Mittwoch, 21. Oktober 2015

Zeugen des Reiches Gottes

Tägliche Meditationen - 27. Oktober 2015

Dienstag der dreißigsten Woche im Jahreskreis
Hl. Wolfhard von Augsburg
Hl. Sabina und Vinzent, Märtyrer

Natalie K.

Lk 13,18-21
In jener Zeit sprach Jesus: Wem ist das Reich Gottes ähnlich, womit soll ich es vergleichen? Es ist wie ein Senfkorn, das ein Mann in seinem Garten in die Erde steckte; es wuchs und wurde zu einem Baum, und die Vögel des Himmels nisteten in seinen Zweigen. Außerdem sagte er: Womit soll ich das Reich Gottes vergleichen? Es ist wie der Sauerteig, den eine Frau unter einen großen Trog Mehl mischte, bis das Ganze durchsäuert war.

Einführendes Gebet: Herr, du schenkst mir die Zeit, um über dein Reich nachzudenken. Du bist auf die Welt gekommen, um von deinem Reich zu erzählen, um es zu verkünden. Du erlaubst uns, ein Teil dieses Reiches zu werden. Du bist so groß, denn du lässt es in uns wachsen.

Bitte: Hilf mir zu verstehen, was das Reich Gottes ist.

1. Das Senfkorn. „Das Reich Gottes […] ist wie ein Senfkorn“. Ein Samenkorn des „Schwarzen Senfs“ kann eine Größe von ein bis zwei Millimeter haben, verschwindend gering also. Das Senfkraut kann bis zu drei Meter hoch wachsen. Es gibt viele Situationen, in denen ich mir manchmal wie ein Senfkorn vorkomme, klein, zerbrechlich und im Grunde genommen irrelevant für die Welt. Oft kommen mir meine Taten so unbedeutend vor, so banal. Viele Tage gleichen den anderen. Ich fahre vielleicht die Kinder zur Schule, arbeite vielleicht täglich in meinem Job die acht Stunden ab, gehe immer den gleichen Weg zur Uni. All das eingebettet im Alltag. Doch bin ich mir dessen bewusst, dass ich zu einem Baum werden kann, der lebensspendend ist, ein Ort, wo andere Schutz finden, ein Nest bauen? Bin ich mir dessen bewusst, dass andere Menschen das Reich Gottes an meinen Taten erkennen? Lebe ich die kleinste Tat mit Liebe und lasse dadurch das Reich Gottes wachsen, oder ersticke ich es im Keim, indem ich keiner meiner Taten eine Bedeutung zuspreche?

2. Der Sauerteig. Wie verändere ich mein Umfeld? Will ich überhaupt, die Menschen um mich herum beeinflussen, möchte ich sie zum Guten motivieren? Bin ich nur der nörgelnde Christ, der alles schlecht redet, oder bin ich der, der etwas anders ist? Freundlich, hilfsbereit, respektvoll. Ja, vielleicht machen sich die Leute über mich lustig, sehen meinen Glauben als Relikt aus vergangenen Tagen an, aber verbringen sie gerne Zeit mit mir? Fühlen sie sich nach einer Begegnung mit mir ein Stück weit besser, ein Stück weit verstandener, ein Stück weit wertvoller? Bin ich der Sauerteig für die Menschen, die Gott mir auf meinem Weg gestellt hat? Bin ich mir dessen bewusst, dass ich ein Repräsentant des Reiches Gottes bin? Ja, das Reich Gottes ist herausfordernd und anspruchsvoll, aber so viel schöner und größer, als all das, was die Welt zu bieten hat. Erwecke ich in meinem Umfeld eine Sehnsucht nach diesem Reich?

3. Das Reich Gottes. Was ist für mich das Reich Gottes? Ist es etwas Reales, etwas was ich zutiefst liebe und leben will, oder unverständliche Worte aus der Heiligen Schrift, die im Endeffekt nichts mit meinem Leben, das sich hier und jetzt abspielt, zu tun haben? Durchdringt dieses Reich mit all seiner Schönheit und Größe meinen Alltag, meine Familie, meine Freunde und meine Arbeitswelt? Erkennen die Menschen um mich herum, dass es da etwas mehr gibt, als den Augen offenbart wird? Wecke ich ihren Durst nach etwas mehr im Leben, oder hinterlasse ich einen bitteren Nachgeschmack? Wächst das Reich Gottes durch mich, durch die Art, wie ich lebe? „Wem ist das Reich Gottes ähnlich, womit soll ich es vergleichen?“

Gespräch mit Christus: Herr, lass mich das Reich Gottes in Fülle leben, hilf mir, meine kleine Welt, die du mir geschenkt hast, damit zu durchdringen. Lass mich Zeuge deines Reiches sein, das die Zeiten überdauert.

Möglicher Vorsatz: Heute will ich mir darüber Gedanken machen, was das Reich Gottes für mich ist und ob mein Lebensstil der eines echten Zeugen dieses Reiches ist.

Additional Info

  • Untertitel:

    Tägliche Meditationen - 27. Oktober 2015

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