Montag, 10. August 2015

Christus oder dem Mammon dienen?

Tägliche Meditationen - 17. August 2015

Montag der zwanzigsten Woche im Jahreskreis
Hl. Hyazinth OP,
Hl. Jutta OPream

P. Daniel Weber LC

Mt 19,16-22
Es kam ein Mann zu Jesus und fragte: Meister, was muss ich Gutes tun, um das ewige Leben zu gewinnen? Er antwortete: Was fragst du mich nach dem Guten? Nur einer ist «der Gute». Wenn du aber das Leben erlangen willst, halte die Gebote! Darauf fragte er ihn: Welche? Jesus antwortete: Du sollst nicht töten, du sollst nicht die Ehe brechen, du sollst nicht stehlen, du sollst nicht falsch aussagen; ehre Vater und Mutter! Und: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst! Der junge Mann erwiderte ihm: Alle diese Gebote habe ich befolgt. Was fehlt mir jetzt noch? Jesus antwortete ihm: Wenn du vollkommen sein willst, geh, verkauf deinen Besitz und gib das Geld den Armen; so wirst du einen bleibenden Schatz im Himmel haben; dann komm und folge mir nach. Als der junge Mann das hörte, ging er traurig weg; denn er hatte ein großes Vermögen.

Einführendes Gebet: Herr ich danke dir, dass ich heute wieder dein Wort hören darf. Lass mich erkennen, was das Wichtigste in meinem Leben ist.

Bitte: Gib mir Freude daran, anderen Gutes zu tun und mir selbst gegenüber Selbstbeherrschung.

1. Das neue Gebot. Dieser Mann kann einem echt leidtun. Er hält alle Gebote, er ist ein Musterschüler und scheint doch nicht ein Kandidat für das ewige Leben zu sein. Aber er hat Jesus wohl nicht wirklich zugehört. Als Jesus beginnt, die Gebote aufzuzählen, denkt er, es handele sich um die zehn Gebote und merkt gar nicht, dass Jesus auch ein neues Gebot in die Aufzählung hineinnimmt: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. Die meisten Menschen finden sich ganz toll. „So und jetzt soll ich auch noch meinen Nächsten so sehr lieben, wie ich mein Spiegelbild verehre? So sehr sogar, dass ich von meinem Reichtum abgeben soll? Jesus fordert den jungen Mann auf, ihm nachzufolgen. Vielleicht wäre er der 13. Apostel geworden, wenn er sein Vermögen weggegeben hätte. Aber, wie so oft, müssen wir die Ansprüche, die Jesus stellt, vom Standpunkt der Liebe aus sehen. Wenn ich jemand liebe, wenn ich Christus liebe, tue ich viel für ihn. Ich werde die Sünde meiden und Gutes tun. Das stimmt; aber trotzdem verlangt es von uns Überwindung. Sie gehört dazu, sie ist wie die „Kehrseite“ der Liebe.

2. Verkauf deinen Besitz! Verkauf deinen Besitz! Die Meisten, die diese Worte lesen, schmunzeln wahrscheinlich jetzt. Wenn man Familie hat und gerade ein Haus gebaut hat, soll man nun seinen Besitz verkaufen …?Man kann diesen Satz als eine spezielle Einladung für Ordensleute verstehen, die Christus nicht nur im Geist der Armut, sondern auch in gelebter Armut nachfolgen. Durch die Armut sollen wir Ordensleute von materiellen Sorgen befreit werden. Instinktiv wissen wir, ein Ordensmann sollte arm sein. Stellen Sie sich die heilige Theresia von Lisieux vor einem vollen Kleiderschrank mit Damenbekleidung vor und hören Sie sie stöhnen: „Oh ich habe nichts anzuziehen!“. Falls Sie keine Ordensfrau sind, was bedeutet für Sie: „Verkauf Deinen Besitz“? Wir brauchen Geld zum Leben, das ist klar und das weiß auch Christus. Er will aber nicht, dass wir dem Geld und den materiellen Dingen zu viel Bedeutung beimessen. Sie sollen sich nicht klammheimlich auf den Thron Gottes in unserem Herzen setzen (das tun sie gern). Gott sollte uns unbedingt das Wichtigste sein.

3. Müssen wir alle Musterschüler sein? Müssen wir alle so schnell reagieren wie die Apostel, die alles verlassen haben, um Christus nachzufolgen? Wir leben heute in einer Konsumgesellschaft, wir werden von der Werbung überall eingeladen, etwas zu kaufen. Man braucht schon Charakterfestigkeit, um nicht in ihre Falle zu tappen. Und ganz ehrlich gesagt, viele Dinge, die wir nicht unbedingt brauchen, sind ja auch schön, praktisch etc. Nur weil wir Christen sind, heißt es nicht, dass der Verzicht darauf uns leicht fällt. Es ist manchmal schon eine Kunst zu erkennen, ob ich dieses Produkt wirklich brauche oder, ob ich es mir nur kaufe, um … Wir müssen Vernunft und Verstand zum Shopping unbedingt mitnehmen. Der Heilige Vater wird geachtet, weil er Gesten der Armut setzt. Er mahnt auch uns immer wieder, die Armen nicht zu vergessen. Als gute Christen müssen auch wir auf etwas verzichten, selbst wenn es uns ein wenig schmerzt.

Gespräch mit Christus: Lieber Jesus, gib mir die Gnade, dich als das Wichtigste in meinem Leben anzusehen und die Kraft, danach zu leben. Lass nicht zu, dass die materiellen Sorgen dich zur Seite drängen und lass mich erfahren, wie schön es ist, dich in meinem Herzen zu tragen.

Möglicher Vorsatz: Heute will ich besonders beim Shopping aufpassen. Nur die notwendigen Dinge kaufen und Christus den ersten Platz im Herzen geben.

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  • Untertitel:

    Tägliche Meditationen - 17. August 2015

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