Mittwoch, 18. Januar 2017

Ein Pater für 44 Kirchen

Pater Jiri Brabec LC berichtet von seiner Missionsarbeit in Quintana Roo in Mexiko.

Als Papst Franziskus im Februar 2016 Mexiko besuchte, war Pater Jiri Brabec mitten unter den freudigen Menschen, die dem Papamobil zuwinkten. Er begleitete damals eine Gruppe aus einer mexikanischen Pfarrgemeinde. Aber wie ist es Pater Jiri seitdem in Mexiko ergangen? In einem Brief an Freunde und Wohltäter erzählt er davon, was er während dieses Missionsaufenthaltes im Ursprungsland seines Ordens bisher erlebt hat.

Im Sommer 2016 wurde mein Dienst in den Missionen bestätigt und der Bischof hat mich zum Pfarrer jener Gemeinde ernannt, in der ich bisher als Vikar tätig war. Sie können sich vorstellen was das bedeutet: Von einem „Aushilfs-Priester“ zum Verantwortlichen für die Pastoral, die ganze Verwaltung und die Projekte der Pfarrgemeinde werden, bedeutet eine Umstellung. Da denke ich mit großer Dankbarkeit und der Bitte um Beständigkeit an diejenigen, die für meinen priesterlichen Dienst beten und ihn unterstützen!

„Man hat die Sehnsucht nach Vergebung gespürt!“

Um das Jahr der Barmherzigkeit auch in den Gemeinden in Quintana Roo zum Leuchten zu bringen und meinen Pfarrkindern die Gnaden des Jubiläums nicht entgehen zu lassen, habe ich zur Wallfahrt des Dekanats zur Heiligen Pforte in unserer Gemeinde eingeladen. Die Resonanz war groß, obwohl die Anreise nicht leicht war, da unser Dekanat flächenmäßig größer ist als so manche deutsche Diözese. Manche haben gesagt: „So etwas haben wir hier noch nicht gehabt“. Ja, es war eine schöne Messe draußen, eine Predigt mit Aufruf zur Begegnung mit der Barmherzigkeit Gottes, Gelegenheit zur Beichte, große Fürbitten mit Bildzeichen zu den 14 Werken der Barmherzigkeit, eine Prozession zur Heiligen Pforte und eucharistische Anbetung. Viele schöne Erlebnisse konnten wir im Vorbereitungsteam dann miteinander teilen. Die Woche darauf haben wir das Jubiläum der Barmherzigkeit im Gefängnis gefeiert – bei denen, die nicht zur Wallfahrt gehen konnten. Man hat die Sehnsucht nach Vergebung gespürt! Ein Mann wollte zum ersten Mal beichten, obwohl er noch keine Erstkommunion empfangen hatte. Daraufhin wollten wir ihn auch auf die Erstkommunion vorbereiten, aber als die Katecheten kamen, haben sie ihn nicht mehr gefunden: er war gerade frühzeitig entlassen worden. Stattdessen haben sie gefragt, wer sonst Gott näher kommen und das Evangelium kennen lernen möchte. Da haben sich spontan 11 Männer gemeldet! Da sieht man, wie die Gnade Gottes wirkt und wir sind gerufen, uns diesem Wirken zur Verfügung zu stellen!

Die Kirche war übervoll...

Im November 2016 haben wir mit unserem Bischof die Schließung der Heiligen Pforte gefeiert – just im selben Moment wie in Rom. Die Gemeinde hatte es wirklich schön vorbereitet und unser Bischof war von dem Empfang besonders durch die Kinder und ihre Ansprache gerührt. Dabei gab es dann auch meine feierliche Einführung als neuer Pfarrer. Die Kirche war übervoll, viele sind in traditioneller Tracht gekommen und man konnte den Geist des Glaubens und Dankbarkeit spüren. Schließlich haben wir Christkönig gefeiert – auch das Patronatsfest einer unserer Kirchen. Dieses Fest der Liturgie wurde eigentlich hier in Mexiko inspiriert, als man während der Christenverfolgung in den Zwanzigerjahren des letzten Jahrhunderts mit dem Ruf „Viva Cristo Rey“ (Es lebe Christus, der König) Zeugnis für den Glauben ablegte.

44 Kirchen in 34 Dörfern

Ich habe meine neue Sendung mit viel Mut und Hingabe angetreten. Vieles hier muss erst noch gebaut werden – z.B. Räume für Katechismus-Unterricht oder auch drei Kirchen, die sich seit Jahren in verschiedenen Bauphasen befinden. Dazu kommt die Betreuung von 35 Dörfern im Umland mit insgesamt 44 Kirchen und Kapellen. Ich habe nur einen 82-jährigen, sehr eifrigen Pfarrvikar und alle Abendaktivitäten hängen allein von mir ab. Ich darf weitergehen im Vertrauen auf die Gnade Gottes und auch auf das Gebet von vielen mir verbundenen Menschen. Ich kann alleine nicht viel tun – vieles ist für mich einfach neu, ich kenne mich auch in vielen praktischen Sachen nicht genau aus. Aber es gibt Leute, die mitarbeiten und sich zur Verfügung stellen, um dem Evangelium Jesu Christi zu dienen. Das freut mich am meisten.

Mit meinem priesterlichen Segen,

Ihr P. Jiří Brabec LC

 

P.S. Sie erreichen Pater Jiri Brabec postalisch unter nachfolgender Adresse. Bitte beachten Sie, dass Briefe nach Mexiko wenigstens 2 Monate unterwegs sind.

Casa Cural Calle 66 con 69 # 782,

Col. Centro C.P.77200,

Felipe Carrillo Puerto (Quintana Roo)

MEXICO

 

Wenn Sie die Missionsarbeit von Pater Jiri finanziell unterstützen möchten, können Sie dies mit einer Spende auf folgendes Konto tun:

Legionäre Christi e.V.

Pax Bank Köln

IBAN: DE45 3706 0193 0032 4200 10

BIC: GENODED1PAX

Verwendungszweck: DLCJB.

 

Vergelt’s Gott!  

Additional Info

  • Untertitel:

    Pater Jiri Brabec LC berichtet von seiner Missionsarbeit in Quintana Roo in Mexiko.

  • Kategorie News : Aktuelles aus anderen Bereichen
  • Datum: Ja
  • Druck / PDF: Ja
  • Region: Deutschland, International
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