Dienstag, 10. November 2015

Berufen zum Ordensleben in der Kirche

Einkehrtag für Freunde und Förderer der Legionäre Christi zum Jahr der Orden im Noviziat in Neuötting-Alzgern

Neuötting-Alzgern, 17. Oktober. Im Oktober nahmen 40 Personen an einem Einkehrtag zum Thema „Das Ordensleben in der Kirche“ im Noviziat teil.

„Was hat es mit Berufung eigentlich auf sich?“, fragte P. Konstantin die Teilnehmer gleich zu Beginn. Das Wort spricht von „Ruf“. Ein Wort ist von jemandem an jemanden gerichtet. Man kann auch ins Leere rufen, aber selten ist das beabsichtigt. Wer ruft, erwartet Gehör, so der Novizenmeister.

Viele Male und auf vielerlei Weise hat Gott einst zu den Vätern gesprochen durch die Propheten; in dieser Endzeit aber hat er zu uns gesprochen durch den Sohn, den er zum Erben des Alls eingesetzt und durch den er auch die Welt erschaffen hat.“ (Heb 1,1).

P. Konstantin erinnerte an die lange Geschichte des Rufes zwischen Gott und den Menschen, „Gott steht im Dialog mit den Menschen. Er spricht zu uns, ruft uns.“ Doch wir Menschen sind in gewisser Weise taub geworden für Gottes Ruf. Der harmonische Dialog mit Gott, der eigentlich vorgesehen war, sei nachhaltig gestört. Wir hören Gottes Wort nicht so einfach, verstehen es schwer, und antworten nicht immer so gern. Gott steht im Dialog mit dem Menschen, aber der wird immer schwieriger, je mehr die Ungerechtigkeit, die Sünde sich ausbreitet.

Mitten drin steht das Bekenntnis Gottes zum Menschen. Die Geschichte von Noah macht deutlich, dass der Mensch zwar eindeutig die Pfade verlassen hat, die Gott ihm gewiesen hatte. Dass Gott aber trotzdem nicht alles rückgängig macht.

Der persönliche Aspekt

Gott tut Abraham seinen neuen Plan kund. Er bekommt eine persönliche Berufung, diese setzt sich fort und wird zur Berufung einer Gemeinschaft, des Volkes Israel, sie bezieht sich also auf alle Menschen: „Durch dich sollen alle Geschlechter der Erde Segen erlangen.“ Gott ruft die eine Person Abraham. Ganz persönlich, beim Namen. Das Wort Gottes ergeht, wie am Anfang. Einer tut sein Ohr auf, einer hört es.

Der gemeinschaftliche Aspekt

Die Berufung wird übertragen: Abraham zieht fort, sieht das Land, es wird ihm verheißen, er kann sich aber nicht so niederlassen, dass er es besitzt. Isaak übernimmt die Verheißung, von ihm übernimmt Jakob sie. Mit der Verheißung auch irgendwie die Berufung. Jakob wird der Vater der zwölf Stämme, er bekommt nach dem Kampf mit Gott den Namen Israel. Die Verheißung geht über auf alle zwölf Söhne, ein besonderer Teil an Juda.

Die Berufung der Kirche

Wir als Kirche sind das neue Volk Israel. Wir sind herausgerufen aus der Welt. Ekklesia – die Herausgerufene. An der Kirche soll deutlich werden, was Gott mit der Menschheit vorhat – wie damals an Israel. Wir sind sein Volk, die Gemeinschaft derer, die Christus angehören wollen. Mit der Taufe geht eine Berufung einher: Berufen, ihm anzugehören, mit dem Auftrag der Nachfolge und der Verkündigung, mit der Verheißung des ewigen Lebens.

Berufung zum geweihten Leben

Eine Ordensgemeinschaft nun ist, mit den Worten von P. Konstantin, „ein Zeichen dessen, wie die Kirche gedacht ist: Die Apostel, eine brüderliche Gemeinschaft, fortgesetzt in der Zeit.“

Eine Ordensgemeinschaft verlebendig die Idee, ganz Gott zu gehören, vor allem im Gehorsam: Christus starb am Kreuz aus Liebe, im Gehorsam. Die Märtyrer ahmen dies besonders nach. Ihnen folgen in gewisser Weise die Ordensleute. Daraus ersteht eine prophetische Wirklichkeit. Und was ist ein Prophet? Papst Franziskus beschreibt es sinngemäß mit den Worten: Das geweihte Leben kann eine Wirklichkeit sein, was der Herr vorgelebt und verlangt hat, die Vollkommenheit in der Liebe zu suchen und zu erlangen.

Wie leben Ordensleute diese Berufung?

Zunächst sind sie als Brüder zusammengerufen. Die wichtigsten Aspekte des Ordenslebens lassen sich mit den Worten von P. Konstantin wie folgt zusammenfassen:

Das gemeinsame Gebet: Die Familie ist um den Herrn herum versammelt.

Das gemeinsame Mahl: Alle teilen das Brot, das u.U. nur knapp zur Verfügung steht.

Das gemeinsame Leben: Alle wissen, dass Zusammenleben immer die verschiedenen Erwartungen, Pflichten, Rechte, Stärken, Schwächen zum Vorschein bringt und oft in Gegensatz zueinander bringt. Die Herausforderung ist, so auf den Nächsten zu achten, dass jeder versucht, mehr für den anderen zu leben als für sich selbst.

Die gemeinsame Sendung: Alle teilen die Sendung, den spezifischen Auftrag ihrer Gemeinschaft in der Kirche und Welt, und die Mittel dazu.

Additional Info

  • Untertitel:

    Einkehrtag für Freunde und Förderer der Legionäre Christi zum Jahr der Orden im Noviziat in Neuötting-Alzgern

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  • Region: Deutschland
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