Dienstag, 25. August 2015

Jesus lässt sich nie verbiegen

Tägliche Meditationen - 31. August 2015

Montag der zweiundzwanzigsten Woche im Jahreskreis
Hl. Paulinus von Trier, Bischof

P. Klaus Einsle LC

Lk 4,16-30
In jener Zeit kam Jesus nach Nazaret, wo er aufgewachsen war, und ging, wie gewohnt, am Sabbat in die Synagoge. Als er aufstand, um aus der Schrift vorzulesen, reichte man ihm das Buch des Propheten Jesaja. Er schlug das Buch auf und fand die Stelle, wo es heißt: Der Geist des Herrn ruht auf mir; denn der Herr hat mich gesalbt. Er hat mich gesandt, / damit ich den Armen eine gute Nachricht bringe; damit ich den Gefangenen die Entlassung verkünde / und den Blinden das Augenlicht; damit ich die Zerschlagenen in Freiheit setze und ein Gnadenjahr des Herrn ausrufe. Dann schloss er das Buch, gab es dem Synagogendiener und setzte sich. Die Augen aller in der Synagoge waren auf ihn gerichtet. Da begann er, ihnen darzulegen: Heute hat sich das Schriftwort, das ihr eben gehört habt, erfüllt. Seine Rede fand bei allen Beifall; sie staunten darüber, wie begnadet er redete, und sagten: Ist das nicht der Sohn Josefs? Da entgegnete er ihnen: Sicher werdet ihr mir das Sprichwort vorhalten: Arzt, heile dich selbst! Wenn du in Kafarnaum so große Dinge getan hast, wie wir gehört haben, dann tu sie auch hier in deiner Heimat! Und er setzte hinzu: Amen, das sage ich euch: Kein Prophet wird in seiner Heimat anerkannt. Wahrhaftig, das sage ich euch: In Israel gab es viele Witwen in den Tagen des Elija, als der Himmel für drei Jahre und sechs Monate verschlossen war und eine große Hungersnot über das ganze Land kam. Aber zu keiner von ihnen wurde Elija gesandt, nur zu einer Witwe in Sarepta bei Sidon. Und viele Aussätzige gab es in Israel zur Zeit des Propheten Elischa. Aber keiner von ihnen wurde geheilt, nur der Syrer Naaman. Als die Leute in der Synagoge das hörten, gerieten sie alle in Wut. Sie sprangen auf und trieben Jesus zur Stadt hinaus; sie brachten ihn an den Abhang des Berges, auf dem ihre Stadt erbaut war, und wollten ihn hinabstürzen. Er aber schritt mitten durch die Menge hindurch und ging weg.

Einführendes Gebet:  Jesus, ich will, dass wir beide uns heute begegnen und dass wir uns gegenseitig in meinem Herzen berühren. Öffne meinen Geist für dich. Komme auch zu mir, wie du nach Nazaret gekommen bist. Tue in meinem Leben Wunder und verändere mich und mein Umfeld.

Bitte: Ich bitte dich vor allem um innere Offenheit und die Bereitschaft, deine Botschaft ehrlich anzunehmen.

1. Jesus kommt nach Nazaret. Wir haben es alle schon erlebt: Mit fremden Leuten über den Glauben und Gott zu sprechen, das geht ja noch irgendwie. Aber mit der eigenen Familie, den Menschen, die mich gut kennen, da ist es manchmal schon besonders schwierig oder peinlich.Jesus kam nach Nazaret. Dort kannte ihn jeder von früher. Er war der Junge, der in der Schreinerei arbeitete. Er war der nette Junge aus der Synagoge. Er hatte Cousins und Verwandte dort. Er war einfach gut bekannt. Und trotzdem kommt er in sein Dorf und spricht mit aller Offenheit über Gott. Da steckt viel innere Überzeugung in ihm, von der auch wir lernen können.

2. Jesus und die Wahrheit. Es ist schön, wenn Menschen uns bewundern und uns loben. Vielleicht haben wir etwas Tolles in Facebook gepostet oder etwas Schlaues gesagt. Vielleicht ist uns etwas gut gelungen und die Menschen spenden uns Beifall. Jesus wusste, dass die Wahrheit, die er in Nazaret sagen würde, nicht allen gefällt. Die Nachbarn, die ihn bisher immer als den lieben Sohn von Maria und Josef gesehen und behandelt hatten, wurden plötzlich herausgefordert. Und sie begannen, Jesus als hochmütig, vielleicht als arrogant anzusehen. Jesus verlor von einem Augenblick auf den anderen bei mehreren sein Ansehen. Aber: das war ihm nicht wichtig. Ihm waren die anderen, ihr Weg mit Gott, ihre Umkehr wichtiger. Wir spüren eine große Selbstlosigkeit in seinem Tun und eine ganz echte Liebe zu den anderen. Diese Selbstlosigkeit und Liebe wird ihm im Lauf seines öffentlichen Lebens noch viele Probleme bereiten; und eines Tages bringt sie ihn ans Kreuz.

3. Jesus und seine Macht. Beeindruckend, wie Jesus auf einmal majestätisch wird. Er verbirgt so oft seine Macht, um uns nicht zu erschrecken. Aber das ein oder andere Mal blitzt seine wahre Größe auf, z.B. in diesem Moment. Er richtet sich auf, sein Blick wird strenger und er schreitet friedvoll und majestätisch durch die Menge derer, die wütend geworden sind. Seine Zeit ist noch nicht da. Später wird er sich schlagen lassen und wird seine Macht wieder verbergen. Aber er trägt sie in sich. Auch heute, in meinem Leben. Wir sind Nachfolger eines mächtigen Freundes, der uns liebt und alles kann. Spüren die anderen das in unserem Alltag?

Gespräch mit Christus: Jesus, ich bin so beeindruckt von dir. Du bist so stark und gleichzeitig so gut. Ich möchte dich besser kennen lernen. Ich möchte dir ähnlich werden. Du bist so wahrhaftig. Niemals verbiegst du dich oder suchst nach der Anerkennung der Menschen. Lehre mich, vor dem Vater zu leben und einzig ihm die Ehre zu erweisen. Danke für dein großes Vorbild, mein Herr.

Möglicher Vorsatz: Ich will mich heute nicht verstellen und anderen nach dem Mund reden; sondern heute (und in Zukunft) will ich ganz echt sein.

Additional Info

  • Untertitel:

    Tägliche Meditationen - 31. August 2015

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