Ende April trafen sich 16 junge Erwachsene im ApostelHaus Ratingen, um Gemeinschaft und Glauben zu vertiefen. Begleitet wurden sie von P. Ignacio Rubio LC und Camila Pinheiro (Gottgeweihte Frau im Apostelhaus Ratingen), organisiert wurde das Wochenende von Christoph, Sophia, Katharina und Cornelia.
Ich bin auf meinem Weg nicht allein
Die Tage stand unter dem Leitgedanken, Gemeinschaft bewusst zu leben. Es sollte Raum entstehen für Begegnungen zwischen jungen Erwachsenen, die sich größtenteils noch nicht kannten – Begegnungen, die über oberflächlichen Small Talk hinausgehen. Ziel war es, Gemeinschaft aufzubauen und den Glauben nicht nur theoretisch zu behandeln, sondern im Alltag konkret erfahrbar zu machen.
Gleichzeitig nahmen sich die Teilnehmer Zeit für die wesentlichen Fragen des Lebens – nach Sinn, Beziehung, Identität und Gott und machten neue Erfahrungen: Ich bin nicht allein – andere sind auf einem ähnlichen Weg.
Sich angenommen fühlen
Cornelia erzählte von ihrer Teilnahme an der Mega-Mission in Mexiko (wir haben berichtet): „Obwohl ich kein Spanisch spreche, habe ich mich von Anfang an als Teil der Familie gefühlt. Diese Erfahrung hat mir gezeigt, dass Gemeinschaft nicht in erster Linie von Sprache lebt, sondern von einer inneren Haltung, von Offenheit, Vertrauen und Interesse am anderen.
Ich habe dort erlebt, wie viel Kraft darin liegt, einander wirklich zuzuhören, sich Zeit zu schenken und dem Gegenüber mit Aufmerksamkeit zu begegnen. Es ging nicht darum, alles zu verstehen oder perfekt zu kommunizieren, sondern darum, präsent zu sein und sich aufeinander einzulassen. Gerade in dieser Einfachheit ist eine Tiefe entstanden, die mich nachhaltig berührt hat.
Diese Form von Gemeinschaft, in der man sich angenommen fühlt, ohne viel erklären zu müssen, hat mir neu vor Augen geführt, was es bedeutet, füreinander da zu sein. Es ist eine Einladung, auch im eigenen Alltag mehr zuzuhören, offener zu sein und Beziehungen bewusster zu leben.“
Zwei Jünger gingen … (Emmaus-Walk)
In Zweiergesprächen mit einem zugelosten Partner machten sich die Teilnehmer auf den Weg nach Düsseldorf und nahmen sich Zeit für einen persönlichen Austausch. Dabei ging es um Lebenserfahrungen, Glaubensfragen, Freuden, Herausforderungen und das, was jeden Einzelnen bewegt. Sie erfuhren wie durch das Teilen des eigenen Weges und das Hören auf den anderen Gemeinschaft wachsen kann.
Der Emmaus-Walk stand zugleich für einen Neuanfang: das bewusste Loslassen von Enttäuschungen und die Ausrichtung auf neue Hoffnung. Der gemeinsame Spaziergang in der erwachenden Natur machte erfahrbar, dass Gott Menschen auf ihrem Weg begleitet und ihnen neue Impulse für ihren Glaubens- und Lebensweg schenkt.
Persönliche Begegnungen
Die gemeinsamen Tage waren von einem festen geistlichen Rahmen getragen. Jeder Morgen begann mit Laudes, Lobpreis und einer Evangeliumsbetrachtung (Joh 20,19–29), die dazu einlud, die Begegnung von Jesus mit seinen Jüngern auf das eigene Leben zu beziehen.
Ein besonderer Höhepunkt war die eucharistische Anbetung am Samstagabend im Rahmen eines Abends der Barmherzigkeit. Gebetspaten standen für Gespräche und Fürbitte zur Verfügung, es bestand die Möglichkeit zum Empfang des Sakraments der Versöhnung. Viele Teilnehmer nutzten diese Zeit, um vor Gott zur Ruhe zu kommen und neue Kraft für ihren Alltag zu schöpfen.
Auch die Gemeinschaft kam nicht zu kurz. Beim Lagerfeuer, Musizieren und in zahlreichen persönlichen Begegnungen entstand eine herzliche Atmosphäre, die das Miteinander stärkte und den Austausch über Glauben und Leben auf natürliche Weise vertiefte.
Feedback der Teilnehmer:
„Es gab viel Zeit für freien Austausch und für gelebte Gemeinschaft. Die Anbetung und der Emmaus-Walk haben mir sehr gut gefallen, genauso wie die Idee des füreinander Betens.“
„Ich bin beeindruckt von der Herzlichkeit und Gelassenheit des Leitungsteams, das hat sehr zum allgemeinen Willkommensgefühl beigetragen.“
„Für mich persönlich war es total schön, mit den vielen verschiedenen Menschen ins Gespräch zu kommen und zu connecten.“