Dienstag, 26. Mai 2015

Der wahre Freund

Tägliche Meditationen - 5. Juni 2015

Freitag der neunten Woche im Jahreskreis
Hl. Bonifatius, Apostel der Deutschen
Hl. Meinwerk von Paderborn

P. Bertalan Egervári LC

Joh 15,14-16a,18-20
Ihr seid meine Freunde, wenn ihr tut, was ich euch auftrage. Ich nenne euch nicht mehr Knechte; denn der Knecht weiß nicht, was sein Herr tut. Vielmehr habe ich euch Freunde genannt; denn ich habe euch alles mitgeteilt, was ich von meinem Vater gehört habe. Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt und dazu bestimmt, dass ihr euch aufmacht und Frucht bringt und dass eure Frucht bleibt. Dann wird euch der Vater alles geben, um was ihr ihn in meinem Namen bittet.

Dies trage ich euch auf: Liebt einander!

Wenn die Welt euch hasst, dann wisst, dass sie mich schon vor euch gehasst hat. Wenn ihr von der Welt stammen würdet, würde die Welt euch als ihr Eigentum lieben. Aber weil ihr nicht von der Welt stammt, sondern weil ich euch aus der Welt erwählt habe, darum hasst euch die Welt. Denkt an das Wort, das ich euch gesagt habe: Der Sklave ist nicht größer als sein Herr. Wenn sie mich verfolgt haben, werden sie auch euch verfolgen; wenn sie an meinem Wort festgehalten haben, werden sie auch an eurem Wort festhalten.

Einführendes Gebet: Guter Jesus, ich möchte dir nun meine Zeit schenken. In Demut will ich mich sammeln, alle Sorgen und Ablenkungen hinter mir lassen und all meine Kraft und Gedanken auf dich lenken. Lass mich auf die Fürsprache des heiligen Bonifatius dich als meinen wahren Freund erkennen und erfahren. Gieße deine Liebe in mein Herz ein, damit ich lieben kann, wie du liebst.

Bitte: Hilf mir, in meiner Freundschaft mit dir zu wachsen!

1. Der wahre Freund. Welchen Grund hat Jesus denn, uns als Freunde zu behandeln? Haben wir ihm denn etwas Gutes getan? Oder ist er auf uns angewiesen? Nein, aus reiner Liebe und Barmherzigkeit bietet er uns seine Freundschaft an. So ernst war ihm diese Freundschaft, dass er bereit war, sein Leben für seine Freunde zu geben. Die heilige Schwester Faustyna schreibt in ihrem Tagebuch (Nr. 342): „Das Leiden ist der größte Schatz auf Erden - es läutert die Seele. Im Leiden erfahren wir, wer unser wahrer Freund ist.“ Jesus hat uns durch sein Leiden bewiesen, dass er unser wahrer Freund ist. Wenn wir leiden, ist er immer bei uns. Er möchte uns beistehen und uns durch das Leid hindurchtragen. Nur er kann uns in schwerem Leid wahren Trost spenden. Oft erfahren wir seine Liebe und Freundschaft erst im persönlichen Leid.

2. Der größte Schatz auf Erden. Das Leiden soll der größte Schatz auf Erden sein? Sicher muss das eine Übertreibung einer Mystikerin sein, die eben mit besonderen Gaben ausgestattet war; sie muss irgendwie komisch gewesen sein… oder nicht? Tatsache ist, dass die größte Liebestat in der Geschichte, der Kreuzestod Christi, mit sehr viel Leid verbunden war. Tatsache ist, dass selbst Jesus Christus durch Leiden Gehorsam lernen musste. Tatsache ist, dass viele Heilige das Leiden geradezu geliebt und sogar geistige Freude darin gefunden haben. Es scheint eine geheimnisvolle Verbindung zwischen Liebe und Leid zu geben. Schließlich gibt es keine größere Liebe, als wenn einer sein Leben für seine Freunde hingibt. So gesehen müssten wir eigentlich unsere Haltung zum Leiden ein wenig ändern.

3. Liebt einander. Die Liebe steht im Zentrum der Botschaft Christi. In die Ewigkeit können wir nichts anderes mitnehmen als die Liebe. Kein materieller Besitz, keine Geschöpfe, und nicht einmal die göttlichen Tugenden des Glaubens und der Hoffnung bleiben uns. Das alles wird vergehen, nur die Liebe ist ewig. Wenn Leiden die Seele läutert, dann macht es uns zu einer größeren, reineren Liebe fähig. Es ist großartig, dass Jesus sogar das Leiden verwandelt hat. Nicht, dass er es uns genommen hätte oder dass es in sich gut wäre, aber die geduldige Annahme unseres Leidens verleiht ihm einen großen übernatürlichen Wert. Im Leiden können wir unsere Liebe ganz besonders unter Beweis stellen und so unserem wahren Freund die Treue halten.

Gespräch mit Christus: Herr Jesus, wahrer Freund meiner Seele, ich danke dir dafür, dass du um meinetwillen so viel Leid auf dich genommen hast. Du hast dich schon als Freund erwiesen, als ich mich noch gar nicht für dich interessiert habe. Ich bitte dich um deine Gnade und Hilfe, damit auch ich dich als wahren Freund liebe. Gib mir die Kraft und den Glauben, alles Leid und alle Probleme als Gelegenheit zu erkennen, durch die ich in der Liebe zu dir wachsen kann. Heiliger Bonifatius, erbitte mir diese Gnade von Gott.

Möglicher Vorsatz: Ich möchte meinem wahren Freund heute eine kleine Freude machen, indem ich ihm mit einem Gebet für seine Freundschaft danke.

Additional Info

  • Untertitel:

    Tägliche Meditationen - 5. Juni 2015

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