Mittwoch, 13. Mai 2015

Gott sehen und hören

Tägliche Meditationen - 25. Mai 2015


Pfingstmontag

Sarah Briemle, gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Lk 10,21-24
In dieser Stunde rief Jesus, vom Heiligen Geist erfüllt, voll Freude aus: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, weil du all das den Weisen und Klugen verborgen, den Unmündigen aber offenbart hast. Ja, Vater, so hat es dir gefallen. Mir ist von meinem Vater alles übergeben worden; niemand weiß, wer der Sohn ist, nur der Vater, und niemand weiß, wer der Vater ist, nur der Sohn und der, dem es der Sohn offenbaren will. Jesus wandte sich an die Jünger und sagte zu ihnen allein: Selig sind die, deren Augen sehen, was ihr seht. Ich sage euch: Viele Propheten und Könige wollten sehen, was ihr seht, und haben es nicht gesehen, und wollten hören, was ihr hört, und haben es nicht gehört.

Einführendes Gebet:  Herr, ich glaube, dass du hier bist. Ich weiß, dass du mein Herz kennst und in meiner Schwachheit trete ich vor dich hin. Ich hoffe auf dich, weil ich weiß, dass nur du der Weg, die Wahrheit und das Leben bist. Ich liebe dich von ganzem Herzen und bitte dich, mir entgegenzukommen, damit ich dich noch mehr lieben lernen kann.

Bitte: Christus, ich will dich in meinem Leben erkennen. Schenke mir Augen, um dich zu sehen.

1. Was will ich sehen? Die Könige und Propheten wollten das sehen, was die Jünger sehen. Doch was meint Jesus eigentlich damit? Was haben die Jünger gesehen und gehört? Wonach sehnen sich die Herzen aller Zeiten und Völker? Wonach sehnt sich mein Herz? – Die Wahrheit selbst zu erkennen. Unsere Sehnsüchte sind Wegweiser. Wer auf sie hört, tut den ersten Schritt hin auf dem Weg zu diesem lebendigen Wasser, das sie stillen wird. So viele Sehnsüchte! – Wir sehnen uns danach, uns selber zu erkennen, so wie wir sind, die Wahrheit zu sehen, die Liebe zu erfahren. Wir sehnen uns nach einem Gott, der sich in seiner Allmacht offenbart. Wir wollen einen Sinn im Leben erkennen. Und dann: Jesus spricht von „vielen“, die sehen wollten, aber nicht von „allen“. Wonach sehnt sich mein Herz? Will ich sehen? Was will ich sehen, was will ich hören?

2. Kann ich sehen und hören? Hören, und doch nicht hören. Sehen, und doch nicht sehen. Uns können diese Worte Jesu paradox erscheinen. Aber worauf will uns Jesus hinweisen? Sehen und hören WOLLEN ist der erste Schritt, doch nicht der endgültige. Wer Gott sehen und hören will, muss bereit sein, mit dem Herzen zu sehen und zu hören. Das hochmütige Herz ist selbstfixiert und darauf bedacht, die Erkenntnis aus eigener Kraft zu erlangen. Doch die Erkenntnis Gottes, die Erkenntnis der Wahrheit, die Erfahrung der Liebe ist ein reines Geschenk – nicht erarbeitet, sondern empfangen. Nur die Demut kann die Augen und Ohren unseres Herzens – des inneren Menschen – öffnen. Ohne sie beschränken wir Gott auf unsere eigenen Kategorien. Und sehnt sich unser Herz nicht nach etwas viel Größerem? „Gott tritt den Stolzen entgegen, den Demütigen aber schenkt er seine Gnade.“ (Jak 4,6). Wie oft meinen wir, Gott aus eigener Kraft finden zu können und vergessen, dass wir als Kinder darauf angewiesen sind, dass er uns entgegen kommt.

3. Jesus spricht zu mir. Das demütige Herz hat ein Auge dafür, das Große in den kleinen und unscheinbaren Dingen zu erkennen. Warum konnten die Jünger in dem Sohn des Zimmermanns den Messias erkennen, doch so viele Schriftgelehrte nicht, obwohl auch sie viele Wunder gesehen hatten? Die Jünger haben vom Messias nicht erwartet, dass er ganz und gar ihren Vorstellungen entspricht, sondern waren dafür offen, wie er sich offenbaren wollte. Wie möchte sich Gott in meinem Leben offenbaren? Erkenne ich ihn in den kleinen und unscheinbaren Dingen? Was hindert mich vielleicht daran, ihn zu erkennen?

Gespräch mit Christus: Christus, ich will dich in meinem Leben erkennen. Schenke mir offene Augen und offene Ohren. So wie du vielen blinden Menschen das Augenlicht geschenkt hast, bitte ich dich, meinem Herzen dein Licht zu schenken, es zu öffnen, um dich in meinem Leben zu erkennen. Ich sehne mich nach dir. Doch du weißt, dass ich allzu oft auf meine eigenen Fähigkeiten baue. Oft stelle ich mir vor, dich auf eine bestimmte Weise in meinem Leben erkennen zu können, und das macht mich blind. Ich weiß, du bist da, ich brauche nur offene Augen, um dich zu sehen.

Möglicher Vorsatz: Christus, ich möchte diesen Tag mit einem demütigen und dankbaren Herzen leben und versuchen, dich in den kleinen Dingen dieses Tages zu erkennen.

Additional Info

  • Untertitel:

    Tägliche Meditationen - 25. Mai 2015

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