Dienstag, 24. Februar 2015

Das Antlitz Gottes suchen

Tägliche Meditationen - 1. März 2015

Zweiter Fastensonntag
Reminiscere

P. Christopher Scroggin LC

Mk 9,2-10
Sechs Tage danach nahm Jesus Petrus, Jakobus und Johannes beiseite und führte sie auf einen hohen Berg, aber nur sie allein. Und er wurde vor ihren Augen verwandelt; seine Kleider wurden strahlend weiß, so weiß, wie sie auf Erden kein Bleicher machen kann. Da erschien vor ihren Augen Elija und mit ihm Mose und sie redeten mit Jesus. Petrus sagte zu Jesus: Rabbi, es ist gut, dass wir hier sind. Wir wollen drei Hütten bauen, eine für dich, eine für Mose und eine für Elija. Er wusste nämlich nicht, was er sagen sollte; denn sie waren vor Furcht ganz benommen. Da kam eine Wolke und warf ihren Schatten auf sie, und aus der Wolke rief eine Stimme: Das ist mein geliebter Sohn; auf ihn sollt ihr hören. Als sie dann um sich blickten, sahen sie auf einmal niemand mehr bei sich außer Jesus. Während sie den Berg hinabstiegen, verbot er ihnen, irgendjemand zu erzählen, was sie gesehen hatten, bis der Menschensohn von den Toten auferstanden sei. Dieses Wort beschäftigte sie und sie fragten einander, was das sei: von den Toten auferstehen.

Einführendes Gebet:  Herr Jesus, du hast Petrus, Jakobus und Johannes einen Blick auf deine zukünftige Herrlichkeit geschenkt, um ihnen Kraft für das Kreuz zu geben. Ich weiß, dass du auch mich durch deine Gegenwart stärken willst, damit ich mein Kreuz tragen kann und dich so eines Tages von Angesicht zu Angesicht schauen darf. Ich vertraue mich dir durch dieses Gebet an und will dich von ganzem Herzen und ganzer Seele und mit all meiner Kraft lieben.

Bitte: Herr, zeige mir dein Angesicht.

1.  Die Sehnsucht des Menschen nach Gott. Jesus verbringt viel Zeit im Gebet mit seinem Vater. Im heutigen Evangelium steigt er wie gewohnt auf den Berg, um zu beten. Seine Haltung spiegelt die Sehnsucht des Menschen wider, den Kontakt und die Verbindung mit Gott zu suchen. Die Art und Weise, wie unser Herr betete, muss wirklich außerordentlich gewesen sein, denn seine Apostel bitten darum, dass er sie beten lehrt. Sie sehnen sich nach derselben Vertrautheit mit dem Vater, welche sie bei Jesus sehen können. Sehne auch ich mich wirklich nach größerer Vertrautheit mit Christus? Glaube ich fest daran, dass jeder, der Gott mit einem lauteren Herzen sucht, ihn finden wird? Wie sehr freut Gott sich darüber, wenn wir, seine Kinder, uns mit ernsthaftem und kindlichem Geist im Gebet an ihn wenden.

2. Auf den Berg des Gebets steigen. Das Bild des „heiligen Berges“ findet man immer wieder in der Heiligen Schrift, angefangen bei Abraham und Moses, und auch oft im öffentlichen Wirken Jesu. Ein Berg ist ein physischer Ort, aber er repräsentiert auch unser Suchen von Gottes Antlitz im Gebet. Unser Gebet ist wie ein Aufstieg auf diesen „heiligen Berg“, um Gott, dem Vater Jesu Christi und auch unserem Vater zu begegnen. Sind wir für diesen Aufstieg bereit und wissen wir, dass uns auf diesem Aufstieg manche Rückschläge und steinige Abschnitte erwarten? Der Katechismus der Katholischen Kirche beschreibt das Gebet als Kampf: „Gegen wen? Gegen uns selbst und gegen die List des Versuchers, der alles unternimmt, um den Menschen vom Gebet, von der Vereinigung mit Gott abzuhalten. Wir beten, wie wir leben, weil wir leben, wie wir beten“ (Nr. 2725). Bin ich bereit, die Mühen des Aufstiegs im Gebet auf mich zu nehmen? Lebe ich, wie ich bete, und bin ich zufrieden mit dieser Art des Betens und Lebens?

3. Die Ausrüstung für den Aufstieg. Jeder gute Bergsteiger hat die Ausrüstung, die er für den Aufstieg braucht. Auch wir haben Ausrüstungsgegenstände, die wir brauchen. Als Erstes haben wir die Evangelien selbst, welche uns ein klares Bild davon geben, wer Jesus ist. „Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen“ (Joh 14,9). Lesen und betrachten wir die Evangelien immer wieder und bitten wir unseren Herrn, sich uns durch sie zu offenbaren. Als Zweites haben wir die Sakramente, besonders das Sakrament der Versöhnung und der Eucharistie. Im Ersteren erfahren wir Gottes barmherzige Liebe, wie sie uns reinigt und unsere Beziehung zu ihm als seine Kinder wiederherstellt. Im Letzteren empfangen wir die Liebe selbst, Jesus Christus, der in diesem Sakrament bei uns geblieben ist, damit wir mit ihm verbunden sein können. Ist mein Gebet auf die Begegnung mit Jesus Christus in den Sakramenten gegründet?

Gespräch mit Christus: Herr Jesus, ich danke dir, dass du in der Eucharistie bei uns geblieben bist. In ihr besonders kann ich dein Angesicht finden und dich immer mehr kennenlernen und so in der Liebe zu dir wachsen. Vermehre meine Liebe zu dir; ich möchte dir für deine Liebe meine bescheidene Liebe schenken.

Vorsatz:  Heute will ich mir wenigstens fünf Minuten nehmen, um unseren Herrn im Gebet zu suchen und ihn um seine Gnade für meine Nöte und die Nöte aller meiner Lieben bitten.

Additional Info

  • Untertitel:

    Tägliche Meditationen - 1. März 2015

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