Freitag, 17. Juni 2016

Die Kirche ist jung!

Kongregation für die Glaubenslehre veröffentlicht Dokument über die Beziehung von kirchlicher Hierarchie und Neuen Geistlichen Gemeinschaften.

Wie schon 2015 nahmen auch in diesem Jahr zahlreiche Jugendliche an der YouMOVE des Regnum Christi in Würzburg teil.Wie schon 2015 nahmen auch in diesem Jahr zahlreiche Jugendliche an der YouMOVE des Regnum Christi in Würzburg teil.Die Kirche lebt. Und die Kirche ist jung. Sie trägt die Zukunft der Welt in sich und zeigt daher auch jedem einzelnen den Weg in die Zukunft. Die Kirche lebt – sie lebt, weil Christus lebt, weil er wirklich auferstanden ist.“ Das sagte Benedikt XVI., als er 2005 sein Pontifikat begann. Mittlerweile ist er emeritiert, aber der Satz „Die Kirche ist jung“ bleibt auch unter seinem Nachfolger Franziskus aktuell.

„Die Kirche wird durch die Kraft des Evangeliums verjüngt“

Das Schreiben der Kongregation für die Glaubenslehre, das am 14. Juni dieses Jahres im Vatikan vorgestellt wurde, geht sogar noch weiter und benennt im Titel „Iuvenescit Ecclesia“ die Kirche als eine „sich Verjüngende“. Über das Schreiben, das sich mit den Beziehungen der kirchlichen Bewegungen und der neuen geistlichen Gemeinschaften zur kirchlichen Hierarchie beschäftigt, erklärt der Vorsitzende der Arbeitsgruppe der Deutschen Bischofskonferenz für die kirchlichen Bewegungen und neuen geistlichen Gemeinschaften, Weihbischof Heinrich Timmerevers (ernannter Bischof von Dresden-Meißen): „Die neuen geistlichen Gemeinschaften gehören heute zum Leben und Wirken der Kirche auch in Deutschland dazu. Sie bilden eine große Ressource der Erneuerung für die Kirche und die dringende pastorale und missionarische Neuausrichtung des ganzen kirchlichen Lebens.

Die Kirche wachse durch Anziehung, schrieb Papst Franziskus in seinem Apostolischen Schreiben Evangelii gaudium. Die Begeisterung für Jesus Christus, ein intensives Glaubensleben und die geschwisterliche Gemeinschaft von Priestern und Laien in den kirchlichen Bewegungen und neuen geistlichen Gemeinschaften üben eine solche Anziehungskraft aus.

Laien, Ordensleute und Priester im direkten und ständigen Austausch - eine Besonderheit im Charisma und Wirken des Regnum Christi. Laien, Ordensleute und Priester im direkten und ständigen Austausch - eine Besonderheit im Charisma und Wirken des Regnum Christi.

„Gaben zum Nutzen anderer und Primat der Liebe“

Im Zentrum von Iuvenescit Ecclesia (IE) steht eine theologische Reflexion über die Charismen in der Kirche. Sie sind, wie es im Neuen Testament entfaltet wird, Zeichen der „vielfältigen Gnade Gottes“ (1 Petr 4,10). Gott selbst stattet seine Kirche durch die Charismen mit all dem aus, was sie heute braucht. „Es handelt sich also nicht bloß um menschliche Fähigkeiten“, betont das Dokument (Nr. 4). Ob ein Charisma vom Heiligen Geist stammt, muss sich nach Paulus darin erweisen, dass es in der Liebe wirksam wird und mehr den anderen als einem selbst nützt: „Alles geschehe so, dass es aufbaut“ (1 Kor 14,26). Der gemeinsame Ursprung im dreifaltigen Gott und die gemeinsame Ausrichtung auf den Aufbau der Kirche lassen es nicht zu, dass man einen Gegensatz oder Widerspruch zwischen den verschiedenen Charismen in der Kirche konstruiert. Das Dokument bezeichnet das als „Gleichwesentlichkeit der Charismen“ in der Kirche (Nr. 10). „Die hierarchischen und charismatischen Gaben sind also in ihrer Ausrichtung auf die innere Beziehung zwischen Jesus Christus und dem Heiligen Geist miteinander verbunden“ (IE, Nr. 12).

„In der Kirche, dem Mysterium der Gemeinschaft“

Mit Iuvenescit Ecclesia liegt erstmals ein lehramtliches Schreiben vor, dass den Bischöfen Kriterien für die konkrete Begleitung kirchlicher Bewegungen und neuer geistlicher Gemeinschaften an die Hand geben möchte. Aufgabe der Bischöfe und Priester in der Kirche ist es demnach, „über die rechte Ausübung der anderen Charismen zu wachen, so dass alles dem Wohl der Kirche und der Sendung zur Evangelisierung dient, darum wissend, dass der Heilige Geist die charismatischen Gaben jedem zuteilt, wie er will“ (IE, Nr. 8). Der Glaubenskongregation geht es dabei nicht um eine Regulierung aller Charismen in der Kirche: „Unter den charismatischen Gaben, die vom Geist frei verliehen werden, gibt es sehr viele, die von einem Mitglied der christlichen Gemeinschaft angenommen und gelebt werden, ohne dass es dafür eine besondere Regelung braucht“ (IE, Nr. 17). Die kirchliche Autorität ist allerdings dort gefragt, wo es um die Anerkennung der Echtheit eines Ursprungs- oder Gründercharismas geht. Auch das Regnum Christi gehört zu den neuen geistlichen Gemeinschaften in der katholischen Kirche.

Auf der Internetseite des Vatikan können Sie "Iuvenescit Ecclesia" im deutschen Wortlaut nachlesen.

Eine Einschätzung des Dokuments aus Sicht der geistlichen Gemeinschaften, darin auch, wie das Regnum Christi konkret dazu steht, finden Sie in einem Sonderbeitrag zum Thema auf der Internetseite von katholisch.de.

Additional Info

  • Untertitel:

    Kongregation für die Glaubenslehre veröffentlicht Dokument über die Beziehung von kirchlicher Hierarchie und Neuen Geistlichen Gemeinschaften.

  • Kategorie News : Aktuelles aus anderen Bereichen
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  • Druck / PDF: Ja
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