Dienstag, 6. Oktober 2015

„In Mexiko geschehen heute noch Wunder“

Pater Hubert Reiner berichtet über seine Arbeit in Quintana Roo

Pater Hubert mit einem seiner HochzeitspaarePater Hubert mit einem seiner Hochzeitspaare„Die Mexikaner bewundern die Deutschen,“ sagt Pater Hubert Reiner, „auch heute noch, insbesondere in der jetzigen Situation, wo jeden Tag so viele Flüchtlinge hierhin kommen und sie in Deutschland gut aufgenommen werden.“ Am ersten Oktoberwochenende besuchte Pater Hubert Reiner, der gebürtig aus Petersdorf in der Nähe von Augsburg stammt, einige Tage seine Familie in Deutschland. Viele Freunde und Wohltäter der Ordensgemeinschaft aus Deutschland erinnern sich gerne an den 43-jährigen Ordenspriester, der seit knapp fünf Jahren im Südosten Mexikos, im Bundesstaat Quintana Roo, tätig ist. In Playa del Carmen, einer Stadt mit rund einer Viertelmillion Einwohner, betreut Pater Hubert seit dreieinhalb Jahre eine kleine Pfarrei in einem Vorort, die dem heiligen Judas Thaddäus geweiht ist.

„Das ganze Missionsgebiet von Quintana Roo wird seit über 40 Jahren von den Legionären Christi betreut“, sagt er, „mein Einsatz in der Pastoral ist sehr vielfältig und breit gefächert. Ich bin Seelsorger an der Universität, feiere einmal in der Woche die heilige Messe im Missionsgebiet, besuche Gefängnisse, baue gerade eine Kirche, und halte über einhundert Hochzeitsmessen im Jahr.“

Pater Huberts Pfarrei

Viele Menschen in der Pfarrei packen mit an, um die Kirche aufzubauen.Viele Menschen in der Pfarrei packen mit an, um die Kirche aufzubauen.„Das Leben in meiner kleinen Pfarrei fing mit 20 Jugendlichen an, die Sonntagabend in die Messe wollten. Daraus entwickelte sich im Lauf der Zeit eine ganz lebendige Gemeinde. Die Menschen packen hier viel selber an, die Studenten beispielsweise verkaufen Essen nach der Messe, um unsere neue Kirche aufbauen zu helfen.“  Im nächsten Jahr soll der neue Bau stehen, das Dach ist bereits bezahlt, jetzt müssen noch Wände und Pfeiler finanziert werden.

„Mexiko ist für mich eines der wenigen Länder, in denen immer noch Wunder geschehen“, zeigt sich Pater Hubert begeistert von der Kultur, dem Humor und den Ideenreichtum der Bevölkerung, die in dem von den Legionären Christi betreuten Gebiet überwiegend noch von den Mayas abstammt. Dennoch gebe es eine große Ungleichheit in der Gesellschaft, die nicht so sehr nur von materiellen Unterschieden herrühre, sondern durch unterschiedliche Bildungschancen. „Öffentliche Schulen sind schlecht, wer es sich leisten kann, schickt seine Kinder auf Privatschulen.“ Die vom Regnum Christi und den Legionären Christi getragenen Mano-Amiga-Schulen seien im Land sehr angesehen und genössen viel Unterstützung. 

Kampagne für Pato

Patricio ist ohne Arme und Beine zur Welt gekommenPatricio ist ohne Arme und Beine zur Welt gekommenPater Hubert weist auf das Beispiel und die private Initiative einiger Studenten an der Universität Cancun hin, die für einen Kommilitonen, der ohne Arme und Beine zur Welt kam, eine Spendenkampagne für einen elektrischen Rollstuhl  auf die Beine stellten. „Patricio, wie er eigentlich heißt, lässt sich nicht unterkriegen. Er kann Treppensteigen, er hat Ehrgeiz sein Leben sinnvoll zu verbringen. Er wollte keine Spende haben, er sagt:  Dass ich ohne Arme und Beine auf die Welt gekommen bin, ist das Talent, das Gott mir geschenkt hat, damit ich anderen Menschen Mut machen kann. Und solche Wunder gibt es ganz viele in Mexiko,“ zeigt sich Pater Hubert sehr gerührt.

Die Jungfrau der Schnecke

Wenn er von seinem neuen Umweltprojekt in der Gegend erzählt, gerät Pater Hubert ins Schwärmen. „In Playa del Carmen befindet sich das zweitgrößte zusammenhängende Korallenriff der Welt“, sagt er. „Mit dem Projekt ´Virgen de Caracol´ (Jungfrau der Schnecke) wollten wir darauf aufmerksam machen, wie sehr  wir uns den Schutz des Meeres und die Bewahrung der Schöpfung als Aufgabe heute zu eigen machen müssen.“

Die etwa drei Meter hohe Marienfigur befindet sich in acht Meter Meerestiefe: „Die Figur selbst ist abstrakt, in Wellenform wie eine Muschel gestaltet. Die Muschel ist der Mantel Marias, aus dem sie auf die Schöpfung und ihre Kinder blickt. Zur Seite hin öffnet sich die Muschel und hält ein Kind in sich geborgen. Die Statue steht als Symbol für Schutz vor äußeren Gefahren und soll andererseits das Gewissen wachhalten, die Schöpfung und  insbesondere das Meer zu bewahren.“

Seit Juni 2015 können die Taucher die Marienfigur unter Wasser aufsuchen.Seit Juni 2015 können die Taucher die Marienfigur unter Wasser aufsuchen.Die Figur hat mittlerweile bereits über 5.000 Taucher angezogen, die als Touristen die traumhaften Strände der Region aufsuchen. Durch die neue Unterwasserattraktion, so die Idee, sollen die Touristen vom Tauchgang zu den Korallenriffen ferngehalten werden, indem auf das dahinter stehende empfindliche Ökosystem verwiesen und den Besuchern die Verletzlichkeit dieser Schöpfung aufgezeigt werde.

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  • Untertitel:

    Pater Hubert Reiner berichtet über seine Arbeit in Quintana Roo

  • Kategorie News : Aktuelles aus anderen Bereichen
  • Region: Deutschland, Österreich, Mexiko
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