Dienstag, 7. April 2015

Aus dem stillen Gebet leben

Tägliche Meditationen - 14. April 2015

Dienstag der zweiten Woche in der Osterzeit
Hl. Lidwina, Mystikerin

Joh 3,7-15
Jesus sagte zu Nikodemus: Ihr müsst von neuem geboren werden. Der Wind weht, wo er will; du hörst sein Brausen, weißt aber nicht, woher er kommt und wohin er geht. So ist es mit jedem, der aus dem Geist geboren ist. Nikodemus erwiderte ihm: Wie kann das geschehen? Jesus antwortete: Du bist der Lehrer Israels und verstehst das nicht? Amen, amen, ich sage dir: Was wir wissen, davon reden wir, und was wir gesehen haben, das bezeugen wir, und doch nehmt ihr unser Zeugnis nicht an. Wenn ich zu euch über irdische Dinge gesprochen habe und ihr nicht glaubt, wie werdet ihr glauben, wenn ich zu euch über himmlische Dinge spreche? Und niemand ist in den Himmel hinaufgestiegen außer dem, der vom Himmel herabgestiegen ist: der Menschensohn. Und wie Mose die Schlange in der Wüste erhöht hat, so muss der Menschensohn erhöht werden, damit jeder, der an ihn glaubt, in ihm das ewige Leben hat.

Einführendes Gebet:  Allmächtiger Gott, du hast uns deinen Sohn gesandt, um uns aus der Finsternis der Unwissenheit und Selbstbezogenheit zu befreien. Erhöre mein Gebet und erleuchte meinen Verstand, damit ich die himmlischen Dinge verstehe, das stille Gebet pflege, mich bei dir ausruhe, und so Kraft schöpfe, um dein Zeuge zu sein.

Bitte: Herr Jesus, dein Gespräch mit Nikodemus lädt mich ein, auf dich zu schauen. Ich bitte dich: Öffne mein Herz für deine Weisheit und Liebe, damit ich in dir das ewige Leben habe und diese Freude mit anderen teile.

1.  Stilles Gebet erfüllt uns mit Weisheit und Liebe Nikodemus sehnt sich nach innerer Erkenntnis, und der Herr weist ihm die Quelle der Weisheit: das Kreuz. Wie Paulus später sagen würde: Im Kreuze Christi offenbart sich Gottes Macht und Gottes Weisheit. Nikodemus scheinen diese himmlischen Dinge (wie auch uns) zu weit entfernt. Lärm, Mobilität, Informations- und Bilderflut im Alltag versetzen uns in Unruhe. Das stille Gebet ist der Weg, um sich dieser Quelle der Weisheit zu nähern. Gerade bei Nacht, das heißt in der Stille, in der Ruhe, offenbart sich der Menschensohn unseren Herzen. Dann lernen wir, dass nur er, der vom Himmel herabkam, uns den Weg zum Himmel weist, nur er, der erhöht wurde, uns Heilung spendet. Weisheit und Liebe sind Gaben, die er denjenigen schenkt, die geduldig und gläubig nach ihm Ausschau halten.

2. Aus einer Predigt von Papst Benedikt XVI. in Mariazell, September 2007 „Wir brauchen Gott, den Gott, der uns sein Gesicht gezeigt und sein Herz geöffnet hat: Jesus Christus. Johannes sagt von ihm zu Recht, dass er der einzige ist, der Gott ist und am Herzen des Vaters ruht (vgl. Joh 1,18); so konnte auch nur er aus dem Innern Gottes selbst uns Kunde bringen von Gott – Kunde auch, wer wir selber sind, woher wir kommen und wohin wir gehen… Nur ER ist Gott, und nur ER ist daher die Brücke, die Gott und Mensch wirklich zueinander kommen lässt. Wenn wir Christen ihn daher den einzigen, für alle gültigen Heilsmittler nennen, der alle angeht und dessen alle letztlich bedürfen, so ist dies … das Ergriffensein von dem, der uns angerührt und uns beschenkt hat, damit wir auch andere beschenken können… Wir brauchen Wahrheit. Aber freilich, aufgrund unserer Geschichte haben wir Angst davor, dass der Glaube an die Wahrheit Intoleranz mit sich bringe. Wenn uns diese Furcht überfällt, die ihre guten geschichtlichen Gründe hat, dann wird es Zeit, auf Jesus hinzuschauen, wie wir ihn hier im Heiligtum zu Mariazell sehen. Wir sehen ihn da in zwei Bildern: als Kind auf dem Arm der Mutter und über dem Hochaltar der Basilika als Gekreuzigten. Diese beiden Bilder der Basilika sagen uns: Wahrheit setzt sich nicht mit äußerer Macht durch, sondern sie ist demütig und gibt sich dem Menschen allein durch die innere Macht ihres Wahrseins. Wahrheit weist sich aus in der Liebe. Sie ist nie unser Eigentum, nie unser Produkt, so wie man auch die Liebe nicht machen, sondern nur empfangen und weiterschenken kann.“

3. Ausharren in Geduld gebiert Glaube, Hoffnung, Liebe Wenn ich mich dem stillen Gebet widme, muss ich die Sehnsucht nach Jesus lebendig erhalten. Auch wenn meine fünf Sinne allen möglichen Ablenkungen hinterherlaufen möchten, betet dann der Heilige Geist durch mich zum Vater. Mir das bewusst zu machen, heißt, den tiefsten Wunsch nach Vereinigung mit Gott in mir zu entdecken und zu fördern. Das kann ich mit guten Gedanken und Affekten tun. Gott will sich dem Menschen schenken. Lassen wir also dem neuen Menschen Raum, damit er durch die Anregungen des Heiligen Geistes und das Wirken der Gnade wächst. Das geduldige Ausharren im stillen Gebet gebiert den neuen Menschen, von dem Jesus spricht. Sein Glaube ist lebendig, seine Hoffnung voll Zuversicht und seine Liebe rein. Er kennt den Gekreuzigten, und weiß sich von ihm erkannt und geliebt.

Gespräch mit Christus: Herr Jesus, du sprichst zu mir in der Stille meines Herzens. Mach mich hellhörig für deine Eingebungen. Ich bin ich ganz auf dich angewiesen. Was soll ich anderen geben, außer dir? Erfülle mein Herz mit deiner Liebe und Weisheit, und mach mich zu einer Bereicherung für andere.

Vorsatz:  Heute werde ich ein paar Minuten in Betrachtung vor dem Gekreuzigten verweilen und dabei für einen Menschen in Not beten.

Additional Info

  • Untertitel:

    Tägliche Meditationen - 14. April 2015

  • Datum: Ja
  • Druck / PDF: Ja
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