Dienstag, 18. März 2014

Lebendiges Wasser

Tägliche Meditationen - 23. März 2014

Dritter Sonntag in der Fastenzeit
Oculi

 

Joh 4,5-42
So kam Jesus zu einem Ort in Samarien, der Sychar hieß und nahe bei dem Grundstück lag, das Jakob seinem Sohn Josef vermacht hatte. Dort befand sich der Jakobsbrunnen. Jesus war müde von der Reise und setzte sich daher an den Brunnen; es war um die sechste Stunde. Da kam eine samaritische Frau, um Wasser zu schöpfen. Jesus sagte zu ihr: Gib mir zu trinken! Seine Jünger waren nämlich in den Ort gegangen, um etwas zum Essen zu kaufen. Die samaritische Frau sagte zu ihm: Wie kannst du als Jude mich, eine Samariterin, um Wasser bitten? Die Juden verkehren nämlich nicht mit den Samaritern. Jesus antwortete ihr: Wenn du wüsstest, worin die Gabe Gottes besteht und wer es ist, der zu dir sagt: Gib mir zu trinken!, dann hättest du ihn gebeten, und er hätte dir lebendiges Wasser gegeben. Sie sagte zu ihm: Herr, du hast kein Schöpfgefäß, und der Brunnen ist tief; woher hast du also das lebendige Wasser? Bist du etwa größer als unser Vater Jakob, der uns den Brunnen gegeben und selbst daraus getrunken hat, wie seine Söhne und seine Herden? Jesus antwortete ihr: Wer von diesem Wasser trinkt, wird wieder Durst bekommen; wer aber von dem Wasser trinkt, das ich ihm geben werde, wird niemals mehr Durst haben; vielmehr wird das Wasser, das ich ihm gebe, in ihm zur sprudelnden Quelle werden, deren Wasser ewiges Leben schenkt. Da sagte die Frau zu ihm: Herr, gib mir dieses Wasser, damit ich keinen Durst mehr habe und nicht mehr hierher kommen muss, um Wasser zu schöpfen. Er sagte zu ihr: Geh, ruf deinen Mann, und komm wieder her! Die Frau antwortete: Ich habe keinen Mann. Jesus sagte zu ihr: Du hast richtig gesagt: Ich habe keinen Mann. Denn fünf Männer hast du gehabt, und der, den du jetzt hast, ist nicht dein Mann. Damit hast du die Wahrheit gesagt. Die Frau sagte zu ihm: Herr, ich sehe, dass du ein Prophet bist. Unsere Väter haben auf diesem Berg Gott angebetet; ihr aber sagt, in Jerusalem sei die Stätte, wo man anbeten muss. Jesus sprach zu ihr: Glaube mir, Frau, die Stunde kommt, zu der ihr weder auf diesem Berg noch in Jerusalem den Vater anbeten werdet. Ihr betet an, was ihr nicht kennt, wir beten an, was wir kennen; denn das Heil kommt von den Juden. Aber die Stunde kommt, und sie ist schon da, zu der die wahren Beter den Vater anbeten werden im Geist und in der Wahrheit; denn so will der Vater angebetet werden. Gott ist Geist, und alle, die ihn anbeten, müssen im Geist und in der Wahrheit anbeten. Die Frau sagte zu ihm: Ich weiß, dass der Messias kommt, das ist: der Gesalbte (Christus). Wenn er kommt, wird er uns alles verkünden. Da sagte Jesus zu ihr: Ich bin es, ich, der mit dir spricht. Inzwischen waren seine Jünger zurückgekommen. Sie wunderten sich, dass er mit einer Frau sprach, aber keiner sagte: Was willst du? oder: Was redest du mit ihr? Da ließ die Frau ihren Wasserkrug stehen, eilte in den Ort und sagte zu den Leuten: Kommt her, seht, da ist ein Mann, der mir alles gesagt hat, was ich getan habe: Ist er vielleicht der Messias? Da liefen sie hinaus aus dem Ort und gingen zu Jesus. Währenddessen drängten ihn seine Jünger: Rabbi, iss! Er aber sagte zu ihnen: Ich lebe von einer Speise, die ihr nicht kennt. Da sagten die Jünger zueinander: Hat ihm jemand etwas zu essen gebracht? Jesus sprach zu ihnen: Meine Speise ist es, den Willen dessen zu tun, der mich gesandt hat, und sein Werk zu Ende zu führen. Sagt ihr nicht: Noch vier Monate dauert es bis zur Ernte? Ich aber sage euch: Blickt umher und seht, dass die Felder weiß sind, reif zur Ernte. Schon empfängt der Schnitter seinen Lohn und sammelt Frucht für das ewige Leben, so dass sich der Sämann und der Schnitter gemeinsam freuen. Denn hier hat das Sprichwort recht: Einer sät, und ein anderer erntet. Ich habe euch gesandt, zu ernten, wofür ihr nicht gearbeitet habt; andere haben gearbeitet, und ihr erntet die Frucht ihrer Arbeit. Viele Samariter aus jenem Ort kamen zum Glauben an Jesus auf das Wort der Frau hin, die bezeugt hatte: Er hat mir alles gesagt, was ich getan habe. Als die Samariter zu ihm kamen, baten sie ihn, bei ihnen zu bleiben; und er blieb dort zwei Tage. Und noch viel mehr Leute kamen zum Glauben an ihn aufgrund seiner eigenen Worte. Und zu der Frau sagten sie: Nicht mehr aufgrund deiner Aussage glauben wir, sondern weil wir ihn selbst gehört haben und nun wissen: Er ist wirklich der Retter der Welt.

Einführendes Gebet:  Herr, ich glaube, dass du in meinem Leben gegenwärtig bist. Ich glaube, dass du mein Schöpfer bist und dass du mich zu jeder Zeit in deinen Händen hältst. Ich hoffe auf dich, weil ich weiß, dass du mich erschaffen hast und das Beste für mich willst. Ich weiß, dass du mir das lebendige Wasser geben willst, dass du der samaritischen Frau versprochen hast. Ich bin derjenige, der dir Hindernisse in den Weg stellt. Mein Mangel an Glauben, meine Hingezogenheit zu weltlichen Dingen, mein Egoismus und meine Eitelkeit stehen mir im Weg, wenn ich deine Gaben empfangen will. Ich komme heute im Gebet mit einem demütigen und zerknirschten Herz zu dir. Du kennst mein Elend und weißt, wie sehr ich deine Gnade brauche. Nimm heute mein Gebet als ein Zeichen meiner Sehnsucht an, die Hindernisse auszuräumen, die zwischen uns stehen.

Bitte: Herr, hilf mir, mich an dich, der Quelle des Ewigen Lebens, zu wenden, damit du meinen Durst stillst.

1.  Zum Brunnen gehen. Die samaritische Frau kommt zum Brunnen, um Wasser zu schöpfen, wie sie es schon oft getan hat. Wenn das Wasser ausgeht und sie Durst bekommt, muss sie wieder zum Brunnen zurückgehen. Das Wasser, das sie aus dem Brunnen schöpft, hat nur für eine kurze Zeit die Kraft ihren Durst zu stillen. Wir können genau wie diese Frau durchs Leben gehen und nach den kleinen Dingen im Leben suchen, die unseren Durst stillen – vielleicht Vergnügen, Neuigkeiten, ein interessanter Beruf oder eine Freundschaft. All diese Dinge stellen uns zufrieden, aber die Zufriedenstellung ist begrenzt, und wir müssen immer wieder zu ihnen zurückkehren. Woran wenden wir uns, um unseren Durst nach Glück und Erfüllung zu stillen? Bedenken wir, wie begrenzt diese Erfüllung ist, und wie oft wir zurückgehen müssen, um unseren Durst zu stillen.

2. Das lebendige Wasser. Die samaritische Frau kommt, um Wasser zu schöpfen, aber dieses Mal ist dort ein jüdischer Mann am Brunnen, der sie um etwas zu trinken bittet. Sie ist verblüfft über diese Bitte, weil die Juden nicht mit den Samaritern verkehren. Ein Jude würde einen Samariter nie darum bitten, etwas zu trinken zu bekommen, weil nach jüdischem Gesetz die Eimer, die die Samariter benutzen, unrein waren. Trotz ihres anfänglichen Schocks ist sie bereit mit ihm zu reden, und sie ist verwirrt, als er ihr lebendiges Wasser anbietet. Es ist schnell klar, dass er über etwas viel Größeres als Brunnenwasser spricht. Er spricht über das Leben der Gnade - das lebenspendende Wasser, dass er allen Menschen zu geben gekommen ist. Er teilt dieses Leben der Gnade mit uns im Überfluss – so sehr, dass wir, wenn wir seine lebensspendende Gnade annehmen, nicht länger unwichtigere Befriedigungen brauchen.

3. Wir müssen um dieses Wasser bitten. Christus sagt zu der Frau: „Wenn du wüsstest, worin die Gabe Gottes besteht und wer es ist, der zu dir sagt: Gib mir zu trinken!, dann hättest du ihn gebeten, und er hätte dir lebendiges Wasser gegeben.“ Die Frau weiß nicht, dass sie zur wahren Quelle des Lebens und der Gnade spricht. Wenn sie nur gewusst hätte, dass sie mit Christus gesprochen hätte, hätte sie um das lebendige Wasser gebeten, dass Christus uns anzubieten hat. Ohne Zweifel sind wir Christus oft im Gebet oder in der Eucharistie nahe, ohne ihn zu erkennen. Wir sind wie diese samaritische Frau – nicht wissend, dass wir mit Christus sprechen. Nur wenn wir uns wirklich bewusst sind, wie nahe Christus ist und der große Schatz, den er uns anbietet, können wir ihn um das lebendige Wasser seiner Gnade bitten und im Gebet mit ihm sprechen.

Gespräch mit Christus: Jesus, unser Herr, ich möchte über das Gewöhnliche hinaussehen und die Wahrhaftigkeit dessen, was du mir anbietest, erfassen. Du starbst am Kreuz, damit ich Anteil erhalte am lebendigen Wasser, das aus deiner Seite floss. Gib mir deine Gnade des lebendigen Wassers, und lehre mich nur danach zu dürsten.

Vorsatz:  Ich werde Christus in kurzen Bittrufen während des Tages bitten, mir das lebendige Wasser seiner Gnade zu geben.

Additional Info

  • Untertitel:

    Tägliche Meditationen - 23. März 2014

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