Auf den Wegen des Herrn

Personelle Veränderungen in der Ordensprovinz West- und Mitteleuropa der Legionäre Christi und des Regnum Christi zum neuen Schuljahr 2026/2027

Zum Schuljahreswechsel 2026/2027 informieren wir über verschiedene personelle Veränderungen bei den Gottgeweihten Frauen im Regnum Christi und Ordensleuten der Legionäre Christi im deutschsprachigen Raum.

Personalveränderungen/Ernennungen

● P. Klaus Einsle LC wird ab Januar 2027 – nach 25 Jahren in Düsseldorf und Ratingen – im ApostelHaus Alzgern mitarbeiten und dort Leitungsverantwortung übernehmen.

P. Klaus wurde 1968 in Oberstaufen geboren. 1991 trat er in Deutschland in das Noviziat der Legionäre Christi ein. 1993 legte er seine erste Profess ab, 1999 die ewige Profess. Er studierte Philosophie und Theologie an der Päpstlichen Hochschule Regina Apostolorum in Rom und wurde am 2. Januar 2001 zum Priester geweiht.

Er gehört zur ersten Generation der Legionäre Christi in Deutschland. In den vergangenen Jahren war er unter anderem Regionalkoordinator für Düsseldorf/Köln, Mitglied im Territorialrat der Legionäre Christi und im ApostelHaus in Ratingen tätig. Zudem gehört P. Klaus zum Leitungsteam des Apostolates „Blessed“.

Zur neuen und 6. Auflage seines Buches, „Vorhang auf für den Himmel“, sprach er im Interview über Sehnsucht, Hoffnung und das Ziel unseres Lebens.

● P. Daniel Egervári LC kommt von Budapest nach Düsseldorf und wird im ApostelHaus Ratingen vor allem die Arbeit des Regnum Christi unterstützen. Zugleich wird er weiterhin einen Teil seiner Zeit der Begleitung der Mitglieder des Regnum Christi in Budapest widmen.

Hintergrund ist eine Veränderung der Präsenz der Legionäre Christi in Ungarn: Da die Konstitutionen für eine Gemeinschaft mindestens fünf Mitglieder vorsehen und diese Zahl in Budapest trotz intensiver Bemühungen nicht erreicht werden konnte, wird es ab Ende Sommer 2026 keine dauerhaft in Ungarn lebende Gemeinschaft der Legionäre Christi mehr geben.

Das Regnum Christi in Ungarn bleibt jedoch bestehen und wird weitergeführt – besonders durch die engagierten Laien vor Ort. Auch die Kontinuität und Stabilität der Schule des Regnum Christi in Budapest haben hohe Priorität, insbesondere ihre katholische Identität, die geistliche Bildung und der familiäre Geist.

P. Daniel wurde 2015 zum Priester geweiht. Seit dem Schuljahr 2022/2023 wirkte er als Seelsorger an der Schule des Regnum Christi in Budapest. Zuvor war er Rektor der Apostolischen Schule der Legionäre Christi in Bad Münstereifel.

● P. Justin Prigge LC kommt von Budapest nach Wien. Auch bei ihm wird es zu seinen wichtigsten Aufgaben gehören, die Mitglieder des Regnum Christi in Budapest weiterhin zu begleiten und die Übergabe der bisherigen Aufgaben vor Ort zu gewährleisten, dazu gehört ferner die Mitarbeit an einer Vision für die Zukunft des Regnum Christi in Ungarn.

Darüber hinaus wird er P. Mark Thelen LC beim Aufbau des „European Mission Campus“ unterstützen (mehr dazu im Interview mit P. Mark hier) und an verschiedenen Projekten auf territorialer Ebene mitarbeiten.

● P. Alejandro Espejo LC kehrt nach seinem Fortbildungsstudium in Rom nach Königstein zurück. Dort wird er sich besonders der Arbeit mit Jugendlichen und dem ECYD widmen.

Was waren Ihre Gründe, noch einmal in Rom studieren zu wollen?
P.
Alejandro: Ich hatte schon lange den Wunsch, einen Master in Philosophie zu absolvieren. Während unserer ersten Studienjahre hatten wir moderne und zeitgenössische Philosophie nur sehr begrenzt behandelt. Zugleich merkte ich in meiner Arbeit mit Jugendlichen immer deutlicher, wie wichtig es ist, diese Denkströmungen zu kennen und zu verstehen.

Mit den Jahren wurde mir dieses Bedürfnis noch klarer. Ich bin dankbar, dass das Programm unserer Hochschule in Rom sehr gut zu meinen Erwartungen und Interessen gepasst hat. Zugleich waren diese zwei Jahre für mich auch eine notwendige Zeit der Unterbrechung, der Erneuerung und eines intensiven Gemeinschaftslebens, für die ich sehr dankbar bin.

Was haben Sie in Rom konkret studiert oder woran haben Sie geforscht?
P.
Alejandro: Mein Schwerpunkt war die philosophische Anthropologie. Besonders spannend war für mich die Entdeckung der sogenannten subjektiven Philosophie. Damit meine ich philosophische und anthropologische Ansätze, die den Menschen stärker aus der Perspektive des Menschen als Person zu verstehen versuchen: Wie denkt, fühlt und nimmt der Mensch wahr? Wie versteht er sich selbst? Früher hatte ich vor allem eine stärker objektive Philosophie studiert: Was sind die Dinge? Was ist das Sein? Was ist der Mensch aus der Perspektive der dritten Person? Ich bin überzeugt, dass ein wahres und umfassendes Verständnis des Menschen beide Perspektiven braucht. Deshalb war Karol Wojtyła (hl. Johannes Paul II.) einer meiner Studien-Schwerpunkte. Ich finde, dass sein philosophisches und theologisches Denken eine überzeugende Brücke schlägt zwischen der klassischen, eher objektiven Philosophie und der modernen, stärker subjektiven Philosophie, insbesondere der Phänomenologie und dem Personalismus.

Sie sind Mexikaner. Was motiviert Sie persönlich, gerade in Deutschland in der Mission arbeiten zu wollen?
P.
Alejandro: Ich glaube, dass auch Deutschland und die Katholiken in diesem Land eine wichtige Rolle im Plan Gottes spielen. Ich sehe es deshalb als wertvoll an, etwas zu ihrem Wachstum und Aufblühen in Treue zur Kirche und in Verbundenheit mit Rom beitragen zu dürfen.

Die Legionäre Christi und das Regnum Christi sind in Deutschland zwar klein, ebenso wie viele andere neuere Gemeinschaften innerhalb der römisch-katholischen Kirche. Dennoch bin ich überzeugt, dass hier wertvolle Missionsarbeit geschieht: in der Seelsorge von Kindern und Jugendlichen, in der Ausbildung von Aposteln und in der Begleitung von Ehepaaren — besonders von jungen Ehepaaren und Paaren in der Ehevorbereitung. Ich glaube, dass wir unser Charisma gut einbringen und aus einem reichen Erfahrungsschatz schöpfen können. Diesen Schatz können wir teilen und dadurch andere inspirieren, so wie auch wir uns von anderen Bewegungen und Initiativen inspirieren lassen.

Ich bin außerdem davon überzeugt, dass wir zusammen mit anderen Gemeinschaften viel für die Menschen, Jesus Christus und die Kirche erreichen können.

Persönlich freue ich mich darauf, nach Deutschland zurückzukehren und vielen Menschen wieder zu begegnen, die ich in den Jahren meiner Ausbildung und meines Dienstes kennengelernt habe. Und schließlich vermisse ich auch gutes Brot und gutes Bier. Rom ist wunderbar für Pizza und guten Wein — aber beim Brot und beim Bier kann Deutschland einfach mehr.

● Johanna von Siemens (Gottgeweihte Frau im Regnum Christi) kommt von Mexiko nach Ratingen. Dort wird sie im ApostelHaus Ratingen vor allem in der Erwachsenenpastoral mitarbeiten. Möglicherweise wird sie auch in Österreich die Begleitung der Mitglieder des Regnum Christi unterstützen.

Johanna von Siemens ging 2023 von Deutschland nach Mexiko, um dort gemeinsam mit einer kleinen Gruppe Gottgeweihter Frauen einen Weg der Unterscheidung für einen kontemplativen Lebensstil im Regnum Christi zu beginnen (wir berichteten).

Sie legte 1998 ihre ersten Gelübde bei den Gottgeweihten Frauen im Regnum Christi ab; die ewigen Gelübde folgten am 8. September 2000 in Madrid. Sie studierte in Spanien und Mexiko und wirkte anschließend in der Schulseelsorge in Guadalajara, Mexiko. Danach war sie in der Kinder-, Jugend- und Familienpastoral in Texas tätig, unter anderem in Dallas, Houston, Austin und San Antonio. Zwei Jahre verbrachte sie in Österreich, anschließend 13 Jahre im Heiligen Land.

Bereits zwischen 2022 und 2023 lebte und arbeitete sie im ApostelHaus in Ratingen. Johanna hat einen Bachelor in Theologie sowie ein Lizenziat in Bibelwissenschaften und Archäologie am Studium Biblicum Franciscanum. 2022 war sie Gastdozentin an der Päpstlichen Hochschule Regina Apostolorum für die „Einführung in die Heilige Schrift“.

* * *

Wir danken allen Ordensleuten, Priestern und Gottgeweihten, die in unserer Ordensprovinz (Territorium West- und Mitteleuropa) gewirkt haben, wünschen ihnen weiterhin Freude und Gottes Segen auf ihren Wegen und allen „Neuen“ einen guten Start, offene Herzen und viel Kraft und Schwung!

Personelle Veränderungen in der Ordensprovinz West- und Mitteleuropa der Legionäre Christi und des Regnum Christi zum neuen Schuljahr 2026/2027

Auf den Wegen des Herrn

Zur 6. Auflage von „Vorhang auf für den Himmel“: Pater Klaus Einsle LC spricht über Sehnsucht, Hoffnung und das Ziel unseres Lebens

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