Mittwoch, 27. Mai 2015

Ein Herz voll Liebe

Tägliche Meditationen - 12. Juni 2015


Heiligstes Herz Jesu

P. Georg Rota LC

Joh 19,31-37
Weil Rüsttag war und die Körper während des Sabbats nicht am Kreuz bleiben sollten, baten die Juden Pilatus, man möge den Gekreuzigten die Beine zerschlagen und ihre Leichen dann abnehmen; denn dieser Sabbat war ein großer Feiertag. Also kamen die Soldaten und zerschlugen dem ersten die Beine, dann dem andern, der mit ihm gekreuzigt worden war. Als sie aber zu Jesus kamen und sahen, dass er schon tot war, zerschlugen sie ihm die Beine nicht, sondern einer der Soldaten stieß mit der Lanze in seine Seite, und sogleich floss Blut und Wasser heraus. Und der, der es gesehen hat, hat es bezeugt, und sein Zeugnis ist wahr. Und er weiß, dass er Wahres berichtet, damit auch ihr glaubt. Denn das ist geschehen, damit sich das Schriftwort erfüllte: Man soll an ihm kein Gebein zerbrechen. Und ein anderes Schriftwort sagt: Sie werden auf den blicken, den sie durchbohrt haben.

Einführendes Gebet: O Heiligstes Herz Jesu, du Quelle alles Guten. Ich bete dich an, ich hoffe auf dich, ich liebe dich. Ich bereue alle meine Sünden. Dir schenke ich mein armes Herz. Mach es sanft und demütig und dem deinen immer ähnlicher.

Bitte: Jesus, sanft und demütig von Herzen, bilde mein Herz nach deinem Herzen!

1. Das Kreuz als Schlüssel. Aus menschlicher Sicht ist das Kreuz ein Folterinstrument, das nur Schmerz und Tod mit sich bringt. Durch Christus wird das Kreuz in ein Zeichen der siegreichen Liebe seines Heiligsten Herzen verwandelt. Ein Paradoxon, das unserem Verstand seine Grenzen offenbart. Unsere menschliche Natur schreckt vor dem Kreuz, vor den Schwierigkeiten und dem Unbequemen zurück. Wir folgen der Einladung Christi, uns selbst zu verleugnen, unser Kreuz zu schultern und ihm nachzufolgen nur zögerlich (vgl. Mk 8,34). Das Kreuz scheint uns zu schwer. Es verlangt unserer schwachen Natur einfach zu viel ab. Wir fliehen lieber vor dem Kreuz, als es zu umarmen und zu tragen. Dabei vergessen wir jedoch, dass das Kreuz der Schlüssel zum Verständnis seiner göttlichen Liebe ist.

2. Der göttliche Thron. Nur weil sein Heiligstes Herz am Kreuz voll und ganz sichtbar wird, können wir den Mut und die Kraft aufbringen, seinem göttlichen Ruf zu folgen: „Nimm dein Kreuz auf dich und folge mir nach! (vgl. Mk 8:34). Nur weil er dieses Joch zuerst auf sich genommen hat, wissen wir, dass sein Herz sanft- und demütig ist (vgl. Mt 11,29). Betrachten wir sein Herz am Kreuz, wie es voller Demut und Geduld für uns leidet, uns nicht mehr mit Worten davon überzeugen möchte, dass er uns liebt, sondern in beredten Taten zuruft: „Hab keine Angst, ich bin es!“ (vgl. Mt 14,27) „Ich liebe dich mit ewiger Liebe“ (vgl. Jes 31,3). Das Kreuz ist der Thron, auf dem das göttliche Herz sich niedergelassen hat. Christus verlangt auch danach, in unserem Herzen regieren zu dürfen: Darf ich auch der König deines Herzens werden?

3. Ein Kreuz mit Christus. Mit dem Kreuz kommt auch Christus. Jesus vertraut sein Kreuz all jenen an, die er näher an sich binden möchte – seinen Freunden. Obwohl unser Herz im ersten Moment weinen könnte und unsere Seele blutet, bewahrheiten sich Jesu Worte doch, wenn wir das Kreuz umarmen: „Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir; denn ich bin gütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seele.“ (Mt 11,29). Wo Christus ist, da finden wir auch Frieden und wahre Liebe. Sein Herz ist aus Liebe zu uns am Kreuz durchbohrt worden, und aus diesem Herzen sind Ströme lebendigen Wassers für uns geflossen. Sie sollen auch in uns zur sprudelnden Quelle werden, deren Wasser ewiges Leben schenkt (vgl. Joh 4,14). Wir haben einen Gott, der ein Herz hat, das für uns schlägt, das uns versteht, das mit uns und für uns leidet, das uns liebt. Was mehr brauchen wir?

Gespräch mit Christus: O Jesus, ich danke dir, dass du mir gezeigt hast, dass dein Herz nicht davor zurückschreckt, alles für mich zu geben. Du fühlst mit mir. Es ist dir nicht egal, wenn ich leide, und du rufst mir auch zu, dass ich nicht für immer leiden werde, weil du Tod und Leid für mich am Kreuz besiegt hast.

Additional Info

  • Untertitel:

    Tägliche Meditationen - 12. Juni 2015

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