Dienstag, 3. Februar 2015

Unveränderlich

Tägliche Meditationen - 13. Februar 2015

Freitag der fünften Woche im Jahreskreis
Hl. Jordan von Sachsen OP

P. Ned Brown LC

Mk 7,31-37
Jesus verließ das Gebiet von Tyrus wieder und kam über Sidon an den See von Galiläa, mitten in das Gebiet der Dekapolis. Da brachte man einen Taubstummen zu Jesus und bat ihn, er möge ihn berühren. Er nahm ihn beiseite, von der Menge weg, legte ihm die Finger in die Ohren und berührte dann die Zunge des Mannes mit Speichel; danach blickte er zum Himmel auf, seufzte und sagte zu dem Taubstummen: „Effata!“, das heißt: „Öffne dich!“ Sogleich öffneten sich seine Ohren, seine Zunge wurde von ihrer Fessel befreit und er konnte richtig reden. Jesus verbot ihnen, jemand davon zu erzählen. Doch je mehr er es ihnen verbot, desto mehr machten sie es bekannt. Außer sich vor Staunen sagten sie: Er hat alles gut gemacht; er macht, dass die Tauben hören und die Stummen sprechen.

Einführendes Gebet:  Herr, ich spüre wirklich deine Liebe in meinem Herzen. Ich hoffe auf dich, weil du mein Vertrauen gewonnen hast, indem du mir deine aufopferungsvolle Liebe offenbart hast. Ich liebe dich Herr. Mach mich für alle zum Zeugen deiner Liebe.

Bitte: Herr, öffne mein Herz deiner Liebe, damit ich ein überzeugender Zeuge vor der Welt dafür bin, dass deine Liebe existiert.

1.  Wie wäre ich, wenn ich den Glauben nicht hätte. Wir können mit dem katholischen Glaubensgut so vertraut und so darin eingetaucht sein, dass wir die Wahrheiten, die wir von unserer katholischen Kirche empfangen haben, für selbstverständlich halten, genauso wie die meisten von uns die Fähigkeit des Hörens und Sprechens für selbstverständlich halten. Das heutige Evangelium gibt uns die Gelegenheit, einen Mann zu betrachten, der diese Fähigkeiten von Geburt an nicht besaß. Manche Menschen können die Botschaft Jesu nicht annehmen, nicht, weil sie ihnen nicht verkündigt wird, sondern weil sie nicht vorbereitet sind, sie zu empfangen. Freuen wir uns also über die empfangene Gnade und danken wir Gott für sie durch unsere Treue. Was für Menschen wären wir, wenn wir die Gabe des Glaubens, der uns stützt, führt und unsere Werte formt, nicht empfangen hätten?

2. Christus ist die Offenbarung des Vaters und dessen Liebe. Christus offenbarte sich diesem Mann und in seiner Macht gab er ihm das Gehör und das rechte Wort zum Sprechen. ‚Christus … macht eben in der Offenbarung des Geheimnisses des Vaters und seiner Liebe dem Menschen den Menschen selbst voll kund und erschließt ihm seine höchste Berufung’ (Gaudium et spes, Nr. 22). Wenn wir gegenüber der göttlichen Offenbarung taub sind, können wir auch nicht, wie dieser Mann im Evangelium, die Botschaft über die wahre Bedeutung unseres Lebens aussprechen, und wir sind unfähig, uns Gott und den anderen hinzugeben. Und das Leben geht so an uns vorbei. Wenn aber Gott unsere Ohren und unsere Zunge berührt, wenn er uns mit seiner Gnade heilt und bevollmächtigt, dann erhält unser Leben eine ganz neue Richtung und Bedeutung. Gott berührt unsere Ohren und unsere Zunge, wir müssen aber diese Gnade annehmen, damit unser Leben dem von ihm gewollten Zweck dient.

3. Wir sind vor der Welt Zeugen für Gottes wahre Liebe. Unser Herr schenkte diesem Mann das Gehör und die Sprache wieder. Christus offenbarte ihm so seine wahre Identität: „Er, der ‚das Bild des unsichtbaren Gottes ist’ (Kol 1,15), ist selbst der vollkommene Mensch“ (Redemptor hominis, Nr. 10). Wie schwer war wohl sein Leben vor dieser Offenbarung! Wie schwer muss es für ihn gewesen sein, zu glauben und zu lieben! ‚Der Mensch kann nicht ohne Liebe leben. Er bleibt für sich selbst ein unbegreifliches Wesen; sein Leben ist ohne Sinn, wenn ihm nicht die Liebe geoffenbart wird, wenn er nicht der Liebe begegnet, wenn er sie nicht erfährt und sich zu eigen macht, wenn er nicht lebendigen Anteil an ihr erhält’ (ebd.). Mit seiner wiederhergestellten Gesundheit wird er zum Bevollmächtigten von Gottes Erlösungswerk. Wer kann ihn davon abhalten, über seine wunderbare Erfahrung, die er mit seinem Erlöser gemacht hat, zu berichten? Wie sehr von Gott geliebt muss er sich an diesem Tag gefühlt haben, als Christus ihn gesund machte! Dieser Mann glaubt, und deshalb spricht er! Warum schweigen wir? Wissen wir nicht, dass wir als Katholiken vor der Welt Zeugnis geben sollen von der Liebe Gottes, die wirklich existiert?

Gespräch mit Christus: „Spät hab ich dich geliebt, du Schönheit, ewig alt und ewig neu, spät hab ich dich geliebt! Und sieh, bei mir drin warst du, und ich lief hinaus und suchte draußen dich, und hässlich Ungestalt warf ich mich auf das Schöngestaltete, das du geschaffen. Du warst bei mir und ich war nicht bei dir. Und was von dir so lang mich fern hielt, waren Dinge, die doch, wenn sie in dir nicht wären, gar nicht wären. Du aber riefst und schriest und brachst mir meine Taubheit. Du blitztest, strahltest und verjagtest meine Blindheit. Du duftetest, und ich trank deinen Duft und atme nun in dir. Gekostet hab ich dich, nun hungre ich nach dir und dürste. Und du berührtest mich, ich aber glühte in Sehnsucht auf nach deinem Frieden“ (Bekenntnisse des hl. Augustinus, X, 27).

Vorsatz:  Heute will ich mit einem Freund oder Familienmitglied über einen Aspekt meines Glaubens sprechen.

Additional Info

  • Untertitel:

    Tägliche Meditationen - 13. Februar 2015

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