Dienstag, 15. Juli 2014

Dein Reich komme

Tägliche Meditationen - 20. Juli 2014

Sechzehnter Sonntag im Jahreskreis

P. Roderick Ermatinger LC

Mt 13,24-43
Und Jesus erzählte ihnen noch ein anderes Gleichnis: Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Mann, der guten Samen auf seinen Acker säte. Während nun die Leute schliefen, kam sein Feind, säte Unkraut unter den Weizen und ging wieder weg. Als die Saat aufging und sich die Ähren bildeten, kam auch das Unkraut zum Vorschein. Da gingen die Knechte zu dem Gutsherrn und sagten: Herr, hast du nicht guten Samen auf deinen Acker gesät? Woher kommt dann das Unkraut? Er antwortete: Das hat ein Feind von mir getan. Da sagten die Knechte zu ihm: Sollen wir gehen und es ausreißen? Er entgegnete: Nein, sonst reißt ihr zusammen mit dem Unkraut auch den Weizen aus. Lasst beides wachsen bis zur Ernte. Wenn dann die Zeit der Ernte da ist, werde ich den Arbeitern sagen: Sammelt zuerst das Unkraut und bindet es in Bündel, um es zu verbrennen; den Weizen aber bringt in meine Scheune. Er erzählte ihnen ein weiteres Gleichnis und sagte: Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Senfkorn, das ein Mann auf seinen Acker säte. Es ist das kleinste von allen Samenkörnern; sobald es aber hochgewachsen ist, ist es größer als die anderen Gewächse und wird zu einem Baum, so dass die Vögel des Himmels kommen und in seinen Zweigen nisten. Und er erzählte ihnen noch ein Gleichnis: Mit dem Himmelreich ist es wie mit dem Sauerteig, den eine Frau unter einen großen Trog Mehl mischte, bis das Ganze durchsäuert war. Dies alles sagte Jesus der Menschenmenge durch Gleichnisse; er redete nur in Gleichnissen zu ihnen. Damit sollte sich erfüllen, was durch den Propheten gesagt worden ist: Ich öffne meinen Mund und rede in Gleichnissen, ich verkünde, was seit der Schöpfung verborgen war. Dann verließ er die Menge und ging nach Hause. Und seine Jünger kamen zu ihm und sagten: Erkläre uns das Gleichnis vom Unkraut auf dem Acker. Er antwortete: Der Mann, der den guten Samen sät, ist der Menschensohn; der Acker ist die Welt; der gute Samen, das sind die Söhne des Reiches; das Unkraut sind die Söhne des Bösen; der Feind, der es gesät hat, ist der Teufel; die Ernte ist das Ende der Welt; die Arbeiter bei dieser Ernte sind die Engel. Wie nun das Unkraut aufgesammelt und im Feuer verbrannt wird, so wird es auch am Ende der Welt sein: Der Menschensohn wird seine Engel aussenden, und sie werden aus seinem Reich alle zusammenholen, die andere verführt und Gottes Gesetz übertreten haben, und werden sie in den Ofen werfen, in dem das Feuer brennt. Dort werden sie heulen und mit den Zähnen knirschen. Dann werden die Gerechten im Reich ihres Vaters wie die Sonne leuchten. Wer Ohren hat, der höre!

Einführendes Gebet:  Herr Jesus, ich komme zu dir mit dem Wunsch, dich besser kennenzulernen, damit dadurch meine Liebe zu dir wächst. Ich will dir meine Liebe zeigen, indem ich andere so aufrichtig liebe, wie du mich geliebt hast. Immer wieder falle ich; aber ich vertraue auf deine Gnade und stehe immer wieder auf. Ich verlasse mich darauf, dass deine Gnade mein Herz so verändert, dass ich mit der Zeit mehr stehen als fallen werde. So stehe ich vor dir und bin bereit, auf dein Wort zu hören und mich noch vollkommener mit deinem heiligsten Willen zu vereinen.

Bitte: Herr, Jesus, öffne mein Herz für dein Wort.

1.  Das Unkraut ausreißen. Jesus schüttet seine Gnade über jeden von uns aus; schon ein bisschen davon reicht, um unser Leben zu verändern. Warum ist dann soviel Unkraut in unseren Gärten? Dieser kleine hässliche Typ, den wir den Teufel nennen, kann ohne unsere Erlaubnis kein Unkraut pflanzen. Wie gehen wir vor, um das Unkraut zu erkennen? Was machen wir, um es auszureißen? Zuerst müssen wir diese Fragen stellen: wollen wir dieses abscheuliche Unkraut finden? Wollen wir das Notwendige tun, um es auszureißen? Jesus möchte das wissen.

2. Unsere Herzen sind für Gott geschaffen. Nachdem Jesus mit uns über das Unkraut gesprochen hat, lenkt er das Gespräch auf ein neues Gebiet. Er wünscht, dass wir versuchen in das Geheimnis seines Himmelreichs einzudringen, dass er in unsere Herzen einpflanzen möchte. Er will, dass wir verstehen, dass er unendlich ist, da er Gott ist. Und wir, obwohl wir endlich sind, können, weil wir mit einer unsterblichen Seele gesegnet sind, Gott und seinen Willen verstehen, nach ihm verlangen, uns mit ihm identifizieren und uns ihm hingeben.

3. Die Vögel der Luft nisten in den Zweigen. Christus möchte, dass die Saat, die er in unsere Herzen gesät hat, zu schlanken, gesunden Bäumen heranwächst, so dass die Vögel des Himmels dort Schutz finden können. Er möchte uns zu Menschen machen, die seine fruchtbare Saat aussäen. Er braucht uns, damit wir seine Worte zu anderen Menschen bringen. Christus sandte seine Apostel in eine feindlich gesinnte Welt: eine Welt, die an viele Götter glaubte, eine Welt, die Christus gerade gekreuzigt hatte. Dennoch säten die Apostel weit und breit die Botschaft des Evangeliums aus, und sie schlug Wurzeln in vielen Herzen. Das Himmelreich wuchs. Jetzt sind wir an der Reihe. Jesus ruft uns auf, Apostel zu sein, sein Evangelium weit und breit auszusäen. Wir sind Teil einer unzerbrechlichen Kette des Glaubens. So wollen wir unser Leben als treue und furchtlose Apostel leben. Herr, Jesus, wie kann ich dein treuer und mutiger Apostel sein?

Gespräch mit Christus: Mein Jesus, nimm das Unkraut aus meinem Herzen und pflanze deine Sendung in mich ein. Erfülle mich mit deinem Durst nach der Erlösung der Seelen und ermuntere mich, deinen Durst mit jedem Atemzug zu löschen.

Vorsatz:  Heute will ich mit jemandem darüber sprechen, wie wir das Reich Gottes aufbauen und verbreiten können.

2. Der gute Arzt. Die Bemerkung von Matthäus in diesem Abschnitt ist ganz aufschlussreich: „Viele folgten ihm, und er heilte alle Kranken.“ Wir dürfen uns nicht vorstellen, dass alle Heilungen physischer Natur waren. Jesus ist so „sanftmütig und bescheiden“, dass jeder fühlte, dass er sich ihm nähern kann. Wenn ein geknicktes Rohr zu Jesus kommt – ein Mensch, vom Leben, von Prüfungen und seiner eigenen Sünde arg mitgenommen – dann will er vor allem seine Seele heilen. Bis auf den heutigen Tag nimmt er sich unaufhörlich derer an, die zerbrochen sind, und richtet sie wieder auf. Er ist der gute Arzt, der die Wunden verbindet, so dass der Mensch geheilt wird. Im Licht dieses Verhaltens erkennen wir den Gegensatz zwischen den Pharisäern, die ihn zu töten suchen, und Jesus, der fortfährt, allen, die zu ihm kommen, Leben zu geben.

3. Glimmende Asche des Glaubens. Alles, was Jesus braucht, um das Leben eines Menschen zu ändern, ist ein bisschen glimmende Asche des Glaubens und der Hoffnung. Beispielsweise können wir keinen Menschen zwingen, uns zu lieben oder uns zu trauen. Gott respektiert auch selbst genau die Freiheit, die er uns anvertraut hat. Trotzdem gibt unser Herr dem Menschen einen forschenden Verstand und ein suchendes Herz. Deshalb können wir sagen, dass der Mensch von Natur aus religiös ist, und zwar von Anbeginn an. Atheisten wurden nicht als solche geboren; sie wurden es aufgrund eigener Wahl. In der menschlichen Seele stellt uns Gott bereits ein Anzündholz für Glauben, Hoffnung und Liebe bereit. Sobald wir getauft sind, kann dieses Anzündholz ein unauslöschliches Feuer werden. Es kann jedoch vernichtet werden, wenn wir es unachtsam den Winden und Wellen einer ungezügelten Selbstsucht sowie säkularen, ungläubigen und absichtlichen Zweifeln aussetzen. Egal, wie weit wir glauben, dass wir uns von ihm entfernt haben, wenn wir uns einfach zu Jesus hinwenden, werden wir feststellen, dass er bereits auf uns schaut.

Gespräch mit Christus: Herr Jesus, du siehst und weißt, was aus mir wird, wenn ich mit dir im Glauben, in der Hoffnung und in der Liebe verbunden bleibe. Stärke in mir die Sehnsucht, im Gebet mit dir so vereint zu bleiben, dass ich dich in der Liebe nachahme. Hilf mir, mit dir zu werden, was ich ohne dich niemals werden kann. Reine Mutter lass mein Herz nur für Jesus schlagen.

Vorsatz:  Heute will ich jemandem helfen, der neuen Mut braucht und der jemanden braucht, der ihm zuhört.

Additional Info

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    Tägliche Meditationen - 20. Juli 2014

    

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