannt vom biblischen Anbeginn der Welt bis zu unserem heutigen Glauben an Jesus Christus als den Sohn Gottes, der für uns gestorben und auferstanden ist. Wer glaubt, mit Letzterem schon alles zu wissen, der kennt von Gott, auch von seiner göttlichen „Pädagogik“ nicht mal die Hälfte. Natürlich, so mag man sagen, könnte das auch der wichtigere Teil sein; niemand wird dadurch zu einem schlechten Christen, weil er die Geschichten des Alten Testaments nicht kennt oder nicht zu deuten weiß. Aber wer wollte Gott, den Vater und Freund, nicht besser kennenlernen?

Dazu ist das Pater Anton Vogelsangs Buch erstens eine Einladung und zweitens eine Anleitung. Ich kann nur jedem empfehlen, sie anzunehmen und zu nutzen.

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Pater Anton Vogelsangs „Gensis – Ein Krimi mit Folgen“ ist im Juni 2017 bei Catholic Media erschienen und kostet EUR 9,99. Die kindle e-book Ausgabe dieses Buches ist bei amazon erschienen und kann für EUR 5,99 auf heruntergeladen werden. 

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Diese Rezension ist zunächst am 23. Oktober 2017 auf dem Blog „Papsttreuer Blog“ des Diplombetriebswirts Felix Honekamp erschienen.

Additional Info

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    Lesen Sie hier die Rezension eines katholischen Bloggers zum Buch "Genesis" von Pater Anton Vogelsang LC.

  • Kategorie News : Aktuelles aus anderen Bereichen
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  • Region: Deutschland
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