Von Petrus lernen, Jesus zu vertrauen

20 Männer kamen am Fastnachts-Wochenende zu Exerzitien des Regnum Christi ins Geistliches Zentrum St. Angela, um ihr Gebetsleben zu vertiefen

„Herr, wenn du es bist, befiehl, dass ich auf dem Wasser zu dir komme!“ (Mt 14,28) – mit diesem Vers aus dem Matthäusevangelium lässt sich zusammenfassen, worum es an diesem Wochenende in Königstein im Taunus ging: um den Schritt aus der Sicherheit heraus, hin zu einem reiferen Vertrauen in Jesus Christus. Der Exerzitienleiter war P. Mariano Ballestrem LC, die Impuls gabe P. Konstantin Ballestrem LC.

Erfahrung geistlichen Lebens ermöglichen

Im Geistlichen Zentrum gibt es eine wachsende Zahl von Männern, die geistliche Angebote wahrnehmen. Was bislang fehlte, waren Formate, die eine intensivere Erfahrung geistlichen Lebens ermöglichen – und die persönliche Beziehung zu Christus spürbar vertiefen.

Nach Gesprächen im Kreis der Männer fiel die Wahl auf das Fastnachts-Wochenende: Für viele passte es trotz beruflicher Verpflichtungen am ehesten in den Kalender. Ziel war, den Teilnehmern einen klaren Rahmen zu geben, um das persönliche Gebetsleben zu intensivieren – und zugleich eine realistische Sicht auf Nachfolge zu gewinnen.

Petrus als Spiegel: Stärke, Schwäche, Vertrauen

Inhaltlich folgte das Wochenende konsequent der Dynamik ignatianischer Exerzitien, also der geistlichen Schule des Ignatius von Loyola: Jesus in den Evangelien betrachten, ihn besser kennenlernen, ihn tiefer lieben – und daraus eine neue Entscheidung für die Nachfolge wachsen lassen.

Im Mittelpunkt stand dabei Petrus. Seine Biografie wurde bewusst „bodenständig“ erschlossen: nicht als idealisierte Heiligenlegende, sondern als Leben eines Menschen mit Ecken und Kanten. Petrus’ Leidenschaft und Mut, aber auch seine Unsicherheit und sein Versagen, öffneten vielen den Blick für eine entlastende Wahrheit: Nicht Perfektion ist der Maßstab – sondern Liebe. Heiligkeit beginnt nicht dort, wo ein Mensch fehlerlos ist, sondern dort, wo er Jesus ernsthaft sucht und ihm antwortet.

Rhythmus aus Gebet, Stille und Begleitung

Der Tagesablauf war dicht, aber klar strukturiert: Der Tag begann mit Morgengebeten, dazu kamen drei geleitete Betrachtungen, eine Stunde stille Anbetung, ein Vortrag sowie die Feier der heiligen Messe. Den Abschluss bildete jeweils die Komplet.

Besonders wichtig war das Klima der Stille. Es sollte helfen, innerlich „nachzuhören“: Was bewegt mich? Wo ruft Gott mich heraus? Wo brauche ich Vertrauen – wie Petrus auf dem Wasser?

Geistliche Gespräche und Beichte: Raum für persönliche Schritte

Neben den gemeinsamen Einheiten gab es viel Gelegenheit für persönliche Begleitung. Mehrere Priester standen für individuelle geistliche Gespräche und für das Sakrament der Versöhnung zur Verfügung – darunter auch P. Georg Hülsenbeck LC und P. Karl Maurer LC.

So wurde das Wochenende nicht nur zu einem Programm aus Vorträgen und Gebetszeiten, sondern zu einem geschützten Raum, in dem konkrete Schritte wachsen konnten: hin zu einem realistischeren Glauben, zu mehr Treue im Gebet – und zu dem Mut, Jesus nicht nur von Ferne zu betrachten, sondern ihm entgegenzugehen.

„Gott hat mich überrascht“

Was blieb bei den Teilnehmern hängen? In kurzen Rückmeldungen beschreiben sie Erwartungen, Aha-Momente und konkrete Vorsätze für den Alltag.

Mit welcher Erwartung sind Sie angereist / innerlich gestartet?
• „Gott näher zu kommen und mehr vom Glauben zu erfahren.“
• „Spirituelle Führung, Erweiterung des Verständnisses durch Kontemplation.“
• „Ich bin mit dem Entschluss hingefahren, mich von Gott beschenken zu lassen, mich gleichzeitig zu bemühen, das Geschenk bestmöglich anzunehmen.“
• „Zeit für mich und der Begegnung mit Gott.“

Was hat Sie überrascht (positiv oder auch herausgefordert)?
• „Die Tiefe und theologische Qualität der Betrachtungen und Vorträge.“
• „Schweigen, gute Zusammenarbeit auch ohne Worte. Sehr gute Organisation, abwechslungsreiches und passendes Programm mit genug Zeit für alles: Gebet, Pause, Stille, Programm.“
• „Wie unterschiedlich leicht oder schwer mir das Schweigen zu verschiedenen Zeiten gefallen ist; wie rasch ich in einen anderen Rhythmus gekommen bin, in Gemeinschaft mit dem Wort des Herrn.“
• „Gott hat mich überrascht. Die Exerzitien waren eine vollkommene Bereicherung.“
• „Ab Freitagnachmittag nach der Betrachtung der Stelle Lukas 22, 31–32 habe ich eine unglaubliche Gnade bekommen und eine tiefe, intensive Begegnung mit Jesus wieder erfahren.“

Was hat Ihnen geholfen, ins Gebet zu kommen?
• „Die vorgeschlagenen Bibelstellen der Betrachtungen.“
• „Die Bibelstellen fand ich sehr gut, der Fokus auf Petrus war eine neue Perspektive. Die Tischlesung fand ich inspirierend.“
• „Neben der Anregung durch die Vorträge, der Raum von Ruhe.“
• „Die Stille und die Impulse von P. Mariano und P. Konstantin.“
• „Das fiel mir tatsächlich teilweise schwer, da ich immer wieder abgeschweift bin. Geholfen hat mir immer zu versuchen, den Fokus zu halten und andere Gedanken zu verabschieden und wieder zurück zum Thema zu kommen. Dabei hilft eine ruhige und geräuscharme Umgebung ohne viel Ablenkung sehr.“

Was nehmen Sie konkret mit nach Hause? Wo wird es im Alltag vielleicht schwierig und wie wollen Sie damit umgehen?
• „Gottes Willen erkennen und erfüllen. Den Tag mit Gott gehen.“
• Mehr ganz exklusive Zeit für Betrachtung finden
• „Mehr Vertrauen auf Gott und im Vertrauen wachsen.“
• „Viele Punkte von Gott für mein Leben. Herausforderungen und Gnaden zugleich. Eine neue Form von Spiritualität (Rosenkranz und Mariengebet und ‘vorformulierte Gebete’).“
• „Der Alltag mit Arbeit und Familie ist natürlich eine Herausforderung. Ich möchte für mich umsetzen, dass ich das Handy nur noch zur Erledigung notwendiger Dinge heranziehe, die Ablenkung durch Fernsehen auf ein Minimum herabsetze und meine Morgenmeditation, Affirmation und körperliches Workout, ergänzt durch das Morgengebet, konsequent weiterführe.“

***

„Dann macht Gott alles andere“ – Im Gespräch mit P. Mariano Ballestrem LC

Was bewegt Sie als Priester, Exerzitien zu halten?
„Aus eigener Erfahrung kenne ich die Kraft, die diese Methodik entfaltet, und das geistliche Wachstum, das sie bewirken kann. Von daher bin ich ein großer Freund von Exerzitien. Nachdem ich hier einige Männer geistlich begleite, wollte ich ihnen dieses Geschenk nicht vorenthalten.“

Was ist Ihnen bei der Vermittlung wichtig – was tun Sie konkret, damit Menschen Gott begegnen können?
„Es braucht Stille und klare Strukturen, sodass die Teilnehmer sich ganz auf das Gebet konzentrieren können. Alles, was davon ablenkt, versuchen wir zu vermeiden. Außerdem braucht es viele Möglichkeiten für geistliche Gespräche mit erfahrenen Personen, die die Teilnehmer auch orientieren können. Dann macht Gott alles andere.“

Welche Sehnsucht begegnet Ihnen am häufigsten bei Teilnehmern?
„Die Teilnehmer kamen schon mit einer großen Sehnsucht nach Gott. Auch wenn es nicht jeder so artikuliert, scheint es ein großes Bedürfnis danach zu geben, zu wissen, dass es da jemanden gibt, der alle Fäden in der Hand hält. Dass es einen Gott gibt, auf den wir vertrauen dürfen, der schon alles richten wird. Dieser Sehnsucht bin ich bei vielen Teilnehmern begegnet – auch jenen, die gar nicht getauft sind oder nicht den Glauben praktizieren. Das war meine große Überraschung: dass sie überhaupt teilgenommen haben. Das habe ich erst zum Ende der Exerzitien gelernt.“

Woran merken Sie, dass Exerzitien nachhaltig wirken – auch Monate später?
„Die Teilnehmer nehmen die Erfahrungen des Gebetslebens und der Stille mit nach Hause. Und auch, wenn sie es dort nicht weiterhin so umsetzen können wie in dieser besonderen Zeit, haben sie doch die Erfahrung davon gemacht und wissen, was sie brauchen.“

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