Mittwoch, 13. Mai 2015

Christus nimmt nichts

Tägliche Meditationen - 26. Mai 2015

Dienstag der achten Woche im Jahreskreis
Hl. Philipp Neri, Ordensgründer, Mystiker

Sarah Briemle, gottgeweihte Frau des Regnum Christi

mMk 10,28-31
Petrus sagte zu Jesus: Du weißt, wir haben alles verlassen und sind dir nachgefolgt. Jesus antwortete: Amen, ich sage euch: Jeder, der um meinetwillen und um des Evangeliums willen Haus oder Brüder, Schwestern, Mutter, Vater, Kinder oder Äcker verlassen hat, wird das Hundertfache dafür empfangen: Jetzt in dieser Zeit wird er Häuser, Brüder, Schwestern, Mütter, Kinder und Äcker erhalten, wenn auch unter Verfolgungen, und in der kommenden Welt das ewige Leben. Viele aber, die jetzt die Ersten sind, werden dann die Letzten sein, und die Letzten werden die Ersten sein.

Einführendes Gebet:  Herr, ich glaube, dass du hier bist. Ich weiß, dass du mein Herz kennst und in meiner Schwachheit trete ich vor dich hin. Ich hoffe auf dich, weil ich weiß, dass nur du der Weg, die Wahrheit und das Leben bist. Ich liebe dich von ganzem Herzen und bitte dich, mir entgegenzukommen, damit ich dich noch mehr lieben lernen kann.

Bitte: Christus, stärke mein Vertrauen darauf, dass ich, wenn ich bei dir bin, nichts verpasse.

1. Alles verlassen. Christus fordert seine Jünger auf, alles zu verlassen. Es gibt keine wirkliche Nachfolge Christi ohne innere Loslösung von Dingen und Menschen, die uns lieb sind. Warum lädt uns Christus ein, uns sogar von guten Dingen oder Menschen zu trennen? Wenn Christus, der uns bis zum Kreuz geliebt hat, auffordert, etwas für ihn zurückzulassen, ist es sicherlich, weil er es uns in bessere Weise zurückgeben will. Dieses Loslassen bedeutet, die Augen nicht in erster Linie auf diese Dinge gerichtet zu haben, sondern auf ihn allein und auf den Weg, den er mich führt. Welche Sicherheiten, welche Beziehungen in meinem Leben oder Lebensprojekte lädt mich Jesus ein, loszulassen? Welchen Weg möchte er mich führen?

2. Hundertfach empfangen. Wenn Gott nimmt, tut er das immer, weil er dafür mehr geben will. Das „Hundertfache“, von dem Christus hier spricht, ist oft nicht quantitativ zu verstehen, sondern qualitativ. Alles, was wir Gott übergeben, schenkt er uns verwandelt wieder. Schenken wir ihm Sicherheiten, schenkt er uns im Gegenzug noch tiefere Sicherheiten; lassen wir um seinetwillen Beziehungen los und vertrauen sie ihm an, öffnet er unsere Beziehungen für eine viel größere und tiefere Dimension; schenken wir ihm unsere Lebensprojekte, verleiht er ihnen einen viel tieferen Sinn. „Wer Christus einlässt, dem geht nichts verloren von dem, was das Leben frei und schön und groß macht. Erst in dieser Freundschaft öffnen sich die Türen des Lebens. Erst in dieser Freundschaft gehen die großen Möglichkeiten des Menschseins auf. Erst in dieser Freundschaft erfahren wir, was schön und befreiend ist. Habt keine Angst vor Christus! Er nimmt nichts, und er gibt alles.“ (Benedikt XVI, Homilie zur Amtseinführung, 24. April 2005)

3. Die Letzten werden die Ersten sein. Auch in unserer Nachfolge Christi soll es uns nicht darum gehen, vorne zu stehen. Oftmals geht es nicht darum, große, heldenhafte Dinge für Christus zu tun, sondern kleine und unscheinbare Dinge für ihn loszulassen - meine kleinen Sicherheiten, meine normalen Alltagsbeziehungen, meine kleinen Projekte und Ideen. Nur wer im Kleinen bereit ist, Christus nachzufolgen, wird fähig sein, auch Bedeutendes für ihn aufzugeben. „Der Mensch sieht, was vor den Augen ist, der Herr aber sieht das Herz.“ (1 Sam 16,7)

Gespräch mit Christus: Christus, ich will dir nachfolgen. Oft habe ich Angst, alles nur auf eine Karte – auf dich – zu setzen. Schenke mir den Mut, dir wirklich alles zu schenken. Ich vertraue, dass du mir nichts von dem nehmen wirst, was mein Leben wirklich frei und schön macht. Ich weiß, dass du mir mehr geben willst, als ich jemals ersehnen kann.

Möglicher Vorsatz: Christus, ich möchte mich heute bewusst von kleinen Dingen loslösen und sie dir im Vertrauen übergeben.

Additional Info

  • Untertitel:

    Tägliche Meditationen - 26. Mai 2015

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