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Mittwoch, 27. Mai 2015

Apostel der göttlichen Familie

Tägliche Meditationen - 7. Juni 2015

Zehnter Sonntag im Jahreskreis

P. Georg Rota LC

Mk 3,20-35
Jesus ging in ein Haus und wieder kamen so viele Menschen zusammen, dass er und die Jünger nicht einmal mehr essen konnten. Als seine Angehörigen davon hörten, machten sie sich auf den Weg, um ihn mit Gewalt zurückzuholen; denn sie sagten: Er ist von Sinnen. Die Schriftgelehrten, die von Jerusalem herabgekommen waren, sagten: Er ist von Beelzebul besessen; mit Hilfe des Anführers der Dämonen treibt er die Dämonen aus. Da rief er sie zu sich und belehrte sie in Form von Gleichnissen: Wie kann der Satan den Satan austreiben? Wenn ein Reich in sich gespalten ist, kann es keinen Bestand haben. Wenn eine Familie in sich gespalten ist, kann sie keinen Bestand haben. Und wenn sich der Satan gegen sich selbst erhebt und mit sich selbst im Streit liegt, kann er keinen Bestand haben, sondern es ist um ihn geschehen. Es kann aber auch keiner in das Haus eines starken Mannes einbrechen und ihm den Hausrat rauben, wenn er den Mann nicht vorher fesselt; erst dann kann er sein Haus plündern. Amen, das sage ich euch: Alle Vergehen und Lästerungen werden den Menschen vergeben werden, so viel sie auch lästern mögen; wer aber den Heiligen Geist lästert, der findet in Ewigkeit keine Vergebung, sondern seine Sünde wird ewig an ihm haften. Sie hatten nämlich gesagt: Er ist von einem unreinen Geist besessen. Da kamen seine Mutter und seine Brüder; sie blieben vor dem Haus stehen und ließen ihn herausrufen. Es saßen viele Leute um ihn herum und man sagte zu ihm: Deine Mutter und deine Brüder stehen draußen und fragen nach dir. Er erwiderte: Wer ist meine Mutter und wer sind meine Brüder? Und er blickte auf die Menschen, die im Kreis um ihn herumsaßen, und sagte: Das hier sind meine Mutter und meine Brüder. Wer den Willen Gottes erfüllt, der ist für mich Bruder und Schwester und Mutter.

Einführendes Gebet: Herr Jesus, dir schenke ich diese Gebetszeit. Hilf du mir, mein Herz zu öffnen, damit ich deine Stimme klar und deutlich vernehmen kann. Heiliger Geist, komm du in mein Herz, erleuchte meinen Verstand und mache mich hellhörig.

Bitte: Jesus, gib mir die Kraft deinen Willen zu tun!

1. Keine Zeit zum Essen.  Jesus ist mit seinen Aposteln unterwegs, um das Reich Gottes zu verkünden. Dieser Aufgabe, dieser Mission widmen sie sich mit ganzem Herzen. Sie beansprucht all ihre Kräfte und so viel Zeit, dass die eigenen Bedürfnisse bisweilen gehörig zu kurz kommen. Aber das scheint ihnen in diesem Moment nichts auszumachen. Wer die Liebe Gottes erfahren hat, kann dieses Erlebnis nicht für sich behalten, sondern er muss anderen davon erzählen. Diese Begeisterung und das innerlich brennende Herz lassen einen nicht an sich selbst, sondern vor allem an Gott und den Nächsten denken.

2. Er ist von Sinnen.  Jeder der von der Liebe Gottes entflammt wird und versucht, diese an andere weiterzugeben, stößt früher oder später auf Ablehnung. Jesus ging es dabei nicht anders. Das kann für uns ein großer Trost sein. Die religiöse Obrigkeit wirft ihm vor, mit dem Anführer der Dämonen im Bunde zu stehen. Seine eigenen Verwandten halten ihn für verrückt. Jesus aber bleibt gefasst, er entlarvt die Vorwürfe mit einem aus dem Leben der Staaten gegriffenen Gleichnis: „Kein in sich gespaltenes Reich kann bestehen“. Vor allem aber weist Jesus auf die Barmherzigkeit Gottes hin. „Alle Vergehen und Lästerungen werden den Menschen vergeben werden, so viel sie auch lästern mögen.“ Das ist seine Antwort auf Anschuldigungen und Verleumdungen: Er vergibt. Die einzige Sünde, die nicht vergeben werden kann, ist die eines verhärteten Herzens, das seinen Heiligen Geist, seine Vergebung, aus freien Stücken nicht annehmen will.

3. Gottes liebevoller Wille.  Jesus nutzt diese Situation des Widerspruches und des Aufruhrs gegen ihn, um den Menschen eine große Botschaft mitzuteilen. Gott ist unendlich barmherzig! Und in seiner Liebe möchte er uns sündige Menschen in seine göttliche Familie aufnehmen. Vielleicht nehmen auch wir manchmal Anstoß an Gott, zum Beispiel in Situationen, deren Annahme uns schwer fällt, wenn wir ihn nicht verstehen oder sein Plan für unser Leben uns regelrecht verrückt erscheint. Auch in solchen Situationen sollen wir vertrauen, dass er unser Bruder sein möchte, dass er unser liebevoller Vater ist. Dazu müssen wir nur seinen Willen, der in den Lebensumständen zum Ausdruck kommt, annehmen, und zwar nicht als blindes Schicksal, sondern im Vertrauen darauf, dass dieses Geschick aus der Hand eines unendlich liebevollen und barmherzigen Vaters kommt, der für uns alles zum Guten wendet.

Gespräch mit Christus: Herr, stärke in mir die Überzeugung, dass du unendlich barmherzig und liebevoll bist. Ich danke dir, dass ich dich Freund, Bruder und Vater nennen darf. Hilf mir, stets auf deine reiche Barmherzigkeit zu vertrauen und mich nie von meiner Schwachheit und den Schwierigkeiten des Lebens entmutigen zu lassen.

Möglicher Vorsatz: Heute werde ich versuchen, die Menschen, die mich bzw. andere möglicherweise angreifen oder verleumden, der Barmherzigkeit Jesu anzuvertrauen.

Additional Info

  • Untertitel:

    Tägliche Meditationen - 7. Juni 2015

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