Regnum Christi - „Entscheidend ist, das Charisma zu leben!“
Donnerstag, 9. Juni 2016

„Entscheidend ist, das Charisma zu leben!“

Vom 30. Mai bis 3. Juni fand in Rom die erste internationale Delegiertenversammlung der Laien des Regnum Christi statt.

64 Teilnehmer aus 16 verschiedenen Ländern, vier davon aus der Ordensprovinz West- und Mitteleuropa, waren in Rom zusammengekommen. Fünf Tage lang debattierten, beteten und votierten sie über die neuen Statuten und die kanonische Rechtsform des Regnum Christi. Im Zentrum standen die Besinnung auf das eigene Charisma und der offene und kollegiale Austausch untereinander. 16 Gastteilnehmer, Legionäre Christi, gottgeweihte Frauen und Männer aus wiederum fünf verschiedenen Ländern nahmen ebenfalls daran teil, allerdings ohne Stimmrecht. Außerdem begleitete die Delegiertenversammlung der Päpstliche Assistent für die Legionäre Christi, P. Gianfranco Ghirlanda SJ.

Persönliche Eindrücke – Kurzinterview

Die vier Teilnehmer in Rom aus der Ordensprovinz West- und Mitteleuropa waren von den Teilnehmern der Territorialversammlung des Regnum Christi in Bad Münstereifel (12. Februar bis 14. Februar 2016) gewählt worden (von links nach rechts): Emmanuelle de La Guillonnière aus Frankreich, Sebastian James Hoogewerf aus Österreich, Raphael Grötsch und Karl-Olaf Bergmann aus Deutschland.

An jedem Tag fanden mehrere Sitzungen in Arbeitsgruppen und weitere im Plenum statt. Als Tagungssprachen wurde spanisch bzw. englisch gesprochen. Zwischen den Sitzungen nutzten die Delegierten die Pausen zu intensiven Gesprächen und zum freundschaftlichen Austausch und persönlichen Kennenlernen. Alle Tage begannen und endeten im Gebet, mehrmals mit Eucharistischer Anbetung. Meist traf man sich am Ende des Tages noch außerhalb des Tagungsgebäudes zum gemütlichen Tagesausklang. Eine internationale Läufer-Gruppe hatte sich schon am Montagabend gebildet. Mehrmals noch vor Beginn der Sitzungen erkundeten die Laufenthusiasten früh am Morgen das alte Rom.

Welche Eindrücke hinterlässt so eine Woche? Zu dieser und weiteren Fragen haben wir mit Karl-Olaf Bergmann gesprochen:

Es scheint mir gestern gewesen zu sein: Die Erinnerungen und Eindrücke der fünf Tage in Rom sind noch sehr präsent und lebendig! Rom ist natürlich immer eine Reise wert. Doch ein paar Tage in Rom zu leben, dort, in der Ewigen Stadt viele – meist bisher unbekannte – Menschen aus aller Welt zu treffen, hochintensiv an Statuten einer kirchlichen Laienbewegung, des Regnum Christi, zu arbeiten, Einblicke in ganz verschiedene Kulturen und Lebenserfahrungen zu erhalten, außerdem eine Atmosphäre von lebendigem Glauben, Gemeinschaft und spontanen Freundschaften über Länder- und Sprachgrenzen hinaus, das ist wahrscheinlich schon etwas ganz Besonderes! Das hinterlässt tiefe Eindrücke. Davon werde ich noch lange zehren können.

Warum haben Sie an der Delegiertenversammlung teilgenommen? Welche Erwartungen hatten Sie?

Am Ende der Territorialversammlung des Regnum Christi vom 12. Februar bis 14. Februar dieses Jahres in Bad Münstereifel hatten die Teilnehmer vier Delegierte für die Versammlung in Rom gewählt, auch mich. Die Wahl habe ich als Verpflichtung und große Verantwortung empfunden. Mit meiner Wahl hatte ich nicht gerechnet. In Rom habe ich mich vor allem als Vermittler der Ergebnisse des Revisionsprozesses auf territorialer Ebene verstanden. Ich war mit der großen Hoffnung aufgebrochen, in Rom das Charisma des Regnum Christi noch besser kennenlernen und verstehen zu können. Meine Erwartung war, dass wir gemeinsam einen Weg finden, dieses Charisma auch in Zukunft für die Menschen und in der Kirche fruchtbar zu machen. Diese Hoffnungen haben sich für mich erfüllt.

Was war aus Ihrer Sicht das wichtigste Ergebnis der Delegiertenversammlung?

Ganz persönlich: Die direkt und konkret gelebte Gemeinschaft aus diesem Charisma heraus während dieser Tage! Dass diese Gemeinschaft schon besteht, voller Dynamik ist und mitten in der Kirche!

Wie wird es nun weitergehen? Wie geht es mit dem Regnum Christi weiter?

Der Revisionsprozess begann im Oktober 2014. Damals haben wir absolutes Neuland betreten. Ich finde, das war sehr mutig. Ich schaue also auch sehr dankbar auf das schon Erreichte zurück. Die Versammlung in Rom war in gewisser Weise Synthese und Konzentrationspunkt des bisherigen Prozesses. Die Richtung stimmt, das wurde erneut sehr deutlich. Weitere Schritte sind nun der vollständige redaktionelle Abschluss der neuen Statuten. Dies ist vor allem Aufgabe der Zentralkommission in Rom, die von den Delegierten klare Vorgaben erhalten hat. Am Ende obliegt die Bestätigung (Approbation) der neuen Statuten dem Heiligen Stuhl, letztendlich Papst Franziskus. Eine weitere wichtige Aufgabe ist die Umsetzung der Abstimmungsergebnisse zur zukünftigen Leitungsstruktur der ganzen geistlichen Familie. Das hat eine starke kirchenrechtliche Dimension und da vertraue ich sehr u.a. auf die Expertise und Unterstützung des Päpstlichen Assistenten, P. Gianfranco Ghirlanda SJ. Und wie es im Allgemeinen mit dem Regnum Christi weitergehen soll? Ich würde sagen: Leben, was wir im Herzen tragen!

Am letzten Tag zitierte ein Delegierter aus Spanien folgenden Psalm in der großen Abschlussrunde, der mir sehr nahe gegangen ist. Für mich fasst er alles noch einmal zusammen:   

„Behüte mich, Gott, denn ich vertraue dir. Ich sage zum Herrn: «Du bist mein Herr; mein ganzes Glück bist du allein.»
An den Heiligen im Lande, den Herrlichen, an ihnen nur hab ich mein Gefallen.
Viele Schmerzen leidet, wer fremden Göttern folgt. Ich will ihnen nicht opfern, ich nehme ihre Namen nicht auf meine Lippen.
Du, Herr, gibst mir das Erbe und reichst mir den Becher; du hältst mein Los in deinen Händen.
Auf schönem Land fiel mir mein Anteil zu. Ja, mein Erbe gefällt mir gut.Ich preise den Herrn, der mich beraten hat.
Auch mahnt mich mein Herz in der Nacht. Ich habe den Herrn beständig vor Augen. Er steht mir zur Rechten, ich wanke nicht.
Darum freut sich mein Herz und frohlockt meine Seele; auch mein Leib wird wohnen in Sicherheit.
Denn du gibst mich nicht der Unterwelt preis; du lässt deinen Frommen das Grab nicht schauen.
Du zeigst mir den Pfad zum Leben. Vor deinem Angesicht herrscht Freude in Fülle, zu deiner Rechten Wonne für alle Zeit.“
(Psalm 16)

Im Vertrauen auf den Heiligen Geist Lösungen finden

Raphael Grötsch ist 26 Jahre jung und kommt aus Bayern. Er trat 2007 in Altanta (USA) in das Regnum Christi ein. Schon vorher hatte er an Freizeitangeboten des Regnum Christi für junge Leute in Deutschland teilgenommen. Als „Coworker“ unterstützte er die pastorale Arbeit des Regnum Christi und der Legionäre Christi ein Jahr lang in Bayern. Derzeit studiert er Chemie an der Technischen Universität in München. Vom 30. Mai bis 3. Juni nahm Raphael als gewählter Delegierter aus der Ordensprovinz West- und Mitteleuropa am internationalen Delegiertentreffen des Regnum Christi in Rom teil. Heute schreibt er darüber, wie er das Treffen erlebt hat und was ihn auch drei Wochen später noch bewegt:

Nach dem territorialen Statutentreffen im Februar 2016 in Bad Münstereifel flog ich Ende Mai nach Rom zum Internationalen Delegiertentreffen. Aus Bad Münstereifel hatte ich Vorschläge für die Statuten aus unserem Territorium und das Wissen über den Ablauf eines solchen Treffens mitgebracht.

Am Anfang war ich sehr gespannt, wie die Mitglieder aus den unterschiedlichsten Ländern und Kulturen, von den Philippinen über Spanien und Italien bis nach Nord-, Latein- und Südamerika, das Charisma und das Regnum Christi selbst sehen und leben.

Bei den Gruppen- und Plenumsdiskussionen wurde dann sehr schnell klar, dass, egal aus welcher Region die Delegierten kamen, sie alle versuchten, die Essenz des Regnum Christi zu finden und so gut wie möglich in den Statutentext einzubringen. Und das war eigentlich überall die gleiche Grundidee. Bei einer Gruppendiskussion war das sehr eindeutig: alle acht Delegierten dachten, dass genau wegen des jeweils anderen diese spezielle Stelle eingefügt worden war. Am Ende haben wir sie alle gemeinsam gestrichen, weil keiner sie für wichtig hielt.

Ich glaube, es war für alle Delegierten eine Zeit, um sich noch intensiver mit dem Regnum Christi, aber auch mit der eigenen Berufung auseinanderzusetzen und darin zu wachsen. Die intensiven Zeiten des Diskutierens und des Gebets, um nochmal nachzudenken und mit Gott über die beste Lösung zu sprechen, war für mich eine wirkliche Zeit der Gnade. Zu erleben, dass nicht jeder versucht, seine eigene Idee durchzusetzen, sondern im Vertrauen auf den Heiligen Geist Lösungen findet, beeindruckte mich sehr.

Nachdem am Freitag die letzte Sitzung vorüber war, fand sich spontan für die letzten zwei Tage eine Gruppe junger Erwachsener zusammen, um sich gemeinsam Rom anzusehen. Nach diesen zwei Tagen verstanden wir uns so gut, dass man hätte meinen können, wir alle kennten uns schon viel länger. Das war für mich nochmal so ein Erlebnis, bestärkt mit dem Gefühl nach Hause zu kommen, dass die Familie des Regnum Christi nicht nur eine schöne Idee ist. Man hat tatsächlich eine riesige Familie auf der ganzen Welt, die sich um einen kümmert, die gemeinsam betet und sich für das Reich Gottes einsetzt. Mit der man aber auch einfach in Rom, nach einer anstrengenden Tagungswoche, entspannen kann.“

Raphael Grötsch

Zusammenfassung der Tage und Überblick

Näheres, direkt aus Rom geschrieben zum Verlauf der Tage, den Themen, der Atmosphäre, Fotos und Videos finden Sie auf eigenen Webseiten zur Delegiertenversammlung.

1. Internet-Blog auf Deutsch.

2. Offizielle Webseite zur Delegiertenversammlung auf Englisch und Spanisch.

3. Große Fotogalerie vom Delegiertentreffen.

4. Abschlussbrief von P. Eduardo Robles Gil LC (Generaldirektor) an alle Mitglieder (englisch | deutsch)

 

 

Additional Info

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