Montag, 7. September 2015

Die Kinder der Weisheit

Tägliche Meditationen - 16. September 2015

Mittwoch der vierundzwanzigsten Woche im Jahreskreis
Hl. Kornelius, Papst
Hl. Cyprian, Bischof
Hl. Edith von Wilton

P. Georg Rota LC

Lk 7,31-35
In jener Zeit sprach Jesus zu der Menge: Mit wem soll ich also die Menschen dieser Generation vergleichen? Wem sind sie ähnlich? Sie sind wie Kinder, die auf dem Marktplatz sitzen und einander zurufen: Wir haben für euch auf der Flöte (Hochzeitslieder) gespielt und ihr habt nicht getanzt; wir haben Klagelieder gesungen und ihr habt nicht geweint. Johannes der Täufer ist gekommen, er isst kein Brot und trinkt keinen Wein und ihr sagt: Er ist von einem Dämon besessen. Der Menschensohn ist gekommen, er isst und trinkt; darauf sagt ihr: Dieser Fresser und Säufer, dieser Freund der Zöllner und Sünder! Und doch hat die Weisheit durch alle ihre Kinder Recht bekommen.

Einführendes Gebet: Herr, gib mir die Weisheit, auf dein Wort zu hören und deinem Beispiel zu folgen. Ich will mich mit dir freuen und mit dir leiden. Gib mir die Gnade, alles aus deiner Hand anzunehmen.

Bitte: Herr, gib mir die Gabe der Unterscheidung der Geister!

1. Johannes der Täufer. Der Vorläufer Jesu war ein sehr asketischer Mensch. Er hat Jesus den Weg bereitet, Buße gepredigt und auch selbst danach gelebt. Auch in unserem geistlichen Leben ist es nötig, durch Askese unser Herz von falschen Gewohnheiten und Süchten zu befreien. Aber das ist eben nur der erste Schritt, um unser Herz bereit zu machen, die Freude und das Leben, das Jesus bringt, aufnehmen zu können. Wie falsch wäre es zu meinen, dass wir durch unsere eigene Anstrengung in der Askese zu Jesus gelangen könnten.

2. Jesus ist die wahre Freude des Lebens. Wenn unser Herz wirklich frei ist, werden wir fähig, die wahre Freude in uns aufzunehmen, die Jesus durch seine Gnade bringt. Er macht unsere Seele liebestrunken, erweckt in ihr einen unersättlichen Durst nach mehr, nach Vereinigung mit ihm. Diese Freude des geistlichen Lebens ist tiefer und nachhaltiger als jedes rein menschliche Vergnügen. Aber sie macht uns auch fähig, uns an dem, was Gott geschaffen hat, in richtiger Weise zu erfreuen. Wenn wir Jesus im Herzen tragen, wie können wir uns dann nicht freuen? Unsere Freude soll geradezu überquellen und ein Zeichen für unsere Mitmenschen sein, an dem sie erkennen können, dass wir authentische Christen sind.

3. Die Unterscheidung. Freilich ist es nicht immer einfach, die Freude Jesu im Alltag zu spüren und auszustrahlen. Wir sind oft von Schwierigkeiten umgeben. Und trotzdem sollen wir das Leid als Christen aus der Perspektive der Hoffnung betrachten und die menschlichen Freuden eben auch als Geschenk und Hinweis auf eine noch größere, endgültige Freude ansehen. Dazu brauchen wir die Gabe des Heiligen Geistes, damit uns nicht eine pessimistische Haltung über die Situation des Glaubens in der Welt übermannt. Ansonsten wären wir wie Menschen, die zu den Hochzeitsliedern, die Gott uns vorspielt, nicht tanzen oder zu den Klageliedern nicht mitfühlend weinen.

Gespräch mit Christus: Jesus, erfülle mein Herz mit deiner Freude, die mich ganz befreit von den Zwängen meines eigenen Perfektionismus und meines Leistungsdenkens. Ich will in dir, in deiner Freude ruhen und meine Schwierigkeiten als Weg der Reinigung erkennen, um noch näher zu dir zu gelangen.

Möglicher Vorsatz: Ich möchte heute die christliche Freude, die in mir wohnt, auch bei meinen Begegnungen mit den Menschen nach außen zum Ausdruck bringen.

Additional Info

  • Untertitel:

    Tägliche Meditationen - 16. September 2015

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