Mittwoch, 12. Februar 2014

Brüderliche Versöhnung

Tägliche Meditationen - 16. Februar 2014

Sechster Sonntag im Jahrskreis

P. Matthew Kaderabek LC

Mt 5,20-22, 27-28, 33-34, 37
Darum sage ich euch: Wenn eure Gerechtigkeit nicht weit größer ist als die der Schriftgelehrten und der Pharisäer, werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen. Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt worden ist: Du sollst nicht töten; wer aber jemand tötet, soll dem Gericht verfallen sein. Ich aber sage euch: Jeder, der seinem Bruder auch nur zürnt, soll dem Gericht verfallen sein; und wer zu seinem Bruder sagt: Du Dummkopf! soll dem Spruch des Hohen Rates verfallen sein; wer aber zu ihm sagt: Du (gottloser) Narr! soll dem Feuer der Hölle verfallen sein. Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist: Du sollst nicht die Ehe brechen. Ich aber sage euch: Wer eine Frau auch nur lüstern ansieht, hat in seinem Herzen schon Ehebruch mit ihr begangen. Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt worden ist: Du sollst keinen Meineid schwören, und: Du sollst halten, was du dem Herrn geschworen hast. Ich aber sage euch: Schwört überhaupt nicht, weder beim Himmel, denn er ist Gottes Thron. Euer Ja sei ein Ja, euer Nein ein Nein; alles andere stammt vom Bösen.

Einführendes Gebet:  Herr, manchmal geschieht es, dass mich deine erlösende Gegenwart kalt lässt, weil ich ganz darin gefangen bin, dem Moment zu leben und so selbstgenügsam geworden bin. So ist es kein Wunder, dass ich es schwer finde, mich auf das Gebet zu konzentrieren – den Glauben zu gebrauchen, um dich zu erkennen, göttliche Liebe zu nutzen um in dir zu leben, und theologische Hoffnung, um auf dich zu vertrauen. Ich nähere mich dir jetzt nur mit dem Willen ein treuerer Jünger deines Reiches zu sein.

Bitte: Christus, hilf mir mich mit anderen zu versöhnen.

1.  Zu den Alten wurde gesagt: Du sollst nicht töten... Ich aber sage euch. Im Alten Testament gab Gott das Gebot: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.“ Dies scheint schon schwer genug zu sein, aber im Neuen Testament verlangt unser Herr viel mehr. Am Abend vor seinem Tod sagte er zu seinen Jüngern – und sagt es heute zu uns - „Liebt einander, wie ich euch geliebt habe“ (Joh 15, 12). Wie hat Jesus uns geliebt? Wir brauchen nur auf das Kreuz zu schauen. Er hat sein Leben für uns hingegeben, damit wir, gereinigt durch sein kostbares Blut, mit der Heiligen Dreifaltigkeit in der ewigen Seligkeit des Himmels vereint sein können.

2. „Versöhne dich mit deinem Bruder.“ Jesus sagt nicht „Nächster“, sondern „Bruder“. Indem er unsere menschliche Natur annahm, wurde Jesus Christus unser Bruder und das Haupt der ganzen menschlichen Rasse. Er hat uns alle durch ihn zu der Würde erhoben, von Gott als Kind angenommen zu werden, auf solch eine Weise, dass alle Christen nur eine Familie sind, deren Vater Gott ist und deren erstgeborener Sohn Jesus ist. Jede Person, der wir begegnen, ist unser Bruder oder unsere Schwester in Christus, oder kann zu unserem Bruder oder unserer Schwester werden. Deshalb lehrt uns Jesus: „Was immer ihr dem geringsten meiner Brüder tut, das tut ihr mir.“

3. Geh zunächst und versöhne dich mit deinem Bruder, und dann komm und bringe dein Opfer. Der große Heilige Thomas Morus war bereit, Gott das Opfer seines Martyriums zu bringen. Es war im Juli 1535. Sobald der ungerechte Rat das Todesurteil ausgesprochen hatte, bat Sir Thomas einige Worte sprechen zu dürfen. Er erinnerte seine vornehmen Ankläger daran, dass der heilige Paulus und der heilige Stephanus einst auf verschiedenen Seiten waren, aber jetzt als Heilige im Himmel für immer Freunde sein werden. Er fuhr fort: „Deshalb soll ich mit Recht beten, dass, obwohl Eure Lordschaften hier auf der Erde die Richter meiner Verurteilung gewesen seid, wir später im Himmel uns dennoch alle zu unserer ewigen Erlösung begegnen könnten.“ Welch heldenhafte Nächstenliebe! Wie war das möglich? Es war möglich, weil der heilige Thomas seine Richter mit den Augen Christi sah. Er sieht sie als Menschen, die von Gott geliebt sind und für den Himmel bestimmt sind. So betet er, dass sie ihre Ungerechtigkeit bereuen und Gottes Barmherzigkeit erhalten werden.

Gespräch mit Christus: Jesus, unser Herr, hilf mir meinen Bruder zu sehen, wie du ihn siehst: als einen Menschen, der so wertvoll ist, dass du für ihn dein Leben hingegeben hast. Hilf mir meinen Bruder zu lieben, wie du uns geliebt hast, mit Demut und Großzügigkeit, ohne die Kosten abzuwägen. Ich bete besonders für diejenigen, die mich verletzt haben oder die ich verletzt habe.

Vorsatz:  Ich will diesen Tag für die ewige Erlösung derjenigen widmen, die Gott meiner Obhut auf irgendeine Weise anvertraut hat.

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  • Untertitel:

    Tägliche Meditationen - 16. Februar 2014

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