„Habt keine Angst vor der Zukunft!“

Priester der Legionäre Christi, Gottgeweihte Frauen und Laien des Regnum Christi nahmen vom 25. bis 28. September an Begegnungen mit Leo XIV. in Frankreich teil. Seine Worte ermutigen nicht nur junge Menschen und mahnen die Welt zum Frieden.

Für viele Mitglieder des Regnum Christi und Mädchen und Jungen des ECYD war es ein außergewöhnliches Erlebnis: Papst Leo XIV. mitten in Frankreich, bei Begegnungen in Paris, beim Gebet in Lourdes und schließlich in Metz. Sie nahmen an Gottesdiensten und Treffen teil, beteten mit der Kirche in Frankreich und hörten einem Papst zu, der die Freude am Glauben mit unbequemen Fragen an die Gegenwart verband.

Gemeinsam mit dem Papst in Paris

Schon am ersten Tag waren Mitglieder des ECYD bei der Begegnung mit dem Papst in den Straßen von Paris dabei. Priester der Legionäre Christi und Gottgeweihte Frauen feierten mit ihm die Vesper in Notre-Dame. Am Abend versammelten sich junge Menschen aus dem Umfeld des Regnum Christi und ECYD zur Gebetsvigil im Stade de France.

Am Samstag unterstützten Mitglieder des ECYD aus Boulogne (bei Paris) drei Schulen bei der Teilnahme am FRAT, einem großen katholischen Jugendtreffen der acht Diözesen im Großraum Paris. Rund 150 Jugendliche erlebten dort einen Vormittag mit Gebet, Zeugnissen und Begegnung, bevor sie zur Papstmesse auf der Place de la Concorde gingen. Auch P. Valentin Gögele LC und weitere Priester der Legionäre Christi aus Paris und Bordeaux konzelebrierten.

Über 500 Menschen – Familien und Freunde des ECYD Boulogne – sind zusammenkommen, um gemeinsam mit dem Heiligen Vater an der Messe teilzunehmen, begleitet von Pater Blaise Patier, LC, Maricarmen Vargas (Gottgeweihte Frau) und Catherine Samett (Lokaldirektorin des Regnum Christi für Boulogne).

„Hier bin ich, Herr!“

Bei der Vigil nahm der Papst die Ängste junger Menschen ernst: unsichere Zukunftspläne, brüchige Beziehungen und die Erschöpfung durch digitale Reize. Zugleich ermutigte er sie, sich nicht von der Angst bestimmen zu lassen. „Seine Barmherzigkeit ist unsere Freude“, sagte er. Auf die Frage nach dem eigenen Lebensweg antwortete er mit einem Ruf zu Vertrauen und Hingabe: „Hier bin ich, Herr!“ Besonders deutlich wandte er sich an junge Menschen, die eine Berufung zum Priestertum oder zum gottgeweihten Leben erwägen: „Die Kirche in Frankreich braucht euch so sehr!“

Bereits vor der UNESCO in Paris hatte Leo XIV. die Frage nach dem Menschen in den Mittelpunkt gestellt. „Keine Bildung ist vollständig, wenn sie nicht die Frage nach dem Sinn anspricht“, erklärte er. Er warnte davor, dass Technik zum Mittel der Herrschaft wird und menschliches Leben allein nach Leistung beurteilt wird. Die Würde jedes Menschen müsse Maßstab für Bildung, Wissenschaft und Politik bleiben.

Lourdes

Am Sonntag feierte der Papst die Sonntagsmesse auf der Wiese des Heiligtums Notre-Dame de Lourdes. Er hielt die Predigt und leitete das Angelusgebet. 150 Personen reisten aus der Pfarrei Saint-Jean Apôtre in Bordeaux, die dem Regnum Christi anvertraut ist, an. Fünf Jugendliche des Regnum Christi beteiligten sich als Freiwillige an der Organisation der Veranstaltungen. Die Patres Benoît Devos LC, Raymond Jubinville LC und Aaron Loch LC konzelebrierten die hl. Messe gemeinsam mit dem Papst in Lourdes.

Europa braucht Mut zum Frieden

In Metz sprach der Papst am letzten Reisetag über Europas christliche Wurzeln und die Verantwortung für seine Zukunft. Angesichts des Krieges auf dem Kontinent forderte er geduldigen Dialog, verlässliches Völkerrecht und Mut zu Verhandlungen. Dabei sagte er unmissverständlich: „Man muss sich jedoch vor der Illusion der Wiederaufrüstung hüten.“ An die junge Generation richtete er den Appell, der Reise über Frankreich hinaus Bedeutung gibt: Frieden beginne im eigenen Herzen und in den Beziehungen. „Stiftet Gemeinschaft!“

Die Tage mit Leo XIV. waren für das Regnum Christi damit Begegnung und Sendung zugleich: Freude an der Nähe zum Papst – und die Einladung, seinen Worten im eigenen Alltag Gestalt zu geben.

Stimmen aus Paris und Lourdes

Paris: Vesper und Begegnung mit dem Papst

Chantal de Baillenx, Gottgeweihte des Regnum Christi aus Bordeaux:
„Mich bewegt der Gedanke, dass Frankreich und Europa christliche Wurzeln haben – und dass diese heute wieder sichtbar werden.“

P. Paul Habsburg LC, Pfarrei Notre-Dame d’Auteuil in Paris:
„Man konnte fast spüren, wie der ganze Himmel gegenwärtig war. Als der Papst seine Runde auf dem Vorplatz zog, erlebte ich ihn als Stellvertreter Christi: demütig, zugänglich, liebevoll lächelnd, tief bewegt und segnend. Auch zu Fuß schonte er sich nicht. Er ließ sich von den Menschen berühren und wandte sich ihnen zu. Das war unglaublich!“

Gebetsvigil im Stade de France

P. Blaise Patier LC, Vikar in Boulogne-Billancourt und Leiter des ECYD:
„Als die Ordensmänner, Ordensfrauen und gottgeweihten Frauen das Stadion betraten, standen die Jugendlichen auf und spendeten ihnen begeisterten Beifall. Das hat mich sehr bewegt. Wir sprechen viel über die digitale Revolution und die Revolution der künstlichen Intelligenz. Hier habe ich erlebt, dass auch eine geistliche Bewegung im Gang ist. Sind wir bereit, diese jungen Menschen, die so hungrig nach Gott sind, zu begleiten? Sie brauchen Zeugen und Seelsorger.“

Heidi von Raesfeld, Coworkerin des Regnum Christi in Paris:
„Der Besuch des Papstes war für mich ein Aufruf zur Hoffnung – für Frankreich und für die ganze Welt. Katholisch bedeutet universal: Ganz gleich, welche Sprache wir sprechen, Jesus kommt uns entgegen. Es ist wunderbar, hier so viele Menschen zu sehen, die Christus begegnen möchten.“

P. Andrés de la Torre LC, ECYD Boulogne:
„Der Papstbesuch hat mir die Freude und den Glauben vieler französischer Katholiken und Katechumenen vor Augen geführt. In den Monaten, die ich bisher in Frankreich verbracht habe, durfte ich eine Erneuerung des Glaubens erleben. Ich bin überzeugt, dass sich das Charisma des Regnum Christi hier mit der Hilfe des Heiligen Geistes entfalten und zu dieser Entwicklung beitragen kann.“

Papstmesse auf der Place de la Concorde

P. Fergus O’Carroll LC:
„Nach dieser wunderbaren Messe mit dem Papst und so vielen Menschen in Paris grüßen wir euch von Herzen. Danke für eure Gebete für den Papst und für uns, die wir seine Botschaft zu den Menschen tragen möchten.“

P. Valentin Gögele LC:
„Von Paris aus grüßen wir die Familie des Regnum Christi in aller Welt. Wir beten gemeinsam, in Einheit mit der Kirche. Sie ist nicht tot – im Gegenteil: Sie ist sehr lebendig! So viele junge Menschen, Familien und unterschiedliche Berufungen waren hier versammelt. Das ist wunderbar. Wir grüßen euch mit unserem Segen.“

Romy, Jugendliche des Regnum Christi aus Paris:
„Der Besuch des Papstes bedeutet mir viel. Ich wurde erst in diesem Jahr getauft. Für mich ist seine Reise ein Zeichen der Erneuerung der katholischen Kirche. Sie ermutigt uns in Frankreich, diese Erneuerung voller Hoffnung anzunehmen und mitzugestalten.“

Amélie Perroy, Gottgeweihte des Regnum Christi in Paris:
„Als Kommunionhelferin durfte ich Zeugin der Begegnung Christi mit seinem Volk sein. Auf den Champs-Élysées und später in der Avenue de la Grande-Armée sah ich Gesichter, die nach Gott dürsteten: respektvoll ausgestreckte Hände, gebeugte Knie und Blicke voller Hoffnung. Die Menschen waren um Christi willen gekommen – um jenes Christus willen, der sie beim Namen kennt, Teil ihrer Geschichte wird und sich ihnen in den Sakramenten schenkt.“

Br. Mateo Marin LC, ECYD Boulogne:
„Ich habe schon an großen Gottesdiensten teilgenommen, etwa bei Weltjugendtagen und im vergangenen Jahr in Rom. Diese Messe war für mich dennoch besonders, weil ich als außerordentlicher Kommunionhelfer mitwirken durfte.

Als ich an meinem Platz ankam, sah ich die vielen Menschen, die auf die Kommunion warteten. Schließlich gingen mir die Hostien aus, doch noch immer standen Menschen vor mir. Das schmerzte mich. Ich bat einen anderen Kommunionhelfer, mir einen Teil seiner Hostien zu geben, damit ich weiter austeilen konnte.

Dabei wurde mir etwas bewusst: Die Menschen kamen mit einer großen Sehnsucht nach Christus. Aber diese Begegnung geht zuerst von ihm aus. Er will zu seinem Volk kommen und sich mit ihm vereinen. Bei aller Aufmerksamkeit für den Heiligen Vater bleibt mir deshalb vor allem dies in Erinnerung: In der Eucharistie begegnet Christus jedem Menschen ganz persönlich. Dafür fehlen mir die Worte.“

Lourdes: Eine Kirche vieler Sprachen

Clarisse Desclèves, Gottgeweihte des Regnum Christi aus Bordeaux:
„Die Messe mit dem Papst in Lourdes war ein außergewöhnlicher Moment des Glaubens. Menschen aus vielen Ländern beteten gemeinsam; verschiedene Sprachen waren zu hören. Ich konnte die Universalität der Kirche spüren – und jene internationale Verbundenheit, die auch das Regnum Christi prägt.“

Camila, Jugendliche des Regnum Christi aus Bordeaux und ehrenamtliche Helferin beim Papstbesuch:
„Mich hat beeindruckt, Menschen aus so vielen Teilen der Welt zu sehen. Ihre Geschichten und Lebensumstände waren ganz verschieden, doch sie waren durch denselben Glauben und den Wunsch verbunden, mit dem Papst zusammen zu sein.

Diese Erfahrung hat mich gestärkt. Sie hat mich daran erinnert, warum es sich lohnt, für andere da zu sein und meine Zeit und meine Fähigkeiten in den Dienst Gottes und der Kirche zu stellen. Ich möchte mir ein missionarisches Herz bewahren, dort dienen, wo Gott mich braucht, und meinen Glauben im Alltag leben.“

Weitere Zeugnisse und Infos (auf Französisch)

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