Donnerstag, 6. August 2015

Eine Vision von Liebe

Tägliche Meditationen - 14. August 2015

Freitag der neunzehnten Woche im Jahreskreis
Hl. Maximilian Maria Kolbe, Märtyrer
Hl. Meinhard CanA, Bischof

Birgit Gams

Mt 19,3-12
In jener Zeit kamen Pharisäer zu ihm, die ihm eine Falle stellen wollten, und fragten: Darf man seine Frau aus jedem beliebigen Grund aus der Ehe entlassen? Er antwortete: Habt ihr nicht gelesen, dass der Schöpfer die Menschen am Anfang als Mann und Frau geschaffen hat und dass er gesagt hat: Darum wird der Mann Vater und Mutter verlassen und sich an seine Frau binden und die zwei werden ein Fleisch sein? Sie sind also nicht mehr zwei, sondern eins. Was aber Gott verbunden hat, das darf der Mensch nicht trennen. Da sagten sie zu ihm: Wozu hat dann Mose vorgeschrieben, dass man (der Frau) eine Scheidungsurkunde geben muss, wenn man sich trennen will? Er antwortete: Nur weil ihr so hartherzig seid, hat Mose euch erlaubt, eure Frauen aus der Ehe zu entlassen. Am Anfang war das nicht so. Ich sage euch: Wer seine Frau entlässt, obwohl kein Fall von Unzucht vorliegt, und eine andere heiratet, der begeht Ehebruch. Da sagten die Jünger zu ihm: Wenn das die Stellung des Mannes in der Ehe ist, dann ist es nicht gut zu heiraten. Jesus sagte zu ihnen: Nicht alle können dieses Wort erfassen, sondern nur die, denen es gegeben ist. Denn es ist so: Manche sind von Geburt an zur Ehe unfähig, manche sind von den Menschen dazu gemacht und manche haben sich selbst dazu gemacht - um des Himmelreiches willen. Wer das erfassen kann, der erfasse es.

Einführendes Gebet: Jesus, ich danke dir, dass wir aus Liebe und für die Liebe geschaffen sind. Ich danke dir, dass du uns so geschaffen hast, dass wir Liebe empfangen und Liebe geben können.

Bitte: Schenke mir, dass ich nicht auf mich selbst bezogen bleibe, sondern mich aufrichtig hingeben kann.

1. Gottes ursprünglicher Plan. Die Pharisäer stellen Jesus eine Frage: „Darf man seine Frau aus der Ehe entlassen?“ Doch Jesus lässt sich nicht in moralische Streitfragen verwickeln, ohne vorher sicherzustellen, dass genügend Licht auf sie geworfen wird, um sie zu lösen. So hebt er das Gespräch auf eine ganz andere Ebene: „Nur weil ihr so hartherzig seid, hat Mose euch erlaubt, eure Frauen aus der Ehe zu entlassen. Am Anfang war das nicht so.“ (Mt 19,8) Jesus möchte, dass wir nicht auf unsere Gebrochenheit schauen und diese zum Maßstab unseres Handelns nehmen. Vielmehr richtet er unseren Blick auf den „Anfang“, auf die ursprüngliche Schönheit und Unversehrtheit des Menschen vor dem Sündenfall. Jesus offenbart uns den ursprünglichen Plan Gottes für die Liebe. Er kennt aber auch unsere Gebrochenheit und führt uns auf den Weg der Liebe und der Erlösung.

2. Gott ist treu. Die Liebe Gottes ist treu – das ist eine Gewissheit, die sich durch die ganze Heilige Schrift zieht. Jesus hat dieses Treueversprechen mit der Hingabe seines eigenen Leibes besiegelt und dafür am Kreuz all unsere Sünden auf sich genommen. Am Tag unserer Hochzeit erinnern wir uns an diese treue Liebe Gottes und versprechen, einander die Treue zu halten in guten und bösen Tagen, in Gesundheit und Krankheit, bis dass der Tod uns scheidet - so wie Jesus es getan hat. Ein solches Versprechen abzulegen erscheint vielen Menschen unmöglich und gestützt auf unsere eigenen Kräfte wäre es das auch. Doch gestützt auf die Liebe Gottes ist die Treue möglich.

3.  Ein Vorgeschmack des Himmels. Wie reagieren die Jünger auf die Worte Jesu über die Ehescheidung? „Wenn das die Stellung des Mannes in der Ehe ist, dann ist es besser nicht zu heiraten.“ Doch Jesus fordert seine Jünger noch mehr heraus. Von frühester Jugend an waren die Juden vertraut mit der Verheißung Gottes an Abraham, dass dieser ihn fruchtbar und zum Vater vieler Völker machen wird. (Gen1,28) Und es gab die Verheißung, dass der Messias aus Abrahams Same hervorgehen wird. „Seht, die Jungfrau wird ein Kind empfangen, einen Sohn wird sie gebären...“ (Jes 7,14). Diejenigen, die nicht in der Lage waren, Kinder zu zeugen und zu empfangen, galten als von Gott verworfen und aus seinem Königreich ausgeschlossen. Doch nun sagt Jesus, dass Männer und Frauen es freiwillig auf sich nehmen würden, sich für den Rest ihres Lebens zu enthalten - um des Himmelreiches willen. Eine solche Wahl war für die Jünger nicht einfach zu verstehen. Doch so wunderbar die Ehe und die eheliche Intimität in diesem Leben auch sein mögen, sie bleiben immer nur ein Vorgeschmack, eine Vorbereitung auf das, was noch kommt, die Hochzeit des Lammes. Der Mensch, der um des Himmelreichs willen zölibatär lebt, gibt seine ganze Sehnsucht nach Liebe und Gemeinschaft mit einem Ehepartner hin und tut das um der Liebe Christi willen, im Hinblick auf diese ewige Hochzeit mit Christus im Himmel.

Gespräch mit Christus: Jesus, du schenkst uns verschiedene Weisen, dir zu folgen und die Liebe zu leben. Ich danke dir für das Zeugnis der Liebe, dass mir Männer und Frauen geben, die um des Himmelreiches willen ehelos leben. Ich bitte dich, dass unsere Ehen und Familien ihnen in der Liebe nicht nachstehen. Ich danke dir für jeden Menschen, der in seinem Stand und in seiner konkreten Lebenssituation dir nachfolgt und sich hingibt. Lass uns alle tiefer verstehen, dass wir einander brauchen und gemeinsam die Kirche bilden.

Möglicher Vorsatz: Ich werde heute ein konkretes Zeichen der Liebe setzen für eine gottgeweihte Person: durch ein Gebet, eine Ermutigung oder eine konkrete Unterstützung.

Additional Info

  • Untertitel:

    Tägliche Meditationen - 14. August 2015

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