Mittwoch, 22. Juni 2016

Fünf „Antidepressiva“ für mehr Glaubenssubstanz

P. Karl Wallner OCist zu Besuch bei „Theologie vom Fass“ in Linz

„Bock auf Gott? Bitte noch mehr Opium!“ Pater Dr. Karl Wallner, bekannter Zisterziensermönch, Rektor der Theologischen Hochschule Heiligenkreuz und zukünftiger Nationaldirektor der päpstlichen Missionswerke in Österreich, hatte für seinen Vortrag bei „Theologie vom Fass“ in Linz einen höchst ungewöhnlichen Titel gewählt. Dieser war vor allem eine Anspielung auf den 2006 verstorbenen Journalisten und Publizisten DDr. Günter Nenning, der ein Querdenker und Brückenbauer zwischen Marxismus und Christentum war und sich selbst politisch als "Rot-Grün-Halbschwarzer" bezeichnete. Nenning betitelte eines seiner späten Bücher, in denen er sich mit dem Glauben auseinandersetzte, mit „Mehr Opium, Herr! Rückwege zur Religion.“

„Der christliche Glaube zischt in unseren Breiten nicht“, diagnostizierte Pater Karl Wallner. Er empfahl den Zuhörern statt Opium freilich eine andere Arznei. Christen bräuchten hierzulande Antidpressiva, um wieder zu mehr Glaubenssubstanz zu kommen, vertrat Pater Karl, und zählte fünf auf:

 

1) Das große Ziel: Religion gibt Sinn/Ziel/Hilfe im Leben!

2) Eine lebendige Verbindung zu Gott: Gebet erfüllt innerlich!

3) Stärke im Glauben: Sei mutig!

4) „Give something back“: Gib etwas weiter!

5) Hingabe: Du gewinnst, wenn du alles verschenkst!

 

zu 1) Das Christentum ist die eschatologische Religion! Ostern! Das leere Grab ist der Wendepunkt zu einem erfüllten Leben mit Gott.

(Eschatologie [ɛsça-] (aus altgriechisch τὰ ἔσχατα ta és-chata ‚die äußersten Dinge‘, die letzten Dinge‘ und λόγος lógos ‚Lehre‘) ist ein theologischer Begriff, der die prophetische Lehre von den Hoffnungen auf Vollendung des Einzelnen (individuelle Eschatologie) und der gesamten Schöpfung (universale Eschatologie) beschreibt. Man versteht darunter auch die Lehre von den sogenannten letzten Dingen und damit verbunden die „Lehre vom Anbruch einer neuen Welt“. Das heißt: Die Christen haben die Hoffnung!

zu 2) Wenn ich nicht weiß, wozu ich lebe, dann bleibt nur die Droge. Wir müssen antreten gegen die innere Sinnesleere! Nur Gott kann diese Leere füllen, dazu braucht es eine Schule des Gebets. Gebet muss so sein, dass wir Gott zulassen. Lass eine persönliche Beziehung zu Gott zu!

zu 3) Stark werden im Glauben: Der Glaube soll auch öffentlich spürbar und sichtbar sein! Das Ausstrahlen nach außen, was innerlich da ist, fehlt. Europa ist der einzige Kontinent, wo du dich fürs Christsein schämst. In Europa gibt es schon lange einen ideologischen Kampf gegen das Christentum… Füllen wir doch einmal im Jahr ein großes Stadion und feiern wir Jesus Christus, loben und preisen wir ihn!

zu 4) „Give something back“ ist ein Satz von Arnold Schwarzenegger. Wovon das Herz voll ist, geht der Mund über. Das bedeutet für uns Christen also: Apostolat! Lass dich von Gott ansprechen und anleiten! Liebe möchte immer überfließen. Gebt die Begeisterung weiter! Wir haben das beste Produkt, aber das schlechteste Marketing.

zu 5) Geben ist seliger denn nehmen (Paulus). Sein Leben gewinnen, indem man es gibt. Selbstlosigkeit heißt zu geben ohne zu zählen/schauen – auch dann, wenn man das Gefühl hat, ausgenützt zu werden, kann Gott (Großes) wirken.

 

Ein herzliches Dankeschön an P. Karl für seine aufmunternden und mitreißenden Worte!

 

Der Vortrag ist auf Soundcloud nachzuhören.

Weitere Infos zu Theologie vom Fass finden Sie hier.

Informationen zu Stift Heiligenkreuz finden Sie hier.

 

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    P. Karl Wallner OCist zu Besuch bei „Theologie vom Fass“ in Linz

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