Mittwoch, 25. März 2015

Die Feinfühligkeit echter Liebe

Tägliche Meditationen - 2. April 2015

Gründonnerstag

P. Klaus Einsle LC

Joh 13,1-15
Es war vor dem Paschafest. Jesus wusste, dass seine Stunde gekommen war, um aus dieser Welt zum Vater hinüberzugehen. Da er die Seinen, die in der Welt waren, liebte, erwies er ihnen seine Liebe bis zur Vollendung. Es fand ein Mahl statt, und der Teufel hatte Judas, dem Sohn des Simon Iskariot, schon ins Herz gegeben, ihn zu verraten und auszuliefern. Jesus, der wusste, dass ihm der Vater alles in die Hand gegeben hatte und dass er von Gott gekommen war und zu Gott zurückkehrte, stand vom Mahl auf, legte sein Gewand ab und umgürtete sich mit einem Leinentuch. Dann goss er Wasser in eine Schüssel und begann, den Jüngern die Füße zu waschen und mit dem Leinentuch abzutrocknen, mit dem er umgürtet war. Als er zu Simon Petrus kam, sagte dieser zu ihm: Du, Herr, willst mir die Füße waschen? Jesus antwortete ihm: Was ich tue, verstehst du jetzt noch nicht; doch später wirst du es begreifen. Petrus entgegnete ihm: Niemals sollst du mir die Füße waschen! Jesus erwiderte ihm: Wenn ich dich nicht wasche, hast du keinen Anteil an mir. Da sagte Simon Petrus zu ihm: Herr, dann nicht nur meine Füße, sondern auch die Hände und das Haupt. Jesus sagte zu ihm: Wer vom Bad kommt, ist ganz rein und braucht sich nur noch die Füße zu waschen. Auch ihr seid rein, aber nicht alle. Er wusste nämlich, wer ihn verraten würde; darum sagte er: Ihr seid nicht alle rein. Als er ihnen die Füße gewaschen, sein Gewand wieder angelegt und Platz genommen hatte, sagte er zu ihnen: Begreift ihr, was ich an euch getan habe? Ihr sagt zu mir Meister und Herr, und ihr nennt mich mit Recht so; denn ich bin es. Wenn nun ich, der Herr und Meister, euch die Füße gewaschen habe, dann müsst auch ihr einander die Füße waschen. Ich habe euch ein Beispiel gegeben, damit auch ihr so handelt, wie ich an euch gehandelt habe.

Einführendes Gebet:  Gebet: Jesus, du hast die Jünger mit so viel Liebe und Wärme berührt. Berühre heute auch mein Herz so direkt, wie du das der Jünger berührt hast. Ich will gut sein, kann es aber ohne dich nicht. Daher komme ich jetzt zu dir und bitte dich: Mach mich schön für dich.Danke für diese Zeit der Stille und der inneren Begegnung mit dir in meiner Seele. Dort bist du zuhause und begleitest mich wie der geheime Freund meines Lebens. Ich will jetzt mit dir sprechen, auf dich hören und von deinem Beispiel lernen.

Bitte: Jesus, ich will lieben wie du liebst. Bitte lehre mich und verwandle mich. Bitte.

1.  Liebe, die zuvorkommt Niemand hat Jesus aufgefordert, den Jüngern einen Dienst zu erweisen. Es war weder seine Pflicht noch irgendein Ritus. Jesus geht aufgrund der Liebe weit über das hinaus, was nur Korrektheit oder „Lieb-sein“ ist. Jesu Liebe ist sehr dynamisch. Sie geht auf den Menschen zu, ohne zu warten. Sie kommt dem anderen immer zuvor. Auch uns. Das ist eine Eigenschaft der wahren Liebe: Sie agiert zuerst. Sie ist kreativ, dynamisch. Das Gegenteil davon ist, von den anderen einen Liebesdienst zu erwarten; oder nur das Minimum zu tun, damit man kein schlechtes Gewissen bekommt; oder einfach gleichgültig zu bleiben. Indem Jesus den Jüngern ihre Füße wäscht – und wie liebevoll und zart tut er das –, zeigt er uns, wie wahre Liebe ist: Sie kommt immer zuvor. Sie tut den ersten Schritt. Sie wartet nicht darauf, dass man sie bittet.

2. Liebe, die sich vergisst Die Füße dieser 12 Kerle sind nicht sehr fein; und außerdem wirklich schmutzig. Die Straßen sind ja staubig und die Schuhe sind im Normalfall einfache Sandalen. Diese Füße zu waschen ist nicht eine angenehme Angelegenheit. Eher ist es unangenehm und erzeugt vielleicht sogar inneren Widerwillen. Aber alles das ist Jesus nicht wichtig. Er liebt sein Gegenüber so sehr, dass ihm nichts zu schwer oder zu unangenehm wird. Diese Liebe ist so groß, dass sie den Menschen dazu bringt, sich selber zu vergessen und nur noch im anderen zuhause zu sein. Mutter Teresa, der Engel der Sterbenden, war dafür bekannt, wie liebevoll und zart sie mit den oft übelriechenden, nicht selten auch undankbaren Armen und Sterbenden der Straßen Kalkuttas umgegangen ist. Eines Tages beobachtete sie ein Journalist, der eine Dokumentation über sie schreiben wollte. Sie beugte sich über einen Leprakranken und küsste ihm sanft auf seine wunde Stirn. Angeekelt sagte der Journalist „Nicht für eine Million Dollar würde ich so etwas tun.“ Worauf Mutter Teresa antwortet „Für eine Million Dollar würde ich das auch nicht tun. Aber wegen der Liebe Jesu schon.“ Auch sie hatte gelernt, sich selber aufgrund einer überaus großen Liebe im Herzen zu vergessen.

3. Liebe, die konkret wird Jesus predigt viel über die Liebe. Und wir manchmal auch. Wir sagen anderen – oder denken zumindest, dass sie netter zu den Arbeitskollegen, Klassenkameraden oder in der Familie sein sollten; wir wissen viel darüber und haben auch schon das ein oder andere Buch zum Thema Liebe gelesen. Aber Jesus predigt nicht zuerst. Sonder zuerst LEBT er die Liebe. Seine Zuneigung zu den Aposteln wird sehr konkret. Er wäscht die Füße wirklich. Mit seinen eigenen Händen; und ohne großes Aufsehen zu machen. „Handelt auch ihr so… wascht einander die Füße.“ Wie könntest Du heute jemandem „die Füße waschen“? – Ganz praktisch und konkret!

Gespräch mit Christus: Gespräch: Mein Herr, es ist schon so, dass ich oft fromm denke und bete, es mir aber im Alltag so schwer fällt, wirklich gut zu sein. Ich bin doch sehr in mich selber verliebt. Und wenn ich dann nachgeben oder auf jemanden zugehen soll, dann verkrampfe ich mich in mir selber. Es tut mir leid. Ich bin kein gutes Beispiel. Aber ich will. Hilfst du mir dabei? Danke, mein Herr, dass du mir den Heiligen Geist gibst, der in mir bewirkt, dass ich wirklich lieben lerne.

Vorsatz: Ich will heute eine bewusste kleine gute Tat tun.

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  • Untertitel:

    Tägliche Meditationen - 2. April 2015

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