Zur Liebe berufen

Erstmals zweitägiger Einkehrtag der Apostelgemeinschaft Bamberg des Regnum Christi in Forchheim

Am Wochenende vom 17.-18. Januar kamen auf Einladung der Apostelgemeinschaft Bamberg 32 Teilnehmer zu einem zweitägigen Einkehrtag ins Don Bosco Gemeindezentrum nach Forchheim. Das Programm sah vier angeleitete Meditationen vor sowie zwei Messen, eucharistische Anbetung, Momente des Schweigens und des Austausches, persönliches und gemeinschaftliches Gebet. „Durch das lokale Angebot eines zweitägigen Einkehrtages wollen wir auch Lust auf mehr machen und dazu motivieren, sich auch einmal Zeit für Geistliche Exerzitien zu nehmen“, erklärte Organisatorin Karin Dresel zu Beginn des Treffens.

Die Dimensionen der Liebe

In vier Meditationen und den Predigten in der heiligen Messe entfaltete P. Martin Baranowski LC die vielfältigen Dimensionen der christlichen Liebe: Christus offenbart Liebe in selbstloser Hingabe und macht deutlich, dass diese Berufung nicht „automatisch“ aus eigener Kraft entsteht, sondern aus der Begegnung mit ihm. Ohne diese Quelle verengt sich Glaube leicht zu Pflicht, Aktivismus und innerer Leere; aus der Beziehung zu Jesus wird er hingegen lebendig und tragfähig. Liebe zeigt sich dabei nicht als bloßes Gefühl oder als Nettigkeit, sondern als Geschenk Gottes, das Ehrfurcht vertieft und zugleich im konkreten Alltag Gestalt annimmt – gerade im Dienen und auch unter widrigen Umständen. Als Leitbild dient das Feuer: Es wächst Schritt für Schritt zu einer bleibenden Glut, braucht Zeiten, in denen Ablenkung und „innere Nässe“ trocknen können, und es verwandelt durch Umkehr – nicht um zu zerstören, sondern um neu aufzubauen, damit das Herz brennen kann, ohne auszubrennen.

Was aus Liebe getan wird, geht nicht verloren

Ein zentraler Perspektivwechsel führt weg vom modernen Götzen „Erfolg“ hin zur Fruchtbarkeit: Jesus war nach weltlichen Maßstäben oft nicht erfolgreich, doch sein Leben war fruchtbar, weil das entscheidende Kriterium nicht Leistung, Zahlen oder Perfektion ist, sondern Liebe. Darum bleibt ohne Liebe selbst Begabung, Wissen, Einsatz und Opfer letztlich „nichts“, während das, was aus Liebe getan wird, nicht verloren geht – auch wenn es sich nicht messen lässt, nicht sofort sichtbar ist und scheinbar im Sand verläuft. Diese Gewissheit schenkt Freiheit und Gelassenheit: Gott kann in jeder Situation handeln, auch mitten in Misserfolgen; gefragt ist Treue im Säen, nicht der Anspruch, Zeitpunkt und Ort der Frucht kontrollieren zu können.

Sich von Christus lieben lassen

In der Anbetung wird diese Dynamik unmittelbar: Die Eucharistie ist „Sakrament der Liebe“ und Quelle, weil hier nicht Leistung gefordert ist, sondern die Bereitschaft, sich von Christus stärken und lieben zu lassen. Im Zentrum steht die persönliche Frage Jesu an das Herz – „Liebst du mich?“ – als Einladung, das Leben selbst zur Antwort werden zu lassen und in einer Freiheit zu wachsen, die niemand nehmen kann: lieben und beten bleiben immer möglich. Anbetung bedeutet dabei zugleich das Niederwerfen vor Gott und die innigste Freundschaft mit ihm; sie hilft, Christus als Maßstab zu wählen und zugleich die eigene Würde als Geliebter neu zu entdecken. Der oft mühsame „Kampf des Betens“ wird so zur Schule der Liebe: zuhören lernen, den anderen stehen lassen, Kontrolle loslassen und gerade dadurch reifen.

Liebe als Verbundenheit führt zur Treue

Schließlich wurde das Regnum Christi als konkreter Weg beschrieben, der nicht zusätzliche Last sein will, sondern Hilfe, Geschenk und Akzentuierung der Liebe. Wer Christus liebt, beginnt zu lieben, was ihm am Herzen liegt; daraus ergeben sich die besonderen „Lieben“ bzw. Schwerpunkte (vgl. Nr. 14–18 SFRC): die Liebe zum Vater, die Liebe zu Maria als Weg zu Christus und Schule eines alltagstauglichen Glaubens sowie die Liebe zur Kirche und zum Papst als Konsequenz der Liebe zu Christus, der in der Gemeinschaft der Getauften gegenwärtig ist. Diese Verbundenheit schützt vor Subjektivismus, schenkt Sicherheit und führt in eine reife, konkrete Treue: Lehren und Impulse aufnehmen, den Segen der Hirten als Sendung verstehen und nicht in eine geistliche „Oase“ ausweichen, sondern verwurzelt in der Ortskirche leben – mit der Freiheit, dort geistliche Nahrung zu suchen, wo sie wirklich hilft, ohne sich von der kirchlichen Gemeinschaft zu lösen.

Die Predigt und die vier Meditationen von P. Martin Baranowski LC finden Sie auf unserem SoundCloud-Kanal Hier!

Weitere Informationen zu Einkehrtagen und Exerzitien finden Sie unter der Rubrik „Demnächst“ auf unserer Webseite!

 

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