„Darum wollen auch wir, die wir eine solche Wolke von Zeugen um uns haben, alle Last und die Sünde abwerfen, die uns so leicht umstrickt. Lasst uns mit Ausdauer in dem Wettkampf laufen, der vor uns liegt, und dabei auf Jesus blicken, den Urheber und Vollender des Glaubens …“ (Hebräer 12,1)
Am Ende des Ordentlichen Generalkapitels hat die Ordensgemeinschaft ein Dokument veröffentlicht, dass alle Ergebnisse zusammenfasst: „Das, was wir als Generalkapitel erlebt, gebetet und besprochen haben“, heißt es im Text. Es sei ein Dokument, in dem „jeder Teil im Licht des Ganzen Sinn erhält, verbunden durch einen einzigen roten Faden: Christus, Zentrum, Maßstab und Vorbild“.
Das Abschlusskommuniqué bekräftigt insbesondere das unumstößliche Engagement der Legionäre Christi bei der Prävention von sexualisierter Gewalt und für die Betroffenen.
Im Dokument werden 13 Themen behandelt, von denen sechs in spezifischen thematischen Kommuniqués näher ausgeführt werden.
Vom 20. Januar bis zum 27. Februar 2026 kamen in Rom sechzig Legionäre Christi zum V. Ordentlichen Generalkapitel zusammen. „Wie die ersten Christen haben wir uns getragen gewusst (…) Legionäre Christi, Mitglieder des Regnum Christi und die ganze große Familie der Kirche haben uns mit ihrem Gebet begleitet. Wir haben die Nähe jener erfahren, die uns im Glauben vorausgegangen sind: der Heiligen, unserer Patrone und Fürsprecher, der Märtyrer von Rom sowie unserer Brüder, die bereits im Herrn ruhen. Vor allem aber haben wir unsere Einheit in Christus gelebt – unter dem liebenden Blick des Vaters, in der Gemeinschaft des Heiligen Geistes, unter der Fürsprache der Jungfrau Maria, der Königin der Apostel“, schreiben die Kapitelväter auf den ersten Seiten des Abschlusskommuniqués.
Was beinhaltet das Abschlusskommuniqué im Einzelnen?
Es gliedert sich in zwei große Teile: Ein allgemeines Kommuniqué, das mit einem „Rahmen für ein Leben in der Wahrheit“ den Deutungshorizont für das gesamte Schreiben vorgibt und in knapper Form die Überlegungen und Entscheidungen des Kapitels zu 13 Themenfeldern darlegt: die Christuszentrierung im Leben der Legionäre Christi, die Berufung der Legionäre Christi, das brüderliche Leben in der Gemeinschaft, das Gelübde der Armut, das Verständnis von Autorität und Gehorsam, die Berufungspastoral und ein erneuertes Berufungsverständnis, die Grundausbildung, die Legionäre Christi in der Föderation Regnum Christi, die Sendung, der Entwurf einer biblischen Deutung der Geschichte, die Versöhnung, der Schutz Minderjähriger und schutzbedürftiger Personen sowie die Begleitung von Betroffenen, die Prozesse und einige Änderungen am Eigenrecht.
Hinzu kommen sechs thematische Kommuniqués, die sechs Aspekte des allgemeinen Schreibens vertiefen: die Ausübung von Autorität und Gehorsam, die Berufungspastoral, die Sendung des Legionärs, die Legionäre Christi in der Föderation Regnum Christi, die Geschichte und die Christuszentrierung.
Welche Themen greift das Generalkapitel in den einzelnen thematischen Kommuniqués auf …
und auf welche Anliegen der Legionäre Christi geht es dabei ein?
1. Thema: „Die Ausübung von Autorität und Gehorsam gemäß dem Evangelium“.
Das Generalkapitel legt ein Dokument mit Überlegungen vor, „um das konkrete Leben unserer Gemeinschaften in einer Zeit des Übergangs von einem Modell des Ordenslebens mit zahlreichen und detaillierten Regeln zu einem anderen zu beleuchten, das mehr auf Unterscheidungsvermögen und persönliche Verantwortung setzt“, und „um die Ausübung von Autorität und religiösem Gehorsam in der Legion gemäß dem Evangelium weiter zu vertiefen“.
2. Thema: „Eine erneuerte Berufungsperspektive“
Das Generalkapitel legt in einem Dokument, das „einen klaren Weg für das kommende Sexennium“ weist, die Merkmale eines erneuerten Berufungsverständnisses sowie die Grundsätze, Lebensräume, Akteure, Mittel und Wege für eine erneuerte Berufungspastoral dar.
Es ist „eine klare und konstruktive Antwort auf die Anliegen und Beiträge“, die zu diesem Thema von den Legionären Christi und den Territorialversammlungen eingebracht wurden.
3. Thema: „Die Mission: Caritas Christi urget nos“
Das Generalkapitel hat „die Gelegenheit erkannt, einen Schritt hin zu einer stärkeren apostolischen Ausrichtung zu machen“ und bietet zu diesem Zweck in diesem Dokument „klare Kriterien für die Entscheidungsfindung und konkrete Wege, die Mission mit Mut und kreativer Treue zu leben“.
Es hat versucht, „deutlicher und einfacher zum Ausdruck zu bringen“, dass „der verbindende Horizont“ darin besteht, das Wesentliche des Charismas in Einheit und Zielstrebigkeit zu leben: die Ausbildung von Aposteln im Dienst der Kirche.
4. Thema: „Die Legion Christi in der Föderation Regnum Christi“
Das Generalkapitel bekräftigt die konstitutive Zugehörigkeit der Legion Christi zum Regnum Christi und zur Föderation als kanonische Struktur der geistlichen Familie und des apostolischen Leibes. Das Dokument enthält eine Bestandsaufnahme „aus der Perspektive und Erfahrung der Legionäre“ über die Erfolge und Schwierigkeiten bei der Umsetzung der Föderation und zeigt dabei Symptome, Ursachen und Handlungsansätze auf. Es wird „als Beginn eines Dialogs, nicht als dessen Abschluss“ angeboten und enthält konkrete Empfehlungen, um das Gespräch auf die General- und Territorialvorstände zu übertragen, da „diese Lesart abgeglichen und bereichert werden muss, um vollständig zu sein“ – und zwar mit der Sichtweise der anderen verbündeten Institutionen, wodurch „die geistliche Familie und ihre evangelisierende Mission gestärkt werden“.
5. Thema: „Entwurf einer biblischen Lesart unserer Geschichte“
Das Generalkapitel bietet in diesem Dokument einen „Ansatz für einen theologischen Rahmen, der denjenigen, die die Geschichte erforschen, Erleuchtung schenken kann“ und „einen Interpretationsschlüssel, der jedem Legionär helfen kann, seine Identität und Mission im Lichte der Geschichte zu verstehen“, wobei es bekräftigt, dass die Erinnerung der Kongregation „nicht als Hindernis, sondern als österlicher Weg verstanden werden kann“ und dass „nur durch das Erinnern können wir erkennen, wer wir sind und wohin uns der Herr ruft“. Es soll kein „endgültiges Wort“ sein, sondern „ein Werkzeug unter vielen möglichen“, um sich der Geschichte „mit einer Sicht des Glaubens“ zu nähern: sich zu erinnern, ohne gelähmt zu bleiben, und nach vorne zu blicken, ohne zu vergessen.
6. Thema: „Der Christo-Zentrismus als Quelle religiöser, priesterlicher und apostolischer Erneuerung“
Das Generalkapitel legt dieses Dokument über den Christo-Zentrismus als „gemeinsamen Glaubensakt“ vor, als eine Art Meditation „in der Schule des Auferstandenen“, die darauf abzielt, „das Herz neu zu entzünden“ und dem Leben „Richtung zu geben“, indem „dem Wirken Gottes in unserer Heiligung und unserem Apostolat stets Vorrang eingeräumt wird“.
Originaldokument zum Nachlesen
Das original Abschlusskommuniqué können Sie als PDF (121 Seiten auf Spanisch) hier auf unserer Webseite herunterladen und nachlesen! An einer englischen Übersetzung wird derzeit noch gearbeitet.