Montag, 10. August 2015

Wie geschieht wahre Erneuerung und wie geschieht sie nicht?

Tägliche Meditationen - 22. August 2015

Samstag der zwanzigsten Woche im Jahreskreis
Maria Königin (Regina)
Hl. Sigfried OSB
Hl. Maurus, Märtyrer

P. Thomas Fox, LC

Mt 23,1-12
In jener Zeit wandte sich Jesus an das Volk und an seine Jünger und sagte: Die Schriftgelehrten und die Pharisäer haben sich auf den Stuhl des Mose gesetzt. Tut und befolgt also alles, was sie euch sagen, aber richtet euch nicht nach dem, was sie tun; denn sie reden nur, tun selbst aber nicht, was sie sagen. Sie schnüren schwere Lasten zusammen und legen sie den Menschen auf die Schultern, wollen selber aber keinen Finger rühren, um die Lasten zu tragen. Alles, was sie tun, tun sie nur, damit die Menschen es sehen: Sie machen ihre Gebetsriemen breit und die Quasten an ihren Gewändern lang, bei jedem Festmahl möchten sie den Ehrenplatz und in der Synagoge die vordersten Sitze haben, und auf den Straßen und Plätzen lassen sie sich gern grüßen und von den Leuten Rabbi (Meister) nennen. Ihr aber sollt euch nicht Rabbi nennen lassen; denn nur einer ist euer Meister, ihr alle aber seid Brüder. Auch sollt ihr niemand auf Erden euren Vater nennen; denn nur einer ist euer Vater, der im Himmel. Auch sollt ihr euch nicht Lehrer nennen lassen; denn nur einer ist euer Lehrer, Christus. Der Größte von euch soll euer Diener sein. Denn wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt, und wer sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden.

Einführendes Gebet: Herr, ich komme, um bei dir die Sprache und das „Alphabet“ der Liebe zu erlernen. Hilf mir, daran zu denken, dass ich vor dir nur stammeln kann, dass meine Hände im Schreiben ungeübt sind. Hab Erbarmen mit den Lücken und Fehlern im Buch meines Lebens und führe du meinen Geist, meine Stimme, meine Hand. Mach mich einfach, damit ich wie ein Kind aufnahmebereit bin, staunen kann und die wesentlichen Dinge verstehe.

Bitte: Herr, schenk mir ein neues Herz, das deine Gesinnung in sich trägt.

1. Abkehr vom Schein zum Sein. Im heutigen Evangelium rechnet Jesus mit dem ab, was eigentlich von allen übereinstimmend als die größte Tragödie angesehen wird, die einem Menschen in seinem Leben zustoßen kann: wenn er ein Doppelleben führt; wenn er mehr den Schein als das Sein liebt; wenn drinnen nicht das anzufinden ist, was draußen auf der Verpackung steht. Den religiösen Menschen nennt man in einem solchen Fall „scheinheilig“ oder heuchlerisch. Das sollen wir also partout vermeiden. Doch wie?Als Jesus der Samariterin am Jakobsbrunnen begegnete, sagte er, dass Gott, der Vater, Menschen suche, die ihn nicht auf diesem oder jenem Berg, sondern im Geist und in der Wahrheit anbeten (vgl. Joh 4,23). Darin besteht also wahre Religiosität: nicht in einer Bindung an äußere Dinge, an Veranstaltungen mit zirkusähnlichen Kostümen, Schönrederei und gegenseitigen Gefälligkeitserweisen, sondern in einer geisterfüllten, persönlichen, starken Bindung an Gott. Ja, lebendiger Glaube formt den Menschen zu einer Einheit, macht aus ihm ein Stück aus einem Guss, indem er nämlich dem Geist zur sanften, aber festen Regie über das Fleisch verhilft. Außerdem hat solcher Glaube auch die Kraft, Menschen miteinander zu verbinden.

2. Von innen nach außen. Da jeder gute Baum gute Früchte und jeder schlechte Baum schlechte Früchte hervorbringt, liegt Jesus daran, sein Volk und die zukünftige Kirche von der Wurzel her zu reinigen. Erinnern wir uns an die Tempelreinigung, die der Herr nach dem Evangelisten Johannes zu Anfang seines öffentlichen Wirkens durchführt! Der Tempel von Jerusalem war das religiöse Zentrum seines Volkes. Was hier geschah, geschah an der Wurzel und sollte für ganz Israel folgenreich sein. Doch der Tempel war letztlich nur ein Gebäude, symbolträchtig, ja, aber nur aus Stein. Die Sanierung des Menschen musste beim Menschen selbst ansetzen. Und so zeichnete der Evangelist in der Folge sieben erschütternde Weherufe auf, die Jesus an die Pharisäer und Schriftgelehrten richtete und die ihre abschreckende Wirkung auf seine Jünger ebenfalls nicht verfehlten. Sie blieben in ihrem Gedächtnis haften und mit ihnen die Überzeugung: „Bei uns darf es nicht so sein“.

3. Von oben nach unten. Wie der hl. Paulus schreibt, entäußerte sich Christus bei seiner Menschwerdung und wurde wie ein Sklave und den Menschen gleich (Phil 2,7). Der Weg der „Erniedrigung“ ist seitdem der Weg, den alle gehen müssen, die ihm ähnlich werden wollen. Wenn Jesus also sagt: „Der Größte von euch soll euer Diener sein“, spricht er über das Motto, das er sich selbst zur Lebensregel gemacht hat und lädt uns ein, ihm darin ähnlich zu werden. Und ist es nicht tatsächlich so, dass Gott uns ständig dient, indem er uns mit den Möglichkeiten, die uns die Schöpfung bietet, sozusagen in jedem Augenblick den Steigbügel für die nächste Tat hinhält? Der Schritt von oben nach unten, ist er nicht der Schritt, den Gott jedes Mal tut, wenn er uns seine Gnade und sein Erbarmen schenkt? Wollen wir uns bei so viel Überschwang von Liebe immer noch erheben und nicht viel lieber dankbar sein und dafür sorgen, Menschen zu werden, die ihre Freiheit gut benutzen, gute Wurzeln haben, gute Früchte bringen?

Gespräch mit Christus: Christus, erneuere mich! Mach mich zu einem neuen Menschen, zu einem Menschen aus einem Guss. Hilf mir, entschieden von mir zu weisen, was mich im Herzen und im Geist entzweit. Erneuere und festige mich in meinen inneren Überzeugungen und Vorsätzen, im Glauben und in der Liebe. Gib mir den Mut, gemeinsam mit dir einen Schritt zu meiner Sanierung zu setzen und vor meiner eigenen Haustür zu kehren.

Möglicher Vorsatz: Ich werde versuchen, alles, was heute auf mich zukommt, als einen Dienst Gottes an mir zu bewerten: Er reicht mir den Steigbügel für die nächste Tat. Im Gegenzug will ich alles, was ich tue, als Dienst verrichten.

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  • Untertitel:

    Tägliche Meditationen - 22. August 2015

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