Donnerstag, 23. April 2015

Ich werde euch Ruhe verschaffen

Tägliche Meditationen - 29. April 2015

Mittwoch der vierten Woche in der Osterzeit
Hl. Katharina von Siena OSD, Kirchenlehrerin
Hl. Roswitha, Äbtissin

P. Karl Maurer LC

Mt 11,25-30
In jener Zeit sprach Jesus: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, weil du all das den Weisen und Klugen verborgen, den Unmündigen aber offenbart hast. Ja, Vater, so hat es dir gefallen. Mir ist von meinem Vater alles übergeben worden; niemand kennt den Sohn, nur der Vater, und niemand kennt den Vater, nur der Sohn und der, dem es der Sohn offenbaren will. Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt. Ich werde euch Ruhe verschaffen. Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir; denn ich bin gütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seele.Denn mein Joch drückt nicht und meine Last ist leicht.

Einführendes Gebet:  Was könnte ich mir mehr wünschen als Ruhe für meine Seele? Ich will in der hektischen Welt von heute nicht untergehen. Ich will in dieser hektischen Welt auch nicht aufgehen, mit ihr eins werden. Ich will einen Anker für meine Seele finden.

Bitte: Zeige mir den Weg dorthin. Ich möchte dich bitten, dass heute für mich deine Worte wahr werden: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben.“

1.  Ich preise dich Vater. Jesus, wofür preist du deinen Vater? – Du preist ihn, weil er all das den Weisen und Klugen verborgen, den Unmündigen aber offenbart hat. Ich möchte dieses Wort verstehen, auch wenn mein Verstand sich im ersten Moment dagegen auflehnt. Wer will denn heute noch unmündig sein? Was versteht aber die Heilige Schrift mit den Bezeichnungen: „Weise“, „Kluge“ und „Unmündige“? Sie spricht hier von Weisen und Klugen im weltlichen Sinn. Mit dieser Weisheit und Klugheit werden wir Gott nicht erfassen können. Diese Eigenschaften sind nichts Schlechtes. Ganz im Gegenteil! Sie sind etwas Gutes! Aber wenn es um Gott, geht reichen Sie nicht aus. Da brauchen wir eine andere Weisheit und Klugheit: die eines Kindes! Wenn ihr nicht wie die Kinder werdet, könnt ihr nicht in das Reich Gottes kommen. Was steht hinter diesen Worten Jesu? Ein Kind braucht eine Bezugsperson. Und je kleiner ein Kind ist, desto mehr ist es ganz von den Eltern abhängig. Es spricht noch nicht für sich selbst. Es denkt noch nicht selbst. Es entscheidet noch nicht für sich selbst. Dass nennt man unmündig sein.Aber was hat das mit Gott zu tun? Wenn wir selber in unserer Beziehung zu Gott die Bezugsperson sind, dann geht alles schief. Denn, dann schreiben wir Gott vor, was er uns sagen darf und was nicht, etc. Das kann wohl nicht richtig sein.

2. Die Liebe hat etwas Offenbarendes. Was hat denn der Vater den Jüngern Jesu – die im Vertrauen zu ihm sich wie Kinder verhalten haben – offenbart? Er hat ihnen seine Liebe offenbart. Diese Liebe hat etwas Geniales. Sie ist eben nicht so wie wir, wenn wir jemanden mit kleinlichen Methoden erziehen wollen! Sie macht uns nicht ständig Vorschriften über das, was wir sagen dürfen und was nicht, über das, was wir tun und lassen sollen und was nicht.Das Buch der Weisheit verschafft uns einen Einblick in das „Geheimnis“ der Weisheit Gottes : „Es gibt keinen Gott außer dir, der für alles Sorge trägt... deine Stärke ist die Grundlage der Gerechtigkeit und deine Herrschaft über alles, lässt dich gegen alles Nachsicht üben... Weil du über Stärke verfügst, richtest du in Milde und behandelst uns mit großer Nachsicht; denn die Macht steht dir zur Verfügung, wann immer du willst.“ (Vgl. Weish 12, 13-18).Bei solch einer Bezugsperson kann ich mich voll entfalten. Was ich aber zuerst brauche, ist ein kindliches Vertrauen, damit ich den „Anker meines Lebens“ in ihm und nicht in mir festmache.

3. So werdet ihr Ruhe finden. In Jesus Christus ist diese „ewige Weisheit“ zu uns gekommen. Jesus war für seine Jünger die Bezugsperson schlechthin. Als guter Meister lehrt er uns, dass wir das „Haus unseres Lebens“ nicht auf Sand bauen dürfen – d.h. auf uns selber, denn dann wird es in sich zusammenstürzen. Er will uns mit dieser Beschreibung keine Angst machen. Seine Beschreibung ist sehr sachlich: Noch kein Mensch ist glücklich geworden, indem er auf sich selbst gebaut hat.Wenn wir uns aber einmal frei entschlossen haben, unser Haus auf diesen Felsen – auf Ihn – zu bauen, dann führt er uns immer weiter ein in die Freiheit der Kinder Gottes.Das sind keine leeren Worte. Jesus tut das wirklich: „Ich nenne euch nicht mehr Knechte; denn der Knecht weiß nicht, was sein Herr tut. Vielmehr habe ich euch Freunde genannt, denn ich habe euch alles mitgeteilt, was ich von meinem Vater gehört habe.“ (Joh 15,15). In dieser Beziehung mit ihm, die uns im Leben immer mehr zu einer echten Freundschaft mit Gott heranreifen lässt, findet unsere Seele Ruhe.

Gespräch mit Christus: Jesus, den meine Seele liebt, ich bin bereit, dein Joch auf mich zu nehmen. Jeder muss auf dieser Erde ein „Joch“ tragen: die Gebrechlichkeit unsere Leibes, die Verwundbarkeit unserer Psyche oder die Begrenztheit dieser Welt, welche die tiefsten Sehnsüchte unseres Herzens nicht erfüllen kann. Mit dir aber wird diese Last leicht und drückt nicht. Deine Liebe hebt uns in einer gewissen Weise schon aus dieser Welt heraus, auch wenn wir noch ganz in ihr engagiert bleiben.

Möglicher Vorsatz:  Ich mache es mir zum Vorsatz, das „Joch“ meines Lebens auf mich zu nehmen. Auf dich will ich schauen. Von dir will ich lernen, wie du als Mensch gelebt hast und dein Joch getragen hast.

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  • Untertitel:

    Tägliche Meditationen - 29. April 2015

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