Donnerstag, 6. August 2015

Ein Tauschgeschäft

Tägliche Meditationen - 10. August 2015

Montag der neunzehnten Woche im Jahreskreis
Hl. Laurentius, Märtyrer
Philomena; Asteria (Astrid)

Birgit Gams

Joh 12,24-26
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Amen, amen, ich sage euch: Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es allein; wenn es aber stirbt, bringt es reiche Frucht. Wer an seinem Leben hängt, verliert es; wer aber sein Leben in dieser Welt gering achtet, wird es bewahren bis ins ewige Leben. Wenn einer mir dienen will, folge er mir nach; und wo ich bin, dort wird auch mein Diener sein. Wenn einer mir dient, wird der Vater ihn ehren.

Einführendes Gebet: Jesus, ich komme zu dir mit meiner Sehnsucht dir zu folgen und für immer bei dir zu sein. Du weißt um meine Ängste. Trotzdem möchte ich alles loslassen und in deine Hand geben. Ich weiß, dass ich es zulassen kann, weil du alles hältst. Geh mit mir durch diese Zeit der Betrachtung und des Gebetes.

Bitte: Hilf mir, großzügig und mutig zu sein.

1. Reiche Ernte. Jesus ist in Jerusalem eingezogen. In seiner letzten öffentlichen Rede spricht er von sich selbst als dem Weizenkorn, das in die Erde fällt, stirbt und reiche Frucht bringt. Damit deutet er auf das Geheimnis der Kirche hin: Jesus wird in seinem Leiden zum gestorbenen Weizenkorn. Von diesem Weizenkorn her beginnt die große Brotvermehrung, die bis zum Ende der Zeit anhalten wird. Jesus ist das Brot des Lebens, das in Fülle für alle Menschen bereit steht. Die Kirche umfasst alle Völker der Erde, sie hat ihren Ursprung in der Hingabe des Lebens Jesu und sie wird geeint durch die Eucharistie, die das Geheimnis des Todes und der Auferstehung in sich trägt. Ich darf ein Glied dieser Kirche sein, eine Frucht der sich verschenkenden Liebe Jesu.

2. Der Schein trügt. Jesus spricht vom Verlieren und Gewinnen, vom Aufgeben und Wiederempfangen, von einem unsere ganze Existenz bestimmenden Tauschgeschäft. Wir sehnen uns nach Sicherheit und wir verwenden viel Energie darauf, die Risiken in unserem Leben zu verringern und unser Leben und das unserer Familie abzusichern. Doch der Schein trügt und was uns als sicher erscheint, steht oft auf schwankendem Grund. Jesus rüttelt uns auf und stellt unser Leben auf den Kopf: Der zu verlieren scheint, ist am Ende womöglich der Gewinner. Und wer alles gewonnen hat, steht am Ende mit leeren Händen da. Unser Glück liegt nicht in der Selbstverwirklichung und nicht in den Sicherheiten, die wir uns mühsam erarbeitet haben. Ich werde mich selbst gewinnen, wenn ich gelernt habe nicht nur immer auf mich selbst zu schauen. Nur wenn ich selbstvergessen schenken kann, finde ich mich selbst. Doch werde ich mich verlieren, wenn ich die Läden herunterlasse und möglichst nichts von meinem Leben preisgeben will. Jesus bittet mich, etwas von den Sicherheiten meines Alltags zu verschenken. Meine Zeit, meine Gaben, etwas von meinem Besitz im Tausch für eine neue Erfahrung: Die Erfahrung, dass nur Gott allein genügt und ich in ihm alles finden kann.

3. Um den Preis des eigenen Lebens. Jesus hat für die Liebe Zeugnis abgelegt, um den Preis seines eigenen Lebens. Für uns, die wir Jesus folgen möchten, beginnt der Kampf in dem Augenblick, wenn wir für Jesus Zeugnis ablegen sollen, auch wenn es zu unserem Nachteil ist oder es um den Preis unseres eigenen Lebens, unserer eigenen Existenz geht. Nie hat es eine größere Christenverfolgung gegeben als in unseren Tagen und es gehen Videos durch die Welt, die zeigen, wie Christen erhobenen Hauptes, den Blick zum Himmel gerichtet, ihren Henkern begegneten. Die noch einmal ein Gebet sprachen und deren letzte Worte, lauteten: Mein Herr Jesus! „Wer sein Leben um meinetwillen und um des Evangeliums willen verliert, wird es retten.“ (Mk 8,34-35) Diese Worte trösteten die ersten Märtyrer der Kirche. Der Heldenmut der Märtyrer ist nicht nur eine fromme Legende aus der Frühzeit des Christentums, sondern eine Realität auch in unserer Zeit. Wer fest genug glaubt, wer sein Leben im Herrn verankert, der fürchtet im Ernstfall keine Löwen, keine Folterqualen und auch nicht die Messer der verblendeten Mörder. Er kann voll Vertrauen in den Himmel schauen, wo der Vater bereits auf ihn wartet, um ihn zu ehren! Ich will mich der Fürsprache dieser Märtyrer anvertrauen und sie zum Vorbild für meinen Glauben nehmen. So wird ihr Martyrium nicht zu einer Niederlage, sondern zu einem Sieg, wie es Tertullian in seinem berühmten Wort bezeugt hat: „Das Blut der Märtyrer ist der Samen neuer Christen.“

Gespräch mit Christus: Jesus, du legst dich in meine Hände und in mein Herz, damit dein Wort in mir wachsen und Frucht bringen kann. Du schenkst dich durch den Tod des Weizenkorns hindurch, damit auch ich es wage, mein Leben zu verlieren, um es zu gewinnen; damit ich mich der Verheißung des Weizenkorns anvertraue. Hilf mir, dich mehr und aufrichtiger zu lieben und dich zu bekennen -auch dann, wenn ich auf Ablehnung und Unverständnis stoße. Wie das Weizenkorn aufsteht aus der Erde als Halm und Ähre, so bist du nicht im Grab geblieben. Lass mich in dieser Hoffnung froh sein und von dir Zeugnis ablegen.

Möglicher Vorsatz: Ich bete heute für meine Brüder und Schwestern, die um ihres Glaubens willen verfolgt werden.

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  • Untertitel:

    Tägliche Meditationen - 10. August 2015

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