Dienstag, 27. Oktober 2015

Die Logik des Teilens und der Solidarität

Tägliche Meditationen - 6. November 2015

Freitag der einunddreißigsten Woche im Jahreskreis
Hl. Leonard
Hl. Rudolf OSB

Michaela Weimann

Lk 16,1-8
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Ein reicher Mann hatte einen Verwalter. Diesen beschuldigte man bei ihm, er verschleudere sein Vermögen. Darauf ließ er ihn rufen und sagte zu ihm: Was höre ich über dich? Leg Rechenschaft ab über deine Verwaltung! Du kannst nicht länger mein Verwalter sein. Da überlegte der Verwalter: Mein Herr entzieht mir die Verwaltung. Was soll ich jetzt tun? Zu schwerer Arbeit tauge ich nicht, und zu betteln schäme ich mich. Doch - ich weiß, was ich tun muss, damit mich die Leute in ihre Häuser aufnehmen, wenn ich als Verwalter abgesetzt bin. Und er ließ die Schuldner seines Herrn, einen nach dem andern, zu sich kommen und fragte den ersten: Wie viel bist du meinem Herrn schuldig? Er antwortete: Hundert Fass Öl. Da sagte er zu ihm: Nimm deinen Schuldschein, setz dich gleich hin, und schreib „fünfzig“. Dann fragte er einen andern: Wie viel bist du schuldig? Der antwortete: Hundert Sack Weizen. Da sagte er zu ihm: Nimm deinen Schuldschein, und schreib „achtzig“. Und der Herr lobte die Klugheit des unehrlichen Verwalters und sagte: Die Kinder dieser Welt sind im Umgang mit ihresgleichen klüger als die Kinder des Lichtes.

Einführendes Gebet: Herr Jesus, du kennst mich. Bei dir darf ich so sein, wie ich bin. Ich danke dir für deine Treue, dein Verständnis und die Ansprüche, die du in der Liebe an mich stellst. Lehre mich, dir ähnlicher zu werden. Deine Worte sind ein Licht für meine Wege. Deine Liebe forme mein Herz nach dem deinigen.

Bitte: Herr, ich bitte dich, stärke mich und alle Christen, dass wir uns erneut für dich und dein Königreich entscheiden, dass wir deinem Vorbild der Liebe folgen.

1. Vorausschauende Klugheit. Man könnte meinen, das Evangelium stelle uns heute zur Nachahmung einen listigen Verwalter vor, der uns in seiner Unehrlichkeit als Vorbild dienen soll, doch dem ist nicht so. Der Verwalter dient als Beispiel dafür, wie man klug und vorausschauend handelt. Es scheint, dass er sich der Gefahren bewusst ist, wie z.B. dass gewisse Anhänglichkeiten (an Geld und materielle Güter, kurz, an allem, was uns hindert, unsere Berufung zur Liebe zu Gott und unseren Nächsten zu leben), die dazu führen, dass wir unser Ziel verfehlen. Tatsächlich sollen wir als Kinder des Lichts lernen, uns gegenseitig auf dem Weg zu diesem Ziel zu unterstützen, so wie es der unehrliche Verwalter mit Seinesgleichen tut.

2. Radikaler Verzicht. Benedikt XVI. (am 27.09. 2007 in Velletri) spricht davon, dass es für den Christen einer Grundsatzentscheidung bedarf: Es gibt „die Wahl zwischen der Logik des Profits als letztes Kriterium unseres Handelns oder der Logik des Teilens und der Solidarität.“ Wenn die „Logik des Profits“ vorherrsche, „so vergrößert sich das Missverhältnis zwischen Reichen und Armen sowie die verderbliche Ausbeutung des Planeten. Wenn hingegen die Logik des Teilens und der Solidarität überwiegt, ist es möglich, den Kurs zu korrigieren und ihn auf eine gerechte Entwicklung auszurichten, zum gemeinsamen Wohl aller.“ Benedikt spricht abschließend davon, dass es für das persönliche Leben jedes Gläubigen den Mut erfordere „gegen den Strom zu schwimmen und wie Jesus zu lieben, der bis zur Hingabe seiner selbst ans Kreuz gelangt ist.“

3. Die irdischen Reichtümer sollen zum Erwerb der wahren und ewigen Reichtümer dienen. Die eigenen Begabungen und Fähigkeiten sowie die Reichtümer, die wir besitzen, werden für die Ewigkeit nur fruchtbar, wenn wir sie mit unseren Nächsten teilen, wenn wir so das von Gott anvertraute Gut, klug verwalten. In unseren Herzen darf es keinen Platz für egoistisches Profitstreben geben, sondern vielmehr eine Saat und Ernte von Großzügigkeit, die sich an erster Stelle im Gebet für meinen Nächsten äußert.

Gespräch mit Christus: Mein Herr und mein Gott, alles was ich habe, alles was ich bin, kommt von dir. Ohne dich kann ich nichts und bin ich nichts. Alle meine Begabungen und Fähigkeiten möchte ich zum Wohle meiner Nächsten und zu deiner Ehre nutzen. Hilf mir, von Herzen großzügig zu sein.

Möglicher Vorsatz: Ich werde mir heute einen Moment Zeit nehmen und Christus fragen, wo ich mehr gegen den Strom schwimmen soll. Am Ende des Gebetes/ der Reflexion bitte ich ihn für mein Vorhaben um seine Kraft und seinen Segen.

Additional Info

  • Untertitel:

    Tägliche Meditationen - 6. November 2015

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